Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 7 (12.2.1836)
- Date
- 1836-02-12
- Page
- Spalte 49-50 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Ktlltz-r«. . ' i ' ' ' ' Gin Leitblatt, zunächst für und über Israeliten. IVro. 7. Bamberg, Freitag IS. Februar 1836. Lied« und Wahrheit werde» sich begegnen, Tugend und Friede sich küssen; . _ Au« der Srd« Treue aufblühen, Gerechtigkeit vom Himmel schauen. Psalm. - "-6—--'-!-- > - DaS Lied vom König Wahn. Sin Lied klingt durch die Zeiten, Sin seltsam tönend eied. St klinget;weithin »der ,. Der Weltgeschichte Gebiet. Da« Lied, et klingt so traurig, Di« dumpfer Todtensang, St klingt dat Herz zerreißend. Wie gesprung'ner Saiten Klang. St klingt, wie mn gellend Gelächter, St klingt , wir satanischer Hohn, Wie uotergegang'ner Geschlechter Verzweifelnder Jammerton. Eg klingt so wild und brausend, Di« heulender Orkan; St klingt von einem König, Don de« alte« König Wahn. Den Thron hat er geraubrt Der Wahrheit und dem Recht; Doch alt ist seine Herrschast, So alt, wie dat Menschengeschlecht. Zu schneist. Palast herrscht Dunkel, ' ' * K«il> Sternchen blinkt hinein; Rur leuchtend« Kinder de« Sumpfet Slüh'n d'rin mit wankendem Schein. Den Lichtfeind hat geboren Die -raue Königin» Nacht, »Md für hat Reich der Mutter ^Kätzspst «ff,mir starker Macht! Die ihm alt König dienen. Sie müsse« der Macht sich «eih'n. Und zu de« sticht« vxkämpfung , Dt» >r« ihm willig loh'n Sr lägt alt Gott sich verehren, Und Menschenopfer er heischt; Die wild an seinen Altären Der Molochtpfaffe zarsieischt. Geschlachtete« Menschenleben, Zertrümmerte« Menschenglück — An solchen Opfern weidet Sich de« Aftergottet Blick. Wer zählt der geschlachteten Opfer Bluttriefend« Jammerschaär» Die autgrhaucht ihr Leben An de« Wahne« Blutaltar? Wer überschaut di« Trümmer Vet Glückt» dat hier zerschellt? Wer mißt den Strom der Thränen, Die hier geweint die Welt? Du Wand rer durch di« Zeiten, Der du auf schwankendem Brett Durchschifft der Weltgeschichte Wlldftürmendr« Wogeodett; O Israel» du Dulder, Wie nimmer di« Zeiten ihn sah'n: Die «ft hast du geblutet Am Altar de« MolochZWah»! Du greiser Sohn der Leiden, Wie manch' Jahrtauseud ruht Auf deinen gebeii-ken Schultern, Und jede« »oll von Blut! Di« oft in de- König-«Götzen ' Heisglühendrn Eisenarm Darf deine Kinder alt Opfer Sein jauchzender Peiesterschwar«!