Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 31 (29.7.1836)
- Date
- 1836-07-29
- Page
- Spalte 245-246 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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24S 245 Möglichkeit der Berufsersükung in weiterem Umfange; und so auch gewiß für die Gesammtheit Pflicht, wenn auf rechtlichem Wege die Aussicht geöffnet, sie auf rechtlichem Wege zu erstreben. — Ob aber wünschenswert!)? — Ich segne die Emancipation, — wenn ich sehe, wie das Übermaß des Druckes Israel aus dem Leben zurückgedrängt, Pflege seines Geistes ihm verkümmert, freie Entfaltung seineedlen Charakters beschränkt, und zur Selbsterhaltung manche seiner Individuen auf Wege hingejw ungen, die freilich vom Geiste deS Judenthums erfüllte Männer auch in solcher Noth nie betreten hätten,, und die ihren Beruf tief verletzen, an welcher hohen Prüfung aber ihre Schwäche gescheitert. — Ich segne die Emancipation, — wenn ich sehe, wie ihr heutigen Tages kein geististigeS Princip, wem auch nur ein wahngeborenes, entgegenstehet; sondern nur den Menschen erniedrigende Befitzsucht «nv selbstsüchtige Engherzigkeit; — und wie hier Achtung des Rechts, de- Menschenrechts: Mensch unter Menschen zu seyn, und die Ansicht, daß GotteS die Erde fty, und wer nur den Stempel als sein Kind trägt, freudig von Allen als Bruder geachtet werden soll, — wie dieses Recht und dyse Gesinnung ohne Gewalt, blos durch die Kraft ihrer inneren Wahrheit, das Opfer der niedrigen Selbst, und Besitzsucht fordert; — und begrüße freudig, wo dieses Opfer gebracht wird, als eine Morgenröthe wieder erwachenden Mrnschthums in der Menschheit, — eine Vorstufe zur Anerkennung Gottes als des alleinigen Herren und Vaters, aller Menschen als des Meinen Kinder und somit Brüder, und der'Erde als Allen gemeinsam von Gott verliehenen Bodens zur Verwaltung nach Gottes Willen. — Aber — für Israel — segne ich sie nur, wenn vor Allem in Israel gleichzeitig der wahre Geist erwacht ist, der, unabhängig U« Emancipation oder Nichtemancipation, auf Erreichung deS Jsraelberufes hinarbeitet, auf unsere Selbstveredlung, den Geist aus dem Judenthume in die Gemächer zu pflanzen, auf daß er ein Leben in solchem Geiste gebäre; — ich segne sie nur, wenn Israel die Emancipation nicht als Ende seines Berufs, sondern als eine neue Seite seiner Aufgabe, als eine neue Prüfung, und als eine viel schwerere, als die des Drucks, entgegenmmmt; — aber ich trauerte, — wem so wenig Israel sich selber begriffe, so wenig seinen Geist mehr hätte, daß es Emancipation als Ende seine- Goluß begrüßte, — als höchstes Ziel seines geschichtlichen Berufs; — als Lebensermächlichung und als Weg zu größerer Besitzesmd Genuffesfülle nur sie vergötternd zeigte, daß es den Geist seiner Thora nicht begriffen und aus dem Goluß nichts gelernt;-» aber ich trauerte wehmüthig, wmn Israel so weit sich verkennen sollte, — Emancipation, von ungerechtem Drucke befteieten Raum für Besitzes« und Genußstreben — nicht zu theuer erkauft zu haben glauben sollte durch willkührliches Beschneiden der Thora, durch willkührliches Aufgeben unserer LebenSseele. —. Juden müssen wir werden, im wahren Sinne Juden, von der Thora Geist durchdrungen, sie als Quelle des Lebens aufnehmen; — dann wird auch der Geist des Judenthums Emancipation freudig begrüßen als eine nun größere Bahn zur Erfüllung ihrer Anforderung, — zur Verwirklichung ihres Lebensbildes. — Literärische Miszellen. 1) Das erste hebräische Werk, welchegedruckt wurde, war der Raschi-Kommentar zum Pentateuch; es ward von R. Abraham ben Garton in Reggio in Kalabrien, im Jahre 523S, (d. i. 1475/6,) und zwar am lOten Adar vollendet herausgegeben. Am Ende des Werkes findet sich ein vom Herausgeber gefertigtes, am Ende jeder Strophe mit dem Namen Abraham sich endendes Gedicht. — 2) In allen Bibelausgaben finden sich in der Stelle Jesaia IS, 18 die Worte: Irdsker« (mit He), wie der Verfasser des Minchath Schai (R. Salomo Norzt) darthut, (nicht aber, wie der Vf. des Korem, Hr. Homberg meint, daß das Ktib bloß mit He, daS Kri aber mit Cheth sei). Da- Richtigste mag bei dieser sonderbarm Benennung wohl Folgendes seyn: Anfangs hießen wohl die Worte Ir Ha-