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Das Füllhorn · 1836-07-01 · 27 (1.7.1836) · p. Spalte 213-214

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
27 (1.7.1836)
Date
1836-07-01
Page
Spalte 213-214 (sequence 3)
Language
German
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213 Beleuchtung de- Antragder Rrligion-lehrer de- Rezatkreisrs, sie zur Abhaltung deutscher Vorträge an hohen Festtagen in den Filialr Synagogen aufzustellen. Bei der Kreisvcrsammlung in Ansbach im Mouat März d. I. ist Seitens der dabei anwesenden Lehrer der Antrag gestellt worden: Es wolle in die künftige Kirchenverfassung der Israeliten in Bayern die Bestimmung ausgenommen werden, daß die Religionslchrer an hohen Festtagen unter Aufsicht der zuständigen Rabbiner und nach derrn mitgetheilter Disposition in den Filial-Synagogen deutsche Vorträge zu halten haben. Anders muß dieser Antrag beurtheilt werden von dem Standpunkte eines Christen aus, anders von dem eines Israeliten.' Jener ist schon von Jugend auf daran gewöhnt, daß nur dem Geistlichen derlei Funktionen zustehen; denn jede Kirche hat in der Regel ihren Pfarrer. Ihm erscheint^dcmnach ein solcher Antrag als ein Heraustrete»- und Sicherhebenwollen auS seinem Stande auf Kosten des höher gestellten Standes; daher er denn auch von dieser Seite so wenig Anklang fand, daß bei der Debatte hierüber nur den Rabbinern eine Stimme zugestanden, dagegen aber den Lehrern nicht gestattet ward, mit der Wahrheit und Triftigkeit ihrer Gründe namentlich die weltlichen Abgeordneten *) eines Bessern zu belehren und dadurch der Abstimmung ein erwünschteres Resultat zuzuwcnden. Ganz anders aber muß dieser Antrag von einem mit dem Stande seines Kirchenwcscnö vertrauten Israeliten beurtheilt werden, wie wir in dem Folgenden zu zeigen gedenken. — Seit einem Dezennium und darüber ist bei den bayrischen Israeliten ein reger Sinn für deutsches Wort in Synagoge und Schule erwacht, und nicht mehr ist cs der Städter allein, der zur Anhörung einer Predigt in die Synagoge eilt, auch in ') Da« der Arettvrrsammlung vörangegangene Gerücht, daß hinfort die Lehrer, wie in Würtrmderg, Reden ,u halten haben, wurde vom . Volke nirgend« mißbilligend, dagegen aber an vielen Orten beifällig ausgenommen. — den Gemeinden deplatten Landelauscht man b«, gierig des deutschen WorteauS dem Munde de-, wenn auch nicht immer mit sonderlichen Rednertalenten begabten Rabbiners; und auch die Versuche einzelner Lehrer, bei besonder« Veranlassungen auf Kopf und Herz ihrer -Gemeinden zu wirken, ja sogar die üblichen deutschen Reden der Confirmanten werden häufig mit Beifall und tiefer Rührung vernommen. Und während der Städter die Predigt oft nur gleich der Deklamation eines Schauspielers anhört und beurtheilt, dringt bei dem schlichten Landmann das vernommene Wort ins Herz, er wird ergriffen, erwärmt, gerührt und oft zu edeln Entschlüssen angefeuert. (Sehr wahr!) (Fortsetzung folgt.) Zur Tagesgeschichte. (Marseille, 27. Mai.) In einer Korrespondenz des Eclareur wird versichert, daß ein gewisser Durand (derselbe, der früher als Konsul Ab-El-Kader's in Algier akkredirt, war) mit einem Schreiben des Emirs an den König Ludwig Philipp abgescndet worden, worin ersterer Frieden anbietet, unter der Bedingung, daß man ihm die Provinz Oran abtrete. Wir wissen nicht, wie viel Glauben diese Nachricht verdient, soviel scheint gewiß, daß der erwähnte Durand mit viel Verschlagenheit und Unternehmungsgeist, wie dieselben den Juden der Barbarei überhaupt eigen, die Kenntnisse eines Europäers verbindet. Er soll mehrere Hauptsprachen unseres Welttheils mit Geläufigkeit sprechen. _ (Aus dem Großherzogthum Hessen, 3. Jun.) Die Verhandlungen der würtembergischen Abgeordnetenkammer über die Emanzipation der Israeliten, die so regen Anklang fand im ganzm deutschen Daterlande, und jener Ständeversammlung zum wohlverdienten Ruhme gerechnet werden, hat in unserer zweiten Kammer eik trauriges Gegenstück gefunden, und so sehr der Menschenfreund sich an jeney Debatten labt, so unerquicklich scheinen diese. Es ist mir ein« uuan« >

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