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Das Füllhorn · 1836-04-22 · 17 (22.4.1836) · p. Spalte 135-136

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
17 (22.4.1836)
Date
1836-04-22
Page
Spalte 135-136 (sequence 4)
Language
German
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I36 wir die feste Ueberzeugung hegen, daß bei einer Gene, ral-Synode die Differenjen in den Ansichten und Anordnungen sich auSgleichm werden, und daß sodann auch die eben so weise als gerechte bayerische Staats« regierung ihre gegebenm Verheißungen lösen, und die Schmach der veralterten Druckgesetze von ihren treuen israelitischen Unterthanen abwälzen wird. — Hoch lebe König Ludwig, der Weise und Gerechte! Hoch lebe der Beförderer des Heiles seines Volkes! Hoch lebe der Freund und Beschützer alles Edlen und Guten! - R—d. Rheinbayern. (Schluß.) »Dem dritten Ausschuss« lag es ob, die znr Zeit in Ausübung begriffenen CultuS-Uebungen anzugeben und eine Synagogen-Ordnung für den Kreis zu entwerfen,— die bis zur Einführung einer allgemeinen, für das ganze Königreich gültigen Ordnung rn Kraft treten solle. Einer kräftigen, wahren Schilderung der bestehenden, auch aus das eigentliche Gebet sich erstreckenden Unordnungen und Mängel folgt in 52 §§. eine ziemlich umfassende, der Zeit angemessene Verfassung der Synagoge, die, wenn sie gleich noch Vieles zu wünschen übrig läßt, doch Alles leistet, waS nach den gegebenen Elementen zu gewarten stand. — Sie ordnet für die Sabbathe und Feiertage religiös-moralische Predigten der Rabbiner — oder, wo kein solcher sich befindet, auf den zu lesenden Abschnitt des Pentateuchs gegründete Vorträge der Religionslehrer an; führt-dm Ehoralgesang mit Zugrundlegung des Johlson'schen Gesangbuchs in die Synagoge ein z ordnet feierliche Confirmationrn für die Kinder beiderlei Geschlechts an; macht auch den unverheiratheten Frauenzimmern dm Befuch des Gottesdienstes zur Pflicht; stellt schöne, Ordnung und Würde bezweckende Regeln hinsichtlich der Trauungen und Leichenbegängnisse auf rc. Nur was die dermalen bestehenden Gebete-betrifft, so stellten sich dem Comite dieselben Schwierigkeiten, wie dem zweiten, in dm Weg und die (drei) freisinnigen Glieder des Ausschusses mußten sich damit begnügen, im §. 52. zu erklären: »Obgleich hinsichtlich des Gebets ebenfalls Manches zu verbessern wäre, so will der Ausschuß diesen Gegenstand vor der Hand unberührt lassen, ha er dm Geist der gegenwärtigen Der, sammlung in dieser Beziehung für nicht geeignet hält." Nach einer lebhaften Debatte, an welcher selbst Glieder des Ausschusses wieder Lheil nähmen und durch welche man Abschaffung der großen Unzahl veralteter und unpassender sogenannter Gebete bezwecken wollte, entschied sich die Versammlung mit großer Stimmen- Redigirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Mehrheit—ungeachtet die Heftigste« der beiden Parteien dagegen stimmten — für den Antrag des Ausschusses. Der vierte Ausschuß hatte sich über die künftige Gestaltung des israelitischen Kirchenwesens, namentlich über die Aufstellung einer kirchlichen Oberbehörde für die Jsraelitm, auszusprechen. Er entschied verneinend in Bezug auf letztere und ordnete dagegen Jährliche Bezirks-Synoden am Sitze des Bezirks-Rabbiners und unter dessen Leitung» aus je 6 Personen bestehend, an. Sie haben die Vollziehung der Kreis-Synodal-Beschlüsse zu überwachen, fuhrm die kirchliche Aufsicht und bereiten vor zu einer Kreis-Synode, die sich alle vier Jahre in einem von königl. Regierung zu bestimmenden Orte, unter Leitung eines königl. Commiffärs, versammelt, aus den 4 Rabbiner» und 24 Notabeln besteht, und die nöthig erach, teten Anordnungen und Verbesserungen des rsraelitischm Eultus zu treffen hat. Somit hat dieser Ausschuß — dessen Antrag ebenfalls amehmigt wurde, — unsere Zukunft gerettet, uiid was bei dieser ersten Synode zu erzielen unmöglich war, das wird uns — ich bin dessen fest überzeugt, — die nächste liefern. Für dm Anfang ist nach unserem Dafürhalten und gewiß auch nach dem eines jeden nicht eraltirten Kopfes genug geschehen. Der Herr Regierungsrach und Eommiflär der Versammlung hielt eine Schlußrede, worin er den Geist der Versammlung schilderte und sich mit dem Erfolge zufrieden erklärte. Herr Rabbiner Cohm mtgegnete ihm rn einer sehr schönen Rede, die aus dem Herzen kam und zu den Herzen drang. Mehr als Ein Auge in der Versammlung wurde naß, und als sich der Redner am Schlüsse an dm Herrn Commiffär selbst wandte und ihm, der wirklich mit hingebender Geduld, Sanstmuth und Unpartheilichkeit die Verhandlungen geleitet hatte, — in schönen Worten den Dank und die Verehrung der Versammlung darbrachte, — da wurde die Rührung allgemein undder verehrte Mann selbst konnte vor übergroßer Rührung nur wenige Worte des Dankes für die ihm gewordene Anerkennung Hervorbringen. Mit einem n^eclii ^äonenu hsmelecü" schloß dann der Redner, Herr Cohm, und unter dem Rufe: »ES lebe der König!" — ging die Versammlung auseinander. — Die vier Cornite's Unterzeichneten desselben Tags noch i« Namm der Versammlung eine Dank-Adresse an Seine Majestät. Die Sitzungen hatten in dem schönen Lyceums- Saale stattgesunden; der den Ständekammern »achgr» bildete Gang der Verhandlungen war ein bemerkmswerther und der vom Anfang bis zum Ende herrschende Geist de- Anstandes und der Würde — ehrt die Versammlung eben so sehr als den sie leitendenk. Eommiffär. M . . . . ch. L . » . . nn." Gedruckt in der Fr. Humann'schen Buchdruckern.

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