Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 14 (1.4.1836)
- Date
- 1836-04-01
- Page
- Spalte 105-106 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Das K-lltzor«. Gin Leitblatt» zunächst für und über Israeliten. Xro. 1^. Bamberg, Freitag 1. April 1836. Mein Sieg, mein Lobgrsang ist Sott, Er ward;ur Hülfe mir. Mose«. Am Passahfest. Si« ist verstummt, der Knechtschaft bitt're Klage, Verhallt durch Gotte« allmachttvollen Wink; Er selber hat gekürjt die Prüfung-tage, . Der sie einst über Israel verhing. Wa« sind, o Gott, der Erde größte Güter, Wenn Freiheit nicht Genuß in « Leben streut? Die Ttlavenkette düftert die Gemüther, Doch Freiheit stimmt zur höchsten Heiterkeir. O Dank sei dem, der durch sein mächtig Lenken Di» Väter rettet« au« jener Noth! Genieße, Israel, «um Angedenken Auch heute dankbar jene« Sklavenbrvt. Erinn'r« dich an jene trüben Zeiten, . Die in Aegypten Gotte« Volk vollbracht. Und denk' bei jenen Weltbrgebenheiten: E« ist ein Gott, der über Alle wacht! Der Blitze )ähmt, beruhigt wilde Wetter, Dem nur vertrau', wenn dich da« Schicksal drückt; Doch sei dem Unterdrückten auch Erretter, List du von Gott mit Kraft dazu beglückt. Predigt am Vorsabbathe des PaffahfesteS. (Gehalten vom Her.,u«geb»r diese« Blatte« ) Gebet. Zu Dir, allgütiger Herr und Vater, hebe ich «eine Augen empor, und danke Dir für den mächtigen Schutz, den Du dieser — in Deinem Namen hier versammelten, meinem Herzen theueren Gemeinde, im Laufe der nun venvichenen winterlichen Jahreszeit angedeihen ließest. Deine Gnade ist es, Gott, der wir unsere Jahre, Tage und Stunden zu verdanken haben. Selbst die Schläge und Wunden, die unsere Herzen im LauH der Zeiten treffen, sind Ausflüsse Deiner Güte und Liebe, sind Schläge eines guten Vaters, sind Zeichen Deiner verhüllten Gnade. Deine Gnade ist es auch, die uns die Wiederkehr der holden Zeit des Frühlings, und mit ihr die Wiederkehr der Zeit erleben ließ, die unö so große Erinnerungen der wundervollen Thatcn, die Du zur Befreiung unserer Eltern von dem schweren Joche ihrer Unterdrücker ver, anstaltet hattest, vor Augen führt. O, daß wir würdig seien, Abkömmlinge eines Volkes zu sein, um desi senwillen Du so Großes gcthan! — Doch, scy es, daß wir Deine Liebe vergessen konnten. Deine Liebe vergaß unö nie. Die Stärke ihres Lichtes durchdringt die düstere Nacht unseres Unglückes, und beleuchtet mit einer wohlthätigcn Helle den dunkeln Pfad Unseres Lebens. — Ja, sie wird einst hervorbrechcn, diese Deine verborgene Liebe, in ihrem lichten Glanze, und die Nacht unseres Schicksals wird sich auflösen in dem schönsten, heitersten Glückstagc. Und Deine Wuuderthaten werden abermals hervortretcn und zeigen, daß- Du noch bist der Allmächtige, wie in der Vorzeit; und zeigen, daß Du noch bist ein Gott der Treue, der eingedenk ist des Bundes mit den Vätern, der er- M, was er verheißen; und zeigen, daß Du noch bist