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Das Füllhorn · 1836-01-15 · 3 (15.1.1836) · p. Spalte 23-24

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
3 (15.1.1836)
Date
1836-01-15
Page
Spalte 23-24 (sequence 4)
Language
German
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23 24 stände der Religion, der Schule und des Kultus berathen und erörtert werden sollen,— nicht den Rabbiner, nicht einen Lehrer, wohl aber —' einen Vertreter aus den Gemeindegliedern. (!!) Letzter»« wahrscheinlich deshalb, um, wenn von Kosten die Rede scyn sollte, sich gegen dieselben zu erklären. Wenn nun alle Gemeinden so dächten und handelten, wer sollte denn die vorkommenden Religions-Fragen beantworten? — So geht immer der Unsinn mit dem Geldsinne Hand in Hand! Nützlicher Verein. In Darmstadt besteht schon seit mehreren Jahren ein Verein zur Verbesserung des Zustandes der Israeliten. Ein Hauptzweck des Vereins ist, daß auf seine Kosten die Kinder unvermögender Israeliten Handwerke crlemcn, wobei diejenigen vorgezogen werden, welche gute Aufführung und Schulfleiß Nachweisen. Bereits haben auf Kosten des- Vereins, namentlich in Obcrhessen, zehn jüdische Knaben Handwerke erlernt, und noch viele andere wurden für denselben Zweck passend unterstützt. In der Provinz Starkenburg sind eilf auf Kosten des Vereins in die Lehre gegangen, wovon mehrere schon Gesellen sind. Die Bestimmung der Statuten, wonach ein Israelit, der zehn Jahre lang als Hauptgeschäft landwirthschastliche Arbeiten verrichtet, und zugleich einen guten Lebenswandel geführt hat, ein Stück Landes vom Verein zur Benutzung erhält, welches nach sechs Jahren sein Eigenthum wird, hat bereits Anwendung gefunden. Auch in Rheinhcssen hat der in Wormö befindliche Provinzialvorstand des Vereins segensreich zu wirken begonnen. Zur Tagesgeschichte. In dem bayerische»» Untermainkreise wurde den israelitischen Gemeinden durch die k. Landgerichte bekannt geinacht, daß nur diejenigen Gemeinden, die SO Familien unh darüber zählen, Lehrer und Vertreter zur Kreis-!Synode abzuschickcn haben. » Die königl. sächsische Regierung hat eine Verfügung erlassen-, wodurch der Kultus und das Unterrichtswesen der israelitischen Gemeinden zu Dresden und Leipzig einer neuen Organisation unterworfen wird. Zunächst soll ein nach dem Muster des israelitischen Obxrraths im Großherzogthume Baden zusammenjusetzcnder israelitischer Ausschuß die von der Staatsbehörde ausgehenden Entwürfe u. Verbesserungsplane, die jedoch in keinem Punkte in die mosaische Religion eingreifen, prüfen und begutachten. * «- , * (London, 27. Novcmb.) Hr. Joseph Heß, ein Jsraelite, nahm kürzlich an der Quartal-Session in Sirkdale als Gcschworner Theil, nachdem er vorher auf den Pentateuch vereidigt worden war; er ist der erste seines Glaubens, dem in England das Amt eines Geschworncn anvertraut worden. (Fr. Journ.) * Sc. Maj. der Kaiser von Rußland hat dem Warschauer Bankier Joseph Epstein einen Brillantring mit dem Kaiserl. Namenszuge übersandt. Berichtigung. Die Münchner politische Zeitung enthielt jüngst ein Schreiben aus Stuttgart vom 26. Dezember v. I., worin unter andern boshaften erlogenen Ausfällen auch die lügenhafte Angabe sich findet, das Karl Gutzkow, der Verfasser der Wally, ein Jude sei. Es ist dieß, wie das Meiste jenes Schreibens, unwahr; denn von Karl Gutzkow heißt es in öffentl. Blättern: "K. G., ein talentvoller und unterrichteter, junger Mann, der als Korysae der sogenannten jungen Literatur sich zahlreiche Gegner zuzog, ist der Sohn eines Subalternbeamten in Berlin u. s. w.,- Aphorisme aus dem Talmud. Nicht auf den Untergang der Sünder, sondern ans den Untergang der Sünden sollen wir beten. Wir sollen für die Sünder beten, daß sie sich bessern, daß sie aufhören, zu sündigen — dann gibt es keine Sünder mehr. Lehr ling - Gesuch. Zn einem frequenten, angenehmen bürgerlichen Gewerbe wird ein Lehrjung« von guter Er,iedung gesucht. Auskunft ertheilt auf frank,rte Briefe die Srreditivn diese« Blatte«. Redigirt von S. W. Rosenseid, Stadt - und Distrikts-Rabbiner. — Fr. Humann'schen Buchdruckerei. Gedruckt in der

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