Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 21 (13.5.1836)
- Date
- 1836-05-13
- Page
- Spalte 163-164 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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163 164 /' Mus, gleich dem Liehe, da» man schlachtet, E« gar verrollen seinen Leib; Ein Zeichen seiner Sklaverei Muß auf der Brust et tragen frei — Go »iehet sich, »in rother Faden, Durch manch' Jahrhundert seine Schmach. Doch Hoffnung stärkt «»! — schmachbeladen. Harrt e» auf den Erlösung»»«-; Und steigt Geschlecht auch um Geschlecht Al« Knecht in « Grab, — e« hofft der Knecht. Du starker Stab de« Lebentmatten, Oase in der Düste Sand, / Lustquell de« Durstgequälten, Schatten Im gluthensprüh'nden Sonnenbrand, O Hoffnung! mild erhellt dein Licht De« Dulder« Nacht — und täuschl ihn nicht. Ein Geist, der ew'g« Geist de« Guten, Der ob den Wassern webt der Zeit, Beschwichtigt die rhaot'schen Fluthen, Und Sturm und Wolken sind zerstreut. Die Sonne geht am Himmel auf. Und nicht« hemmt ihren Siegr«lauf. — So schauet, wenn die Saat der Thränen Zur Areudenrrndte einst gereift. Wenn schweigt da« bange, lange Sehnen, Die alte Kett' ist abgestrrift, Und Israel ist, wie erwacht Dom bösen Traum der taugen Nacht—: So schaut e« dann, da« traumerwachte. Noch einmal auf den Traum zurück, > Und läßt dir Bilder, di« er brachte, Dorüberzith'n vor seinem Blick: Und jubelnd steigt rin Psalm mit Macht Empor zum Hüter in der Nacht. — _- G. Steinhard. Würfembstg. (Schluß.) " - Menzel fahrt fort: Die Ursache des Übels ist finstere Intoleranz, unwürdig unseres Jahrhunderts. Es ist^elt, daß die Toleranz eine Wahrheit werde, und ein erfreuliches Zeichen ist es mir, daß der Bericht der Petitionskommission, in so edlem Geiste ab, gefaßt, von einem verehrt«, Mitglied« auf der Prälatenbank ausgeht." Prälat v. Pahl: "Berufen, dir Religion der Liebe zu predigen, mußte ich bekämpfen, waS hervorging aus Haß." Pflanz: "In diesem Saale wird es keiner großen Beredsamkeit bedürfen, um eine gute Sache zu vertheidigen, sonst stände ich zurück und überließe es Andern. Aber auch das Volk muß wissen, aus welchen Gründen wir hier stimmen, und in sofern glaube ich meine Motive entwickeln zu müssen. Ich weiß voraus, daß ich mich großem Tadel von Seiten einer gewissen Partei aussetze, aber ich strebe nicht nach falscher Popularität. Der wahr, Haft liberale Abgeordnete muß sich eben so wenig abhängig gegen falsche Ansichten und Vorurtheile des Volkes aussprcchen, als gegen die Regierung, wenn er deren Maßregeln nicht billigt. Man sagt, die Judenemanzipation sei ein unabwendbares Erforderniß des Zeitgeistes. Ist es wahr, was Göthe sagt: »Wa« Ihr den Geist der Zeiten heißt. Da« ist im Grund der Herren eig'nrr Geist, In dem die Zeiten sich bespiegeln;« so fordert nicht eben gerade der Zeitgeist diese Emanzipation, aber sic ist eine dringende Forderung der Hu, manität an diejenigen, welche den Zeitgeist leiten. Es ist bedauerlich, daß Männer, die zu den erleuch, tctsten und volkstümlichsten Deutschlands gehören, gegen die Emanzipation der Israeliten gesprochen haben. Ich ehre jede Überzeugung, aber der Haß und die Geringschätzung des Volkes gegen die Juden ver, erbt sich noch heute von Vater auf Sohn durch harte Witze und empörenden Hohn, ja Mancher, der der Emanzipation seine Zustimmung gibt, trägt im Herzen noch Überreste jener verderblichen Stoffe." — Der gelehrte Redner weist hier historisch, in kräftigen Zügen und mit tief ergreifender Wahrheit, die Entstehung nnd die Ungerechtigkeit des Vorurtheils gegen Juden nach. »Dürfen wir uns wundern, ruft er aus, wenn die so chskt Gedrückten sich durch List, Tücke und Bettug zu rächen suchten, da sie nicht mit Gewalt widerstehen konnten? Krümmt-sich der Wurm unter dem Fuße, wie muß sich also da- Herz