Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 24 (10.6.1836)
- Date
- 1836-06-10
- Page
- Spalte 189-190 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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zigen Mann zu sättigen. Dazu finden sich die LamariSkenstauden nur an einigen Orten auf dem Wege, den wir kamen. _ Zur TageSgeschichte. (Pari-, 12. Mai.) In der Deputirtenkammer wurde gestern über eine Petition einiger Einwohner auS dem Departement deS OberrheinS berichtet, welche gegen die Behandlung reclamiren, den die französischen Bürger, die sich zum Judaismus bekennen, in gewissen Theilen der Schweiz auSgesetzt sind. Die Petition «urde an den Eonseilpräsidenteu verwiesen. * . * (AuS Slavonien, 20 Mai.) Ein schon längst gehegter Wunsch der israelitischen Bewohner deS Königreichs Slavonien ist unerwartet in Erfüllung gegangen. Seit dem Jahre 1788 wurde sowohl allen jüdischen, als resormirten und lutherischen Familien, welche sich in Slavonien ansiedeln wollten, der Aufenthalt entweder sehr erschwert, oder gar nicht ge« stattet. Dieser Gegenstand kam nun am 15. Mai im Beröczer Komitat bei der Generalkongregation, unter Vorsitz deS ersten Viergespanns v. Szalapek und deö zweiten Viergespanns Grafen Pejacsewich, zur Sprache. In einer inhaltschweren Rede unterstützte Hr. v. Szalapek die Motion eines Mitgliedes, die Beschränkung der Juden im Deröczer Komitat aufzuheben, mit so überwiegenden Gründen, daß die Motion einstim, mig angenommen wurde. Es steht zu hoffen, daß auch die übrigen Komitate^Slavoniens diesem rühmlichen Beispiele bald folgen werden. (A. Z.) * » * (Portugal.) Der jetzige Finanzminister, Campos, ein Jude, soll beabsichtigen, die unter dem Könige Johann lll. aus Portugal vertriebenen Juden, in Gibraltar, Marokko und andem Orten zurückzurufen, und ihnen die Erbauung von Synagogen^ und überhaupt die öffentliche Ausübung ihres Eultus zu gestatten. Durch diese Maßregel will er der Industrie aufu. dem Geldbedürfniße abhelfcn. (A. R. u. Kf.) Literatur. "Anton Theodor Hartm ann'S neueste Schrift tt." (Schlu».l In ältlichem Tone fährt H. vr. Salomon fort, den Albernheiten deS Hrn. Prof. Hartmann in den folgenden sieben Briefen zu begegne». Im nennten ». letzten Briefe stellt Hr. S. die wahren Grundsätze deS orthodoxen Juden thumS mit ihren Folgerungen anf, und sagt am Schluffe desselben: „Dies, Herr Professor! sind die Grundsätze deS orthodoxen Judenthums, sammt dm daraus fließenden, wie ich glaube, recht heilsamen Folgerungen. Ich denke, wir brauchen unS ihrer nicht zu schämen, und habm in ihnen die Elemente eines acht frommen und tugendhaften Lebens. Diesen Grundlehren verdanken wir es, daß wir, trotz aller Barbarei, die man sich gegen uns erlaubt hat und noch erlaubt, ein religiöses Leben bewahrt, wie es sich wenige Völker rühmen können; denn unsere Religion beschränkt sich nicht auf die Kirche und auf ein Paar Symbole und schöne Redensarten, sodern erfaßt das ganze Leben mit allen seinen Verhältnissen, und bringt in der Jugend, wie im Alter, das Ewige und Himmlische zum klaren Bewußtsein; diesen Grundlehren verdan-' ken wir es, daß Männer, wie Spinosa und Mendelssohn, und tausend andere biedere und brave Seelen bei Ihrem Glauben beharrten, und daß die trefflichsten Männer und Jünglinge lieber unbemerkt und in Dürftigkeit, als, den Glauben verlassend, Ehrenstellen bekleide» und in Überfluß leben woll- .. tm. Diesen Grundsätzen verdanken wir es, daß wir, trotz aller erduldeten Schmach, unsere innere Freiheit, so wie unsere Menschenwürde retteten und an der Menschheit nicht irre wurden, und die segnen und denen die helfende Hand reichen konnten, die uns fluchten und von sich stießen; diesen Grundsätzen verdanken wir es, daß wir de« Regenten und Obrigkei, ten Ehrfurcht und Liebe zollten, und i« ihren Personen die Stellvertreter der Gottheit sahen und schätzten. -Und so hegen wir denn das fiste Vertrauen, daß die Zeit nicht firn ist, wo die Tochter (das