Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 15 (8.4.1836)
- Date
- 1836-04-08
- Page
- Spalte 113-114 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gin Leitvlatt; zunächst für und über Israeliten. IVro. 13. Bamberg, Freitag 8. April 1836. Rechtthun -«währt dem Gerechten Freude; De« ÜbrlthSter — Angst. Salomon. Die Gewohnheit. -wei Ertremr rr-eu-t di« Gewohnheit: Laster und Tugend: Tugend wird st«, führt fl« dich auf rechtlichen Pfad; »her «ehe dir, Freund! führt fle dick die Wege de« Laster-: Sie wird Leidenschaft, welche dich tyrannisirt. — r. Predigt am Vorsabbathe des Paffahfestes. (Schlu».) Zu welchen Pflichten und Tugenden soll uns aber die Feier deS Paffahfestes vorzüglich anlei« trn? Diese Frage haben wir nun noch im H. T h e i le unsere- Vortrages zu erörtern. Wenn wir von dm Pflichten sprechen, wozu uns da- Passahfest ermuntern soll, so wollen wir hier nicht jme Gesetze und Vorschriften aufzählen, die wir an diesem Feste, vermöge des göttlichen Gebotes, zu beobachten haben; denn diese sind ja Jedermaon bekannt; «ohl aber wollen wir sprechen von einigen andern Pflichten und Tugenden, deren Verwandtschaft mit de» Feste nicht so bekannt ist, ungeachtet sie in dem zöttlichen Gesetze ausdrücklich mit demselben in Ver« diudung gesetzt werde». Dahin gehört nun zunächst die ikgative Pflicht oder die Warnung, daß wir Gott nie »rrgesseu sollen. »Hüte dich, daß du den Ewigen >icht vergessest, der dich herausgeführt hat »ns dem Lande Egypten, audem Hause der Knechtschaft,« (5.B.M.6,12.) sprach Moses zu den Israeliten in dem 40ten Jahre ihrer Wanderschaft in der Wüste; eine große, theuere, wichtige Pflicht, von deren Befolgung unsere ganze Glückseligkeit abhängt. Gott vergessen! O armer Sterblicher, du willst deinen Gott vergessen, der Deiner nie vergiffet! Du willst Gott vergessen, dessen Odem dein Leben ist! Du willst Gott vergessen, der um und um dich umgibt, von dessen Wohlthaten du lebst, von dessen Brod du issest von dessn» Wasser du trinkest, von dessen Lust du einathmest, dessen herrliche Schöpfungen dich erfreuen! Du willst Gott vergessen, der, wenn er dich, ja wenn er die Welt auch nur einen Augenblick vergäße, du und die Welt in ein ewiges Nichts zurücksinken würden! — Und duJsraelite willst deinen Gott vergessen, der zu deiner Beglückung und Beseligung so große, erstaunenswürdige Thaten ausgeführt; Gott, der deine Eltern liebte, der dich liebt, der dich zum Verkünder seines Preises, zum Verbreiter seiner Ehre auserkoren! — Nein, du vergissest Gott nicht, leichtsinniger, thörichter Erdenwaller! Du vergissest dich selbst, während du Gott vergissest. Gott bedarf deines Andenkens nicht, du aber bedarfst des Seinen; — du bedarfst des Andenkenan Ihn, wenn du nicht ein Thier, wenn dunicht ein Unwesen, ein Ungethüm ftyn willst. Nebst dieser Pflicht der Nichtvergessung Gottes, soll uns das Andenken au jene Geschichte der Befreiung Muth und Vertrauen auf Gott einflößen, daß wir in schwierigen Lagen und traurigen Verhältnissen nicht verzagen, nicht in Verzweiflung untergehen. Der