Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 9 (26.2.1836)
- Date
- 1836-02-26
- Page
- Spalte 71-72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4889117-4929679-4929839--318-4889382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
71 72 Wahrheit des mir übrigens ganz unbekannten martialischen Lanzenbrechers sey. b) Die s. g. breiten Hauben wurden niemals hier restituirt, und sind beinahe gänzlich außer Ge, brauch gekommen. Daß solche aber nicht durch ein ausdrückliches Verbot abgeschafft worden sind, rührt daher, weil ich eben so wenig, wie die meisten meiner verehrl. Herren Amtöbrüder, ein Freund von Ukasen, (ein beliebiger Ausdruck vom ritterl. Verfasser der klaren Wahrheit) bin, und den Weg der Belehrung und Ueberzeugung vorziehe. Schlüßlich fühle ich mich noch gedrungen, der verehrl. Redaktton des Füllhorns für ihre Note zu dem allegirten Artikel öffentlich zu danken.*) Schnaittach, am 8. Febr. 1836. Neckarsulmer, Distr. Rabb. »1 Weitern Ditkusflonen über diesen Gegenstand «erden wir in diesen Blättern keinen Raum geben. D. Red. Ein Wort zur Beachtung. Es ist allenthalben mit Recht gerüget und auch höherm Ortes mit Mißfallen gesehen worden, daß die israelitische Gemeinde zu F—ß im Obermainkreise, zu der am 8. Febr. s. c. bestimmten, und bereits statt, gefundenen Versammlung der isr. Abgeordneten zu Baireuth, keine Deputirtcn sandte. Wer mit den Lokalverhältnissen dieser Gemeinde näher bekannt ist, den wird ein solches Verfahren gar nicht befremden. Diese Gemeinde lebt im steten Streite mit sich selbst und mit ihrem Rabbiner, und wenn von manchen Gutgesinnten dergleichen Schritte mißbilliget und verabscheuet werden, so überwiegt doch die Zahl der Uebelwollenden die der Beffergesinnten, was in jeder Beziehung, und wie leicht denklich, der guten Sache schaden muß. Es gibt überdieß in dieser Gemeinde einige Individuen, die sich dadurch ein An, sehen geben wollen, wenn sie, anstatt edle Zwecke zu fördern, diese zu Hintertreiben trachten. Ließ war auch in der Gemeindeversammlung zur Berathung über eingangs erwähnte Angelegenheit der Redigirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — < k Fall. Durch die vernünftigen Vorstellungen des Rab, biners und einiger Ausschußmitglieder, die da- Vor, theilhaste der Erwählung von Abgeordneten vorstellten,/ so wie sie eS ohne Uebertreibung zeigten, wie sehr die Unterlassung dieser Deputirtenwahl die Gemeinde bei. ihren israelitischen Mitbrüdcrn in ein nicht gar vor, theilhastes Licht setzen würde, waren die meisten anwesenden Gemeindcmitglieder schon geneigt, die er» forderlichen drei Abgeordneten zu wählen, als einige der Gewaltanmassenden durch falsche Vorspiegelungen die Gemeinde in diesem rechtlichen Vorhaben hinderten, und dadurch dem guten Zwecke schadeten. Referent dieses Artikels beabsichtiget' durch diese Anzeige, die Mißbilligung, die durch ein solche- Ver, fahren die ganze Gemeinde zu F—ß treffen muß, von ihr abzuwenden, und sie auf diejenige überzütragen, die die Triebfeder hievon waren, und wünscht, daß bei künftigen Veranlassungen, wo das allgemeine Beste befördert werden kann, den Einflüsterungen der Perso, nen, die ein Vergnügen darin finden, daS Gute und Nützliche, so viel wie möglich, zu Hintertreiben, kein Gehör gegebm werden möge. H. A. Vereins-Wirksamkeit. Stuttgart. Am 29. Sept. v. I. fand im kleinen Saale des Museums von Seiten des Ausschusses „des Vereines zur Versorgung armer israelitischer Waisen und verwahrloster Kinder" die Austiahme von 4 Pfleg, lingen statt. Die beiden Vorträge des Vorstandes deS Vereins, Hm. 0. Dreifuß, so wie des SecretärS, Hm. 0. Weil, überzeugten von dem glücklichen Ge, dcihen und der zweckmäßigen Leitung des Institutes. 22 Kinder sind nun bei tüchtigen israelitischem Schullehrern im Lande untergebracht. Vor und nach dm Vorträgenwurde von einem zahlreichen Sängerchor eine von Herrn Hofmusikus Abenheim componirte Cantate aufgefkhrt. Die ganze Verhandlung machte auf die zahlreiche Versammlung, unter welcher man mehrere hohe Beamte und Mitglieder, der städtischen Behörden erblickte, einen tiefen Eindruck. Gedruckt in der Fr. Humann'schen Buchdruckerei.