Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 33 (12.8.1836)
- Date
- 1836-08-12
- Page
- Spalte 263-264 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26S ften Tage» seine- HkerseynS die erst« Symptome der' schmerzhaft« Krankheit, der er erlag, und welche die Ärzte EarbnnculuS nmn«. Somit vermochte sr selbst' dm Feierlichkeit« jener Vermählung nicht ohne phy-' fische Anstrengung beizuwohn«; gleich darauf aber nahm das Übel dergestalt zu, daß sich der Patient, um der bestem Pflege willen, auS dem Gasthause zum römisch« Kaiser, wo er abgestieg« war, in die Wohnung seines Tochtermann-, deS kaiserl. östreichischen Generalkonsuls bei der Stadt Frankftrrt, Frhrn. Anselm Salomon v. Rothschild, bringen'ließ. Hier verlebte er die letzt« sechs Wochen seines irdischen DaseynS, mit wahrhaft religiöser Hingebung die furchtbarst« Leid« erduldend, und mit stoischem Gleichmuts sich den schmerzhaftesten wundärztlichen Operationen unterziehend, blr endlich, in Folge eines htnzugetretenen Fieber-, seine Auflösung erfolgte. Sämmt* liehe Mitglieder der Familie Rothschild, die, um den AuSgang der Krankheft deS geliebten Angehörig« abzuwarten, hier beisamm« geblieb« warm, umgab« ihn in seiner Todesstunde, der er mit voller Besinnung entgegen sch, indem ihn der Gebrauch seine- GeisteSvennögenS nur eine Viertelstunde vor dem Hintritte verließ. Fünf Ärzte umstanden das Krankenlager, nämlich die HH. Sticbel, »K Sömmering und Döbel so« hier, Ehelius von Heidelberg und Travers von London. Letzterer war, auf Einladung der Familie, erst am Vorabende deS Todestageingetroffm, wo auch die letztwilligen Verfügungen des Krank« von «ine« hiesig« Notar mit den gesetzlichen Form« begleitet svurdem — Rach dem Wunsche der Wittwe, einet gebvnien Brittinn, wird der Leichnam hier nicht ^igesetzt^ sondern einbalsamirt und nach London ge, bracht werden.-Fchr. Rachan M. v. Rothschild hinterläßt, außer drei Töchtern, wovon die eine, wie ermähnt, hier verheirachet ist, vier Söhne: Lyonel, Aatony, Nachanakl und Meyer, die — bis auf d« letzter«, welcher dermal« auf der Universität Leipzig studirt, von der er eine Stunde nach de- Vater- Ableben hftr einträk — bereits zu d« Jahr« der Mündigkeit gelangt sind, wovon'jedoch bijetzt noch kei- Nedigtrt von Rabbiner S. W. Roseufeld. — ' 264 «er zu« Affocis deväterlich« Hause- Ernannt war, wiewohl solche schon zu verschieden« Missionen in den vielverzweigtm Geschäften desselben gebraucht wurde«. Von dm fünf hinterlassm« Söhn« des Frhrn. Meier Amschel v. Rothschild war der Verstorbene der driw gebome, und der erste, der in ei» andere- Leben über» ging." —-. - Zur Tagesgeschichte.' (Bayern.) Zur Wiederbesetzung de- Distrikt-- Rabbinats Hagenbach im Obermainkreise, fand am 27. Juli eine neue Wahl Statt, nachdem eine frühere, wegen deshalb sich erhobener Streitigkeit, von höchster Stellt annullirt wurde. Da- Resultat der Wahl fiel zu Gunsten des RabbinatS«Kandidaten, Her« Sa» ligmann auS Baiersdorf auS. (Aus dem Badischen,'2S. Juni.) Die vatew ländische Industrie wird durch ein bedeutende- Unter, nehmen einen großen Aufschwung erhalt«. Ehat sich nämlich durch.das BanquifrhauS S. v. Haber u. Söhne (Israeliten) dahier eine Aktiengesellschaft gebildet, durch welche bei Ettlingen eine Baumwollspinnerei von 26,000 Spindeln und eine Weberei von 750 Webstühlen errichtet wird. Das Capital ist auf 2 Millionen firirt, wovon jedoch vor der Hand nur zwölfmalhundert tausend Gulden in 1200 Aktien, jede zu tausend Gulden, eingezogen wird, und der Rest für eine etwaige Geschästserweiterung in der Zukunft bestimmt bleibt. Die nöthigen Grundstücke sammt eft ,nem trefflichen Wassergefälle in der Nähe von Ettling« sind bereits für die Gesellschaft angekaust, dir Baurisse, gefertigt Md alle Vorbereitung« getroffen, um unverweilt mit den Arbeit« beginnen zu können. Diese Fabrik bet welcher die neuesten Erfindung« und Verbesserung« benützt, so wie die gereift« Erfahrungen Sachverständiger zu Rache gezogen werden, verspricht nicht nur eine Mmge arbeitsamer Hände in Md um den Fabrikort zu beschäftigen, sondern «krauch zur Betreibung anderer Industriezweige anfmuntera und anspornen,-und in beiderlei Hinsicht flr da» Gewerbfleiß die nützlichsten Folgen Hab«. Gedruckt in der Kr. Humanu'scheu Buchdrucker«.