Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 16 (15.4.1836)
- Date
- 1836-04-15
- Page
- Spalte 121-122 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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D as Kü l l Horn. Gin Leitblatt» zunächst für und über Israeliten. ^i». 16» « Bamberg, Freitag 15. April 1836. Rühm» »ich nicht de« morgenden Taget; Denn du weißt nicht, wat der heutig« gebährrt. Salomo». , , Die Freundschaft der Zeit. (Nach Bechmotp olam, Ende de» 4. Abschn.) Wähl« di« Zeit dir nicht M beständigen Freundin! Sie kennet Nicht die Beständigkeit, liebt launigen Wechsel allein. Täuschend , mit lächelndem Blick, naht sie dir mit Gaben der Freundschaft — Hüte dich, ihr »u vertrau'«! Wat -« dir beut, ist nur Schein. Wer jhf virtraut und ihren Geschenken, er gleichet dem Knaben, Der, unerfahrenen Sinn«, hascht mit der kindischen Hand Nach den vergoldeten Strahlen de« Licht«. Doll wähnt er die . ' Hand jetzt, " O-net fle freudig, und ach! findet erschrocken Ae leer. _ S. Steinhard. David'- Harfe. (Parabel von vr>. Arummacher.) Eitles Tages'saß David, der König von Israel, auf der Höhe von Sion; seine Harfe rührte vor ihm und er lehnte sein Haupt auf die Harfe. Da trat der Prophet Gad zu chm und sprach: Wem sinnest dir nach, mein König? David antwortete und sprach: Meinem ewig wech« stlnüen Schicksal. - Wir viele Dallk- und Freudengestütze, aber auch wie viele Trauer- und Klage-Lieder habe ich dieser Harfe gefangen! . . . Sey du gleich der Harfe! sagte der Prophet. «die deine Freude eNtldckte Ver Harfe himmlische Töne und beseelte die Saiten. So bilde Leid und Freude dein Herz und Leben zur himmlischen Harfe. '' Dü erhob sich David uud griff in die Saiten. Juden und jüdischer Geist. (Berlin, 1. Febr.) Es haben sich von Stimmführern entgegengesetzter Parteien her gewichtige Urtheite darüber hören lassen, daß von den Juden und dem jüdischen Geiste eine bekannte Richtung des Verderbens und der sittlichen FLulniß ausgehe. Bei einem so inhaltsschweren Worte scheint eS nochwendig, die vieldeutigen Ausdrücke „Juden" und „jüdischer Geist" in ihren besonder« Richtungen anzudeute«. Man muß drei Ausdrücke des jüdischen Geiste- und drei Erscheinungen unter den Juden streng von eiuan, der halten. Wenige sind aus innerem Herzensdrang zum Ehristenchume übergetreten. Diese wenige sind aber (wie Neander) Säulen und Zierden der christlichen Welt geworden und sie verkünden in ihrer Seele den empfänglichen Geistesreichchum, den grübelnden Tiefsinn und die schöpferische Entschiedenheit ihres Volkes mit dem Ernste und der aufopfernden Weichheit der christlichen Anschauung. Diese Männer haben sich nie auf den > Markt des Tages gedrängt, sie wirkten daS Große und Vorbauende in der Stille, und eine Neigung für Znrückgezogenheit bezeichnet diese gewaltigen Menschen, welche der Hast und überreizten Kränklichkeit <tztr> neuern Zeit entschieden «ntgegeutraten. Wie meinest du? -fügte der König. Siehe, antwortrteder Mann Gottes, dein Schmerz >LH««r kann auch für die leiseste Beziehung jener Vorwurf nicht gemacht werden. Die meisten Juden bekennen sich, mit aller Energie mW. allem Ernste ihres Charakters, zu den strengen Lehren ihres Glaubens, dessen tiefsinniger Inhalt wahrlich nicht geeignet