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Das Füllhorn · 1836-04-22 · 17 (22.4.1836) · p. Spalte 131-132

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
17 (22.4.1836)
Date
1836-04-22
Page
Spalte 131-132 (sequence 2)
Language
German
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131 aufll. Könige 3, IS), Weisheit die Ethik, Kenntniß die Fysik, Gottesfurcht die Theologie." Obgleich nun der Thalmud diesen VerS (ihn in 6 Ab, schnitte zerlegend) auf die 6 Ordnungen der Misch nab, und der Sohar (Par. Pekuda) ihn auf die Bestimmung der Zeit zum Gesetzesstudchm hindeutet, so wagt dennoch der Rabbi, ein strenger-Kabbalist, ihn nicht bloß anders, sondern sogar auf die weltlichen Wissenschaften auSzulegen; ein Beweis mehr, daß diese den verständigen Rabbinen keineswegs so verhaßt oder gar so verpönt waren, als man hin und wieder geglaubt hat oder noch glaubt. — In den Rechtsgutachten des eben so gelehrten, als wahrhaft frommen und höchst ehrwürdigen R. Mose JsserleS (zwischen 1540—1S70 christl.Zeitrechnung), bekannt unter der Abbreviatur Rem ah, findet sich unter Rro. 7. eine Antwort an den nicht minder berühmten, als Kabbalisten ausgezeichneten R. Salomo Loria, welcher ihn darüber zur Rede gestellt, weil er einen weisen Ausspruch im Namen der Filosofen angeführt habe, und ihm dm Rath ertheilte, der Filosofie zu entfliehen (als vom schädlichen Einflüsse aus den Glauben), worin sich R. Mose Jsser- ^ein unter Andern» also ausspricht: »Wohl habe der ''berühmte R. Salomo ben Adereth (Raschbah, Rechtsgutachten Nro. 414.) sich gegm das Studium der Filosofie ausgesprochen; ihn hätten aber die Rabbinen der Provence zur Genüge widerlegt; zudem verstehe es R. S. b. Adereth auch nur von Solchen, die zu frühe und vor dem Studium des Thalmuds dazu schritten. Wer aber stehe größer da, als R. Mose ben Majemon, der sein Werk: Moreh verfaßte, daS nur rein diesen Gegenstand (Filosofie) behandle? und habe auch er Gegner gehabt, die sogar seine Werke verbrannten, so sei er dennoch so siegreich auS diesem Kampfe für alle Zeiten hervorgegangen, daß man seine Aussprüche als unbedingt giltig annehme; daß ihm aber R. S. Loria abrache und ihn mahne, solchem Studium zu entfliehen, darauf erwiedere er: »Wenn ich denn entfliehe« soll, so will ich lieber dem Studium der Kabbala entfliehe», als dem 132 ^trFil^afle, weil §ch bek letztet-em''weniger Gefahr laufe, in Jrrtbümer zu verfallen. Daß ihm R. S. Loria das Gutachten des Bar Scheschach entgegensetze, der sich gegm die Filosofie aüSspreche, wundere ihn, da gerade Bar Scheschath die Ksibbalperstehe. Schoch (schließt er,) behaupte ich von beiden, sie seien beide gut; »die Frommm wandeln dann, die Frevler straucheln daran«« - * Bemerkenswertbleibt noch im Verlauf« diese« Schreiben« die Entschuldigung de« Bf «, gegen R. S. Loria, welcher letzter« an ihm au« einem früheren Schreiten Inkorrektheit der Sprache tadelt; und obgleich der Vf. sich mit seiner Eile entschuldigt, die ihn diese Fehler habe einschleicherl laßen, so gesteht er denuoch sreimüthig ein, obwohl er selbst nie Grammatik studirt habe, daß er diese« Der. dienst an R. E. Loria mtt Ehre anerkenn«. Wenn nun schon letzterer bekanntlich strenger Kabbalist war und dies« Leute im Rufe standen, alle« Studium, da« nicht reinen Bezug auf ihr Fach hatte, zu vernachlässigen, so war er , doch keinr«we-« der Meinung einiger Späterer, di« so beschränkt waren, da« hebräisch« Sprachstudium al« unnöthig oder gar unnütz zu. verwerfen, und sich bloß mit dem Praktischen zu begnügen. Dies letztere war mitunter ein starker Grund «lehr, warum bi« aus Mrndeltsohn'« Zeit und auch noch später da« hebrälschr Sprachstudium bei den Israeliten so sehr in Verfall gerathen war, bi« e« der Mendel«sohn'schen Schul» «nd Spätem gelang, e« «jeder zu seiner gebührenden Ehr« r» bringen. (Schluß folgt) Bayern.. öffentliche Blätter enthalten einen Bericht auS München vom 1. April, welcher lautet: »Die von der Regierung durch Zusammmberufung der Rabbiner rc. veranlaßtm Versuch« zu Reformen in dm kirchlichen Verhältnissen der Israeliten scheinen an dem Eigensinn vieler Habbiner zu scheitern. Wie iS heißt, so sollen die Berichte der Kreisregierungm an daS Ministerium über jene Versammlungen der wohlwollenden Absicht der Regierung keinen so günstig« Erfolg versprechen, als man erwartet hatte. Demnach heißt es, sei an eine Ausgleichung de» alt» W,d der zeitgemäß» Interessen für jetzt nicht zu denken." -<

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