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Das Füllhorn · 1836-06-17 · 26 (17.6.1836) · p. Spalte 201-202

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
26 (17.6.1836)
Date
1836-06-17
Page
Spalte 201-202 (sequence 1)
Language
German
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Gin Leitvlatt» "zunächst für und über Israeliten. wro. 26. Bamberg, Freitag 24. Juni 1836. David. Die Lerche. Di« Lerche wirbelt hinauf »ur Höh', Mich kriselt unten ein tiefet Weh, Ich Hab' kein Lied mehr, wenn Sonne scheint, zch Hab« die Lieder all' autgewrint. Warum, o Lerche, so wohl, so frei« So lieberrich, so menschenscheu? — Verkehremit Lüsten süß und leicht. Der Mensch ach! niemal« die Höh' erreicht! Und wenn er flieget auch hinan, Der Mensch nicht ewig fliegen kann; Sr altert, und seine Schwinge sinkt, Dat Lied wird Unlust und verklingt. Und bin ich auch an Zähren nicht alt. So ist doch «rin« Seele kalt. Und nur in holder Erinnerung Träum' ich mein Leben wieder jung. Ach Vogel, da droben in deinem Reich, Die machst du da« Her,« mir voll und «eich! Ich sänge ja, wie du, so gern. Und doch ist mir dein Reich so fern! Ja lass mich «ieder mit dir peh'n. Am Morgen, wenn dir Welte» glüh«. Du sollst di« erste im Wirbel seyn, Zch flatt'r« und fliege hinterdrein. Und Hab' ich keinen fröhlichen Laut, So trag' «ich >» der Sonnenbraut, Hinaus ln höchste« -lüdende» Rau», W» «Dn di« -rd' «ehr stehet kan«. Und da will ich lernen an Sonnrnbrust Die süße längst vergeß'ae Lust, Und wenn ich der Leiden vergessen kann. Wird «ieder der Himmel mir ansgethan! — _ Z. Rosenseld. Die.dreierlei Stimmen. (Au« einer am L. Thamu« S5S6 in Bamberg gehaltenen Predigt.) Bei dem aufmerksamen Beobachten der menschlichen Handlungen werden wir wahrnehmen, daß die Menschen bei ihrem Handeln, bei ihrem Thun und ^afstn hauptsächlich»auf eine von drei Stimmen Horm, und sich von diese« bestimmen lassen. Manche Menschen habm sich theils au- Mißtraum gegen sich selbst, theils au- Gemächlichkeit, theils durch manches Ereigniß zurückgeschreckt oder verleitet, so daran gewöhnt, nur auf die Stimme Anderer zu hörm, und nach dieser Stimme all' ihr Thun einzurichteu, daß man sagen möchte, sie hätten ihren Verstand und ihr Herz anderen Menschen geliehen, die für sie denken und fühlen mögm, wofür sie ihnen willig Folge leisten. Solche Menschen träum sich nicht cher zu, eine Handlung auSjuführm,-.in einem Vorsitze zu verharren, als bidie Außenwelt auch ihr Jawort dazu gegeben und ihnen Beifall zugesichert hat. Diese befangenen Menschen gleichen jenen krankhaften Personen, die »an magnetisirt nmnt, die mit geschlossenen Augen und aller ihrer Sinne unmächtig, nur, wmn sie vom Arzte behandelt werdm, Spuren eines rege« Lebens zeige». Die Welt ist solcher Menschen Mzk.

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