Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 26 (17.6.1836)
- Date
- 1836-06-17
- Page
- Spalte 207-208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4889117-4929679-4929871--399-4889446- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
srntlichen Blättern solche Aufsätze liest, wie der oben erwähnte au- Aschaffenburg, so sollte man glauben, wir lebten noch im 14ten oder löten Jahrhunderte, statt i'm lOten; denn wenn damals ein Jsraelite einen Fehler beging, so mußte ihn auch die ganze Judenschaft begangen haben, und wurde deshalb^zur Verantwortung gezogen." ^Zur Tagesgefchichte. (Großherzogthum Hessen.) Das Frankfurter Journal Nr. 162 enthält unter seinen Bekanntmachungen folgendes Inserat: --In der am 30. Mai gehaltenen Sitzung der Großherzogl. Hess. Ständeversammlung wurde gräussert, die jüdische Religion lehre Haß. Ist diese Voraussetzung in jeder denkbaren Beziehung grundfalsch, wie der Unterzeichnete, als Israel. Religionslehrer, zu beweisen sich anheischig erklärt, so enthält sie eine durchbohrende Beleidigung, die sich mit der Liebe, welche die christliche Religion ausschließlich lehren soll, nicht verträgt, und die dann der Deputate, welcher jene Äusserung aussprach, in seinem Gewissen gegen sich selbst verantworten mag. Glaubt derselbe aber, seine Behauptung durch giltige Belege unterstützen, glaubt et, durch Thatsachcn darthun zu können, daß in unfern Schulen und auf unfern Kanzeln wirklich Haß gelehrt wird, so erheischt eS seine Pflicht und seine Ehre, daß er dieß thue, und dadurch die tiefe Verletzung rechtfertige, die er einer ohnedieß unglücklichen Dolköklasse zugefugt hat." M. Creizenach, vr. (Würtemberg.) Bei den Bcrathungen über das Kultministerium in den Sitzungen der zweiten Kammer am 25. und 26. Mai beschloß die Kammer, auf den Antrag des Abgeordneten Steinhardt, zu dem schon früher bewilligten Beittage zu den Kosten der israelitischen Oberkirchenbehörde noch eine weitere Zulage, nachdem der Grheimerath v. Schlayer bemerkt hatte, es haben die Israeliten im Lande — 10,000 — für Kirchen - und Schulzwecke auS eigenen Mitteln jährlich 40,000 fl. auszubringen. (Frankfurt a/M., 3. Juni.) Gestern sind die HH. Anselm und Karl v. Rothschild als Mitglieder des Kasino's eingeführt worden. (!!!) Dltses Ereigniß erregt hier einige- Aussehen, da die Statuten der Kasinogesellschast Israeliten ausschließen. — (Der Redakteur dieses Blattes erinnert sich, irgendwo gelesen zu haben, daß dem verstorbenen Mayer Rothschild, Vater der jetzt lebenden Familie v. Rothschild, einem Manne von ausgezeichneter Frömmigkeit und vorzüglicher Tugend, von der damaligen Regierung da- Frankfurter Stadtbürgerrecht für ihn und seine Familie angeboten worden sey; er aber geantwortet habe, er wolle nicht höher gestellt seyn, als seine Brüder, die andern Israeliten: so lange dieselben die Bürgerrechte nicht erhielten, so müsse auch er und seine Familie darauf verzichten. Wie edeN wie nachahmungswürdig!) (Warschau, 5. Juni.) Mit allerhöchster Genehmigung Sr. Maj. des Kaisers hat der Administrationsrath des Königreichs dem Hm. Alexander Wertheim, mosaischen Glaubens, das Recht ertheilt, Land- und Stadtgüter zu erwerben und zu besitzen. Anzeige. Für die durch Brand verunglückten Walldor. fer ging bei der Redaktion ferner rin 47 fl. 1L 1)2 kr., al» da» Ergebniß einer von dem würdigen Privatle-rer, Hrn. L. Traub, inAug»burg veranstalteten Sammlung, mit der Devise: »Wohlthun ist da» Sal» der Glücklgüter.- (Thalmud Kethuboth 66, 2.) Die edlen Geber find; Herr Amson Hey mann. S fl. 24 kr. Madame B. Wertheimrr. 2 - — , — F. Regen-burger. 2 - 42 - — Zda Obermayer...... 2 . 42 - Herr I Z-Obermayer.. s. 24 . — Isidor Obermayer 8 - 6 » — H. G. Ulmann. 4 - 48 - — 2- H- Ulmann. 2 - — » — R. Landauer.. 2 . — - — Süßk. Obermayer. 1 . 21 - — L. B. Lehmann. 1 . 21 . — Mar Seegmann. 1 . 21 . — D. Buttenwieser. — - 40 1)2 — 2- Farnbach.. 2 - 42 - 42 . — 2. Hellmann, jun. — - 42 - — 2»liu» Lippschütz....... 1 - 21 . — S. Scutsch:'. -- 36 . — Sertheimder au» Frankfurt a)M. 1 - 21 . Gumma 47 - 13 1)2 Di« verehelichen Leser de» Füllhorn» werde« ersucht» ihr«. Bestellungen für da» nächste Semester unaesäumt bei de n k. Postämtern machen zu wollen, damit die Versendungen kam« Unterbrechung erleiden Der Abonnement-frei» ist 1st. 2i kr. ' Red'igirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Gedruckt in der Fr. Human »'scheu Buchdruckern.