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Das Füllhorn · 1836-09-02 · 36 (2.9.1836) · p. Spalte 281-282

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
36 (2.9.1836)
Date
1836-09-02
Page
Spalte 281-282 (sequence 1)
Language
German
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18S6. Gin Leitblatt» zunächst für und über Israeliten.?ii-o. 36. Bamberg- Freitag 2. September Wer ist reich? Derjenige, der mit seinem «nthrile sich freut. . Ben Soma. Äußeres und inneres Glück. Auseret Glück kann -ch der Mensch nicht selber erringen, Nur freiwillig ergibt e« dem Erkorenen sich. Dä-nend, di« Göttin» im Arme ,u halten, umfängst du di« Wolke, Aber fle selbst, wie ein «al, ist auder Hand dir geschlüpft, »ber da« innere Glück, da« ium Eden un« schaffet die Erde, ' Jeglicher kann e« sich selbst fangen und fesseln an sich. Lrunst du die Angel von Sold, woran e« so willig sich festhängt? Fragt man dich, wie sie Heist, nenne Zufriedenheit sie. S- Steinhard. Predigt, rc. »c. (Fortsetzung.) Ist nun der Mensch schon hinsichtlich des Glaubens vielen Gefahren und Irrungen ausgesetzt, hinsichtlich des Glaubens, für welchen Vernunft und Offenbarung jugleich ihre Stimme erheben, wie erst hinsichtlich des Lebens selbst! das richtige Lebe« ist durch den richtigen Glauben bedingt; jede Irrung im Glauben erzeugt auch Irrungen im Leben. Der Unglaube erzeugt Verworfenheit und Laster, der falsche Glaube ein falsches, thörichteS Leben, das das Gute bös, und dgS Böse gut nennt. — Aber auch dann noch, wenn der Mensch den wahren Glauben erkennt, wenn seine Begriffe von Gott und seinem Willen die richtigen sind, ist er noch nicht vor Irrungen im Leben sicher. »Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an," sagt die heilige Schrift. Und diese bösen Begierden im Herzen de- Mensche» sind es sehr oft, die seine Erkenntniß, sein befferes Wissen überwältigen, und eS sich unterwürfig machen. »Die böse Neigung des Menschen sucht täglich mehr Gewalt über ihn zu bekomme»," heißt's sehr richtig im Thalmud. Der Glaube, die Erkennmiß, das bessere Wissen tritt sodann irr^Ul Hintergrund, und räumt den bösen Neigungen,Wm'Leidenschaften, den Platz. Welchen Gefahren unterliegt hier nicht die menschliche Tugend! So werdet ihr es sehr oft bemerken, meine Lieben, daß selbst Leute, von denen wir die Überzeugung haben, daß sie fest in ihrem Glauben sind, nicht jederzeit ihren bösen Neigungen und Leidenschaften widerstehen. Bald werdet ihr auf Einen stoßen, der zum Silber sagt: meine Hoffnung; zum Golde^meine Zuversicht; der dqS Geld liebt, und nimmer satt wird des Geldes, der kein Mittel ver, schmähet, um Schätze zu häufen, die nichthelfen können am Lage des Grimmes; bald werdet ihr Einen sehen, der sich von der sündlichen Wollust besiegen läßt; wieder einen Andern, den der Stolz und die Ehrsucht zu allerlei Sünden veranlassen, und abermals Einen, der stets vom unseligen Neide gequält wird, der andern da- Gute, das ihnen Gott rutheist, mißgönnet, und daS Glück Anderer als sein eigenes Unglück bettachtet. Ja, selbst auch Derjenige, der wirklich fromm genannt zu werden verdient, der ft« ist von allen Laster« und Leidenschaften, der Kraft genug besitzt, den Lockungen der Sünden zu widersteh»»,

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