Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 25 (17.6.1836)
- Date
- 1836-06-17
- Page
- Spalte 193-194 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Füllhorn. Gin Lettblatt» zunächst für und über Israeliten. IVro. 28. Bamberg, Freitag 17. Juni 1836. Selbsterkrnntniß bezeichnet des Alugen Wri«hrit. Salomo». ' Da- Unerforschliche. Weist du, »a< der erforschende Geist de« geschäftigen Menschen Nimmer erforschet? E« schweift «eit in der Ferne sein Blicks Hoch in den Himmel hinauf steigt er auf der Leiter der Forschung, Lernet den magischen Tanz kreisender Welten versteh n; Lief in da« Jnn're der Erde hinab taut kühn er stch Stufen, Holet cherauf an den Tag glänzende Kinder der Nacht, Wandelt auf Wogen de« Meer«, rückt näher zusammen dir Pol«; Doch nie lernt er da« ihm Nächste, sich selber, »rrsteh'n. _ G. Gteinhard. Unterredung eine- Weltweisen mit einem Rabbi. (Aut dem Thalmud; von M. Mendeltsoho.) Ein Weltweiser sprach zu einem Rabbi: Euer Gott nennet sich in seiner Schrift einen Eiferer,- der keinen andern Gott ntben sich dulden kann, und gibt bei allen Gelegenheiten seinen Abscheu wider den Götzendienst zu erkennen. Wie kommt es aber, daß er mehr die Anbeter der Götzen, als die Götzen selbst, zu Haffen scheint? — Ein gewisser Fürst, antwortete der Rabbi, soll einen ungehorsamen Sohn haben. Unter andern nichtswürdigen Streichen mancherlei Art, hat er die Niederträchtigkeit, seinen Hunden des Baker- Ramm und Titel zu geben. Soll der Fürst auf den Prinzen, oder soll er auf die Hunde zürnen? Wenn aber Gott die Götzen ausrottete , erwiederte jener , si> würde weniger Gelegenheit zur Verv sthrung seyn- — Ja, versetzte der Rabbi, wenn die Thorerr, bloss. Dings, anbeteten, au welche» weiter nichts gelegen wäre. Allein sie beten auch Dom», Mond, Gestirne, Flüsse, Feuer, Lust, ». d. gla». Soll der Schöpfer, um dieser Thoren willen, seine Welt zu Grunde richten? Wenn jemand Getvecke stiehlt und eS'einsaet; soll das Getreide nicht aufschie» ßen, weil es gestohlen ist? Soll eine sündliche Beb» Wohnung darum nicht fruchtbar seyn, weil sie stick» sich ist? O nein! der weift Schöpfer läßt der »Mt ihm selbst so wohl geordneten Natur ihren Lauf. -Litt Unvernünftige, der sie mißbraucht, wird schon Zur Rechenschaft gefordert werden. Paulus und die Emanzipation. Herr vr. Zoepfel, Privatdocent der Rechte und außerordentlicher Beisitzer des Spruchcollegiums z» Heidelberg, berührt in der ersten Lieferung seiner Zeit» schrift »Microcosmus» S. SS, seine, bei Winter ft« Heidelberg 1831, erschienene Schrift: »Ein Wort über die Emanzipation der Bekenner des mosaischen Glaubens in Baden,» und macht hiebei folgende Bemerkung: »Der Herr geheime Kirchenmth Paulus hat zwar von dieser kleinen Schrift Veranlassung genommen, in einer weitläufigen Broschüre gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden mit den Christen zu sprechen. Allein »xder seine Autorität, noch. seine Gründe haben mich bestimmen« können, von »einer bisherigen Ansicht abzugrhen. Herr Paulus glaubt die Sache recht gründlich erledigt zu haben, wenn er