Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 1 (1.1.1836)
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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7 8 Die Resultate dieser Versammlungen werde« als Material für eine in der Folge etwa nochwendig werdende General-Versammlung israelitischer Abgeordneten in der Haupt, und Residenzstadt München benutzt werden. Gerechtigkeit über Alles. (Audrm Werk« llesckiti» Lkoclimsli frei übersetzt.) Ein Rabbi hatte eine mit allen Reizen weiblicher Schönheit und Tugend geschmückte Tochter. Um ihren Besitz bewarben sich zu gleicher Zeit zwei gelehrte junge Israeliten, und baten den Bater um seine Zusage. --Wem von Beiden soll ich sie geben?-- dachte der Vater bei sich. --Dem Würdigsten,-- sagte sein Inneres. --Wer ist aber der Würdigste?-- Dieses zu entscheiden wür dem Vater eine schwierige Aufgabe; denn beide junge Männer schienen ihm gleich würdig. Was ist zu thun? Ein glücklicher Einfall half ihm aus dieser Verlegenheit. Er simulirte einen Prozeß mit einem seiner Nachbarn, und wählte unter Andern beide junge Männer zu Schiedsrichtern. David, (so hieß der Eine,) gab sich alle mögliche Mühe,, die Ansprüche des Rabbi zu rechtfertigen; so hart dies -auch gehen wollte, in der Absicht, sich ihm dadurch gefällig zu machen. Isak hingegen, sein Mitbewerber, trat mit Offenheit den Forderungen des Rabbi entgegen, und belegte seine Behauptungen mit Gründen des Rechtes. -- Isak, -- sagte der Rabbi: »Jsak, ich kenne deine Liebe zu meiner Tochter; sie ist mächtig: noch mächtiger aber schlägt in dir das Gefühl für Recht, und dieses ist es, was dich in meinen Augen würdig macht, meine Tochter zu besitzen. Empfange sie ans I meinen Händen, genieße mit ihr den Loh« deiner Gerechtigkeit und sey glücklich!-- Wonnetrunken eilte Jsak in die Arme des Rabbi, küßte ihn, namtte ihn Vater, und Lusserte in stillen Gefühlen die Größe feines Glückes. R — d. Zur Tagesgeschichte. Schon im vorigen Jahre hatte der Hr. Consistorialrabbiner, Baruch Guggenheim zu Nancy bei dem französischen Ministerium den Antrag gemacht, daß in seinem Departement der, dem Gesetze nach, einer jeden bedeutendern Strecke zukommende, zweite Rabbiner eingesetzt werden möge, wozu er einen jungen Mann, Hrn. Moses Türkheim aus Mutzig bei Straßburg, der seine Studien in Frankfurt a. M. gemacht hatte, vorschlug. Das Ministerium bewilligte dies sogleich mit seiner höchst liberalen Gesinnung gegen die Juden, und setzte als Sitz des Rabbinates Epinal im Departement des Vauges fest und bestimmte zugleich den aus der Landeskasse zu zahlenden Gehalt auf 1000 Francs. (W. Zschr.^s. iüd., Tb^> Hr. Salomons, israelitischer Religion, bekanntlich bereits Sheriff, für London und Middleser, ist nun auch von dem Bezirke Alsgate zum Alderman der City gewählt worden. In der Rede, die er bei dieser Gelegenheit hielt, erklärte er sich für einen Freund bürgerlicher und religiöser Freiheit, für einen Anhänger der fortschreitenden Partei und der Reform aller Staatseinrichtungen. (Globe.) Don dieser Zeitschrift wird wöchentlich 1>2 Bogen, und -war an jedem Donnerstage, ausgegeben und versandt. — Man avonnirt in Bamberg und der Umgegend m der unlerrejchneten Buchdruckerei, i« Au-lande aber bei allen -.Postämtern halbjährig für 1 fl. 21 kr. orclu,. der Tran«portkosten. — An.der Sind, rachmülltr scheq Luch, und «UnsthandlnnA dahier erscheint solche« in vierteljährigen Heften mit schöne« Umscklgß» » 1 fl. Za diesem Blatt» »erden auch Anzeigen jeder Art um den PreN von 3 kr. für di» gespaltene Petitzeile, aüWnxlim», «elche Kaaro eiazujchdea stad. - « Kr. Human n'sche ——7-^ Buchdrucker«. Rrdigirt von - S. W. Rosenfeld, Stadt-und Distrikts-Rabbiner. — Gedruckt in der Fr- Humann'scheu Buchdruckerei.