Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 12 (18.3.1836)
- Date
- 1836-03-18
- Page
- Spalte 91-92 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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V1 S2 Im Namen Seiner Majestät de- Königs. In Gemäßheit des K. Ministerial-Rescriptvom 28. Januar 1828 ist bereits rmter dem 6. Februar desselben Jahres bestimmt worden, daß die Rabbinen fortwährende Aussicht üher den Unterricht in der israelitischen Religion zu führen, wahrgenommenen Mängeln abzuhelsen, oder solche anzuzeigen, endlich den jährlichen Prüfungen in der israelitischen Religion, zu welchen auch die durch Hauslehrer Unterrichteten zu ziehen sind, beizuwohnen haben. Sämmtliche Distrikts-, Polizei- und Schulbehörde«/ in deren Bezirken sich israelitische Religions- Schule« befinden, werden hiemit angewiesen, genau zn wachen, daß diese Bestimmungen vollzogen werden. Bayreuth, 6. März 1836. Königliche Regierung des Obermainkreises, Kammer des Innern. Freiherr von Andrian. V_ Maltz. Würtemberg. In der Hallberger'schon Derlagshandlung in Stuttgart erschien so eben, auf Veranstaltung der König!. Würtemb. israelitischen Oberkirchenbehörde: ,^exder Semirotl» lsrsöi, Gesangbuch, zum Gebrauch bei dem Unterrichte in der mosaischen Religion und zur öffentlichen und häuslichen Gottesverehrung der Israeliten." (Mit bcigedruckten Noten, Preis 1 fl. 30 kr.) In dem Vorberichte heißt es unter Anderm: „Eine Sammlung religiöser Lieder, wie die vorliegende, zum Gebrauche bei dem Religionsunterrichte und der Erbauung überhaupt, scheint sowohl der israelitischen Schule als der Synagoge neu und fremd zu seyn, und bedarf daher, wie jedes Neue und Fremde, der Rechtfertigung zu seiner Einführung und Aufnahme. Sie findet ihre Rechtfertigung darin, daß sie nur der Form nach uek, ihrem Wesen uud Inhalte nach aber uralt ist, die Form hingegen, wie in jedem Anderen, so auch in Sache der Religion der Zeit und ihren Veränderungen unterliegt. Der relkgiöse Gesang an und für sich, d. h. die Aeußerung des religiösen Gefühls durch Wort und Don, ist in Israel so alt, wie die Verehrung eineeinzigen Gottes. Mose, unser größter Lehrer, der zuerst Israel einen einzigen Gott erkennen und verehren lehrte, war auch zugleich der Erste, welcher heilige Lieder dichtete. Nach dem wunderbaren Durchgänge Israel'- durch die Binsensee sang er und Israel Gott zu Ehren ein heiliges Lied, in das sogar die Frauen einstimmten (2 Mos. 15, 1.20. 21). Ausser diesem Liede, besitzen wir von demselben noch ein anderes, das in erhabenen Ausdrücken die Ewigkeit Gottes, die Kürze und Flüchtigkeit des menschlichen Lebens besingt, und in rührenden Tönen um die Gnade Gottes fleht (Ps. SO). Was dieser größte Lehrer begonnen, das wurde von andern heiligen und frommen Männern fortgesetzt und zu einem hohen Grade der Vollendung gebracht. Sobald die unruhigen Zeiten, die nach Moses eintraten, aufgehört hatten, und Israel sich der Ruhe von Innen und des Friedenvon Außen erfreute, da erwachte die heilige Begeisterung,es erklangen neue Lieder, Gott zu Ehren, und sein Lob ertönte in der Gemeinde der Frommen (Ps. 149, 1). David, den Gotte- Gnade von der Heerde hinwegnahm , und auf den Thron erhob, und der aus eigener Erfahrung wußte, welche Gewalt Gesang und Saitenspiel über da- Mcnschenherz auszuüben vermag, wie sie den bösen Geist zu besänftigen und zu verscheuchen und den guten Geist zu erwecken vermögen, (1. Sam. 16, 14—23.) weihte seine Muße und seine Harfe dem Gotte Israels, und von ihm besitzen wir noch eine große Anzahl unschätzbarer religiöser Gesänge. Diesem großen Könige folgten andere weise und fromme Israeliten, die gleich David, heilige Lieder zu Ehren der Gottheit und zum Nutzen und Frommen , Israels fertigten. Eine große Anzahl dieser heiligen s Gesänge besitze» wir noch in unserem Psalmbuche, und die meisten derselben sind ursprünglich kn dem Tempel zu Jerusalem, und nach der Zerstörung de--