Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 21 (13.5.1836)
- Date
- 1836-05-13
- Page
- Spalte 167-168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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167 Prinzip» ausgrgangeii: Rechte in demselben Grade, in welchem die Pflichten geübt werden, zu gewähren, daher habe der Entwurf auch die Verleihung aller politischen Rechte an die Juden vorgesehen gehabt, sei aber von der damaligen Kammer nicht mit demselben Geiste ausgenommen worden, der sich heute in ihr zeige. Nur dem Schacherhandel,* der an und für sich gemeinverderblich fei, habe der Entwurf steuern wollen, damit eben dteß einen* Übergang zu den Gewerben abgeben sollte. Allein die weitern Beschränkungen, welche das Gesetz enthalte, seien nur von der Kammer ausgegangen. Wennernoch heute nach allen seinen seitherigen Erfahrungen das Gesetz machen müßte, so würbe er auf Entfernung deS Schacherhandels beharren, indem die Zeit noch nicht gekommen sei, wo den Juden dieser freigegeben werden könnte. Nun modifizirt Schott seinm Antrag dahin, daß die Revision deS Gesetzezu einer vollständigeren Gewährung der bürgerlichen und politischen Rechte an die Juden vorgenommen werden möchte. Geheime Rach v. Schlayer: Da einer der vorgckommenen Anträge auf Verleihung aller staatsbürgerlichen Rechte an die Juden gerichtet sei, so müsse er bemerken, daß nach Z. 13S der Verfassungsurkunde scheinen könne, alob sie keine bürgerlichen Wahlrechte hätten; allein er habe die Überzeugung, daß das im Jahr 1828 verabschiedete Judengesctz im Art. 1. u. ff. den Judm die bürgerlichen Wahlrechte gewähre. Präl. v. Pahl vereinigt sich mit dem Schott'schen Anträge. Frhr. v. Hornstein: Da- Wort Fortschritt habe fast Jeder auf der Zunge, was aber Fortschritt sei, darüber sei man in Zweifel. Daß übrigens es ein Fortschritt sei, wenn nicht mehr nach der Religion gefragt werde, dagebe er gerne zu. Allein der Antrag Schott's sollte nicht so sehr beschränkt werden. Schott entgegnete, daß er eS nicht über sich gewinnen könnte, um einen vollständigeren Antrag zu machen, auf Abänderung der Verfassung anzutragen. Römer pflichtet theilweise Frhtn. v. Hornstein bet. ES sollte in der nächsten Sitzung die weitere Beratyung über die ANträge der Kommission Statt finden. Es wird sofort 1«8 dieser Antrag Römer'S mit 47 gegen 38 Stimmen vereint. Hierauf wurde der Antrag Schott's: »die Regierung zu bitten, eine Revision des Gesetzes von 1828 über die öffentlichen Verhältnisse der Israeliten im Sinn einer vollständigeren Gewährung der staatS- und gemeindebürgerlichen Rechte, soweit die Verfassung es zuläßt, eintreten zu lassen," mit'80 gegen 3 Stimmen gutgeheißen. Mit Nein stimmten Klett (weil die Beschränkung beigefugt sei: soweit die Derfaffung es zuläßt), Pr. v. Märklin und Raidt. Diele Abgeordnete bemerkten in ihrer Abstimmung: sie seien einer Verfassungsänderung, welche den Israeliten auch die landständischen Wahlrechte gestatten, ' durchaus nicht entgegen, und sie erwarteten im Allgemeinen die EmanzkpationSvorfchläge der Regierung.— Glückliches Land, dessen Vertreter so allgemein vom Gefühle des Rechtebeseelt sind und dasselbe auch auszusprechen und geltend zu machen den Much haben! Heil den Männern, die ihren heiligen Beruf, auch Schwachen, die schuldlos leiden. Hülfe zu verschaffen, so erkennen und so erfüllen! Dieser Akt der Gerechtigkeit, in dem die größten Geister einebiedern deutschen Volkes sich so herrlich einander begegneten, wird einen Glanzpunkt in der Geschichte unseres Jahr, Hunderts bilden. Man wird aus ihm die glücklichen Fortschritte der Zeit erkennen und die Männer glücklich preisen , die zuerst in so voller Übereinstimmung die Jrrthümer gehässiger, heilloser Marimen zu verdrängen sich bemühten. Schriften über Juden und Judenthum, welche zur Ostermesse 1836 erschienen sind. (Fortsetzung) Hartmann. ». T. Grundsätze de« orthodorck» Iudenthum«. 2te Lieferung. *) Mit «mem »»hange: 1) Wissenschaftlich« Aufklärung über den Thalmud, 2) Charakteristik Mendelssohn'». gr. 8. Rostock, Oberg, br. 1)2 Thlr. HeinemaKU, vr. 3., Sebete auf dem Friedhöfe an den Gräbern theuerer Verstorbenen. Hebräisch und deutsch. 8. , «erst», Bureau f. Lit. «. Sonst, gw. S)12 Thlr. ') Epr. Sal. 27 . 22. v. Red. - (Fortsetzung folgt.) Redigirt von Rabbiner S. W. Rose »selb. — Gedruckt in der Fr. Humann'schen Buchdruckerei.