Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 32 (5.8.1836)
- Date
- 1836-08-05
- Page
- Spalte 249-250 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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?lro. 32. 1836. Gtn Leitblatt» zunächst für und über Israeliten. Bamberg, Freitag 5. August Gehest du durch Wasser — Ich bin mit dir; durch Ströme — fie schwemmen dich nicht hinweg. Jesaja«. Moses Errettung. (Siehe oben Nro. 22.) St brennt Ägypten'» Sonne mit sengend heißer Gluth, Nur selten weht ein Lüftchen erfrischung-reiche Kühle. D'rum suchet Alle- Labung in der beleoten Fluth, Und stärkt die müden Glieder im frohen Wellenspiele. Sich in dem Strom zu baden, nah't »in« Huldgestalt; Ein Jeder hemmt di« Schritte, um ihren Gang zu schauen; I« köstlichsten Gewände, vom Schleier reich umwallt, Ist e« de« König« Tochter inmitten ihrer Frauen. Die Frauen steh'n am Ufer, sie aber in den Fluß, Voll fröhlichen Behagen«, taucht ihre schönen Glieder, Di« Wellen kommen, freudig zu bringen ihren Kuß, Und rauschen um di« Fürstin wie frische Jubel-Lieder. Da -eht ihr klare« Auge, umstrahlt vom Abendschkin, Die klar« Binsenbark«. gewiegt von Wogenhändrn; Da« mag, denkt die Prinzessin, darin verborgen sein? Ich will doch meine Sklavin, e« mir zu bringen, senden. Die Sklavin holt da« Kästchen, und kommt damit zurück; Und eilig zu entdecken, wa« fie gefunden habe. Enthüllen e« di« Frauen. Doch ist der Fund «in Glück? E« liegt im kleinen Schreine rin wunderschöner Knabe. Die herrlich« Prinzessin hegt eine« Engel« Sinn, Doll Feuer für da« Gute und nach der Höh' gerichtet, veil au« de« Vater« Herzen Erbarmen mußte flieh'n. Hat in der Tochter Busen da« seine fich geflüchtet. Doch «esse« ist der Knabe, da« arme Opferlamm? Fragt fie mit feuchte« Auge und mit gerührter Stimm«. Ein Kind, hört fie all Antwort, au« der Hebräer Stamm. De« s» beklagentwrrthen < verfolgt vom König-grimme. D rauf zu dem Kleinen neiget fie gütig fich und mild; E« wird ihm ihre Gnade zum neuen Lebentmvrgen. — »Du Sottgeliebte« Wesen, beschützt durch Engel«-Schild, Mit Muttertreu« will ich fiir deine Zukunft sorgen.« Rach einer Amme schickt fie dann für da« Kind sogleich; Au« Juda « Müttern läßt fie die sanfteste erkiesen, Und diese fromme Seel« wird überschwenglich reich; Denn in dem Findling darf fie den eignen Sohn umschließen. Mose« — so nennt der Fürstin von Huld beseelter Mond Da« Kind, dafie zur Pflege legt in der Amme Hände, Weil fie et vor dem Tode bewahrt im Wellrngrund, In neue« Sein grwandelt da« ihm bestimmte Ende. Die Mutter trägt den Kleinen» so fühlbar lieb dem Herrn, Doll stiller Lust nach Haus«; hier fleht fie auf den Kniren: Der Du den Sohn erhalten, laß Deiner Gnade Stern Auch fernerhin ihm leuchten, und ihn für Dich erziehen. Ob ihr der Stern wohl keuchtet?—Sr wird ja selbst zum Stern, Der Heil und Klarheit blitzet durch dunkler Nächte Wolke. Der todbefreite Knabe, so sichtbar lieb dem Herrn, Wird Lehrer» Schutz und Leuchte einst seinem bangen Volke. Henriette Ottenheimer. Der Ruhetag. (Parabel von vr. Krummacher.) Wozu, sprach Samma, der Jüngling, zu seinem Lehrer, bedürfte der Ewige des Dienstes der Menschen? Wozu die Feier des Sabbathtages? Nor dem rohen Menschen ward sie zur Zucht geboten. Ist nicht der eine Tag dem andern gleich? Jeden erleuchtet da- Licht der Sonne.