Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 2 (8.1.1836)
- Date
- 1836-01-08
- Page
- Spalte 11-12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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11 sdes Sohnes Genehmigung zu einer Reise nach Jerusalem, um da in dem. weltberühmten Tempel Gott anzubeten und ihre Dankopfer darzubringen. IzateS versah seine königliche Mutter mit großen Geldsummen, und begleitete sie, als sie ihre Reise antrat, eine große Streck-. Glücklich für die GotteSstadt, h der eben eine große Thcuerung herrschte, so daß vie! Menscheu wegen Mangel an Lebensmitteln täglich starben. Die Gott-ergebene Königin ließ sogleich aus Alexandrien eine Menge Getreide und von der Insel Cypern her gcdürrte Feigen kommen, und unter die Dürftigen verthcilen. Auch Jzates hatte kaum von diesem Ungemach erfahren, als er durch Übersendung großer Summen die Eindrücke der bösen Zeit zu tilgen strebte. Dem heiligen Tempel schenkte er übrigens sehr viele goldene Gerüche und verherrlichte die bereits "allda befindlichen durch goldene Henkel und Griffe, welche früher von Holz waren. Weiterhin trug sich mit diesem Könige folgendes zu: Artaban, König der Parther, ward vom Throne gestoßen, und nahm zu Jzates seine Zuflucht. Jzates hatte ihm manche Wohlthat verdankt. Seine Erkenntlichkeit zeigte er daher auch laut und öffentlich. Der unglückliche Fürst traf ben Jzates, auf der Landstrasse reitend. Fußfällig flehte er ihn an, ihm zu helfen. Gerührt stieg Jzates vom Pferde, und sprach Artaban Trost zu, verhieß ihm Hülfe, und nöthigtc ihn, sein Roß zu besteigen, während er zu Fuße nebenher ging. Da erhob sich ein edler Wettstreit unter ihnen, und Artabau wich nicht, bis Jzates wieder sein Roß bestiegen hatte; so zogen sie gemeinschaftlich in des Letzter» Schloß ein. Jzates erzeigte dem Artaban viele Ehre, schrieb sogleich nach Parthien, und brachte es durch seine Vermittlung dahin, daß der Thronräuber von Pärthien die Krone dem rechtmäßigen Herrn zurückgab. Dafür erlheilte ihm Artaban die Ehre, einen spitzigen, aufrechtstehenden Turban tragen, und auf einem goldenen Bette schlafen zu dürfen; eine Ehre, die sonst nur den Parthifthen Königen zustand. Auch bereicherte Artaban das Reich seines Freundes mit der Landschaft Nisibis, dem Aufenthalte sehr vieler Juden. JzateS schickte fünf Söhne nach Jerusalem, um sie die hebräische Sprache, und die Mischen Schulwissenschaften studkren zu lassen. Auch fanden sein iu g K i» ch v> 12 Bruder Monobaz und seine übrigen Verwandten sich bewogen, die jüdische Religion anzunehmen. Dies reizte endlich die bisher im Stillen erbitterten Großen von Adia bene, sich gegen den Landesfürsten aufznlehnen und den Araberkönig Achiab zum Kriege gegen ihn aufzufordern. Jzates wäre bald ein Opfer des Verraths geworden. Jndeß erholte er sich bald on der ersten Niederlage, die er erlitten hatte, besiegte die Araber, nahm den König selbst gefangen und züchtigte die Landesverräther. Sie machten aber dennoch einen zweiten Versuch. Sie ersuchten den Dologases, den dritten Nachfolger des Artaban in Pärthien, einen Parther über Adiabene zu setzen, da Jzates allgemein verhaßt scy. Der Parther folgte dem Ruft, forderte dem Jzates alle von seinem Vater ihm verliehenen Ehrenzeichen ab, unh zog dann zu Felde gegen ihn. Dieser ungleich größer» Macht hätte Jzates ohne besondere göttliche Hülfe, auf die indeß Jzates fest vertraute, gewiß unterliegen müssen. Jzates flehte Gott um Hülfe an mit seinen Weibern und Kindern, und Gott erhörte ihr Flehen; denn noch in derselben Nacht erhielt Vologases einen Eilboten mit der Nachricht, daß die Dahen und Sacken in sein Land einfielen und Verheerungen anrichteten. Dies nöthigte ihn zum schleunigen Rückzüge und zur Aufgabe seines Planes gegen Jzates. Seitdem regierte Jzates in Frieden, und starb im SSten Jahre seines Lebens, und im 24ten seiner Regierung, 24 Söhne und eben so viele Töchter hinterlaffend. Seine Mutter Helena war während die, ser ganzen Zeit in Jerusalem verblieben, und kehrte erst nach des Sohnes Tode in ihre Heimath zurück, wo sie jedoch ihren Jzates nicht lange mehr überlebte. Jzates ernannte noch bei seinen Lebzeiten seinen Bruder Monobaz als seinen Nachfolger auf dem Throne, aus Dankbarkeit, wegen des schönen BetragenS gegen ihn, nach dem Ableben des Vaters. Monobaz ließ die irdischen Ueberreste der königlichen Mutter und des königlichen Bruders nach Jerusalem bringen, und dort in die Spitz-Thürme, drei Stadien von der Stadt, welche die Mutter erbauen ließ, beerdigen. l