Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 1 (1.1.1836)
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Spalte 3-4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Übertritt des heidnischen K-nkzS Jza, tes und seiner Mutter Helena zum Judenth«me *) (Nach Jvser»«« und Jost.) Monoba;, König der Adiabener, hatte seine Schwester Helena gechlicht, nachdem sie ihm bereits einen Sohn geboren hatte, der ebenfalls den Namen Monoba; erhielt. Da ihm aber im Traume, während der Schwangerschaft seiner Gemahlin, der erste Sohn dieser Ehe, als ein Schützling der Gottheit anempfohlen ward, so widmete er dem Sohn, welchen Helena nach vollzogener Ehe gebar, «nd der Jza tes genannt ward, seine ganze väterliche Sorgfalt, mit Zurücksetzung des ersten Sohnes Monoba;, und aller übrigen Kinder, die er von andern Frauen hatte. Um jedoch dm geliebten Sohn dem Neide der Brüder zu entziehen, entfernte er ihn vom väterlichen Hause, und sandte ihn mit reichlichen Geschenken zu Abennerig, Könige von Spasinus. Jzates fand in diesem einm Freund, und ward auch durch Ehelichung seiner Tochter Samachus dessen Schwiegersohn, wobei er als Mitgabe eine Provinz erhielt, die ihm große Einkünfte abwarf. Dort verweilte er, bis der alte Monoba;, dem Lebensende nahe, ihn zurückbericf, und ihm eine schöne Landschaft zur Verwaltung übergab. Dahin begleitete ihn auf sein bittliches Verlangen ein jüdischer Kaufinann, Namens Ananias, welcher ihm an seinem frühem Aufenthaltsorte bekannt geworden war. Dieser hatte Gelegenheit gefunden, die königlichen Frauen in Spasinus für die Grundsätze der jüdischen Religion zu gewinnen, und endlich auch dem Jzates bessere Begriffe beizubringen. Zufällig hatte ein anderer Jude gleichzeitig auch die Königin Helena dem Heidenthume entrissen. Sie hatten beide sich, jedoch noch nicht öffentlich zum Judenthume bekannt, als der König starb, und die Nachfolge bestimmt werden sollte. Hekena leitete die Wahl auf JzatcS. Die Großm des Reiches wollten daher, che dieser als König ausgerufen wurde, alle übrigen Thronerben auS dem Wege räumen, um künftigen ») Nach Zemach David war diese Geschichte ungefähr um da- Jahr 3804 n. d. Schöpfung, also 24 Jahre vor der Zerstörung de« zweiten Tempel«. v. Red. Empörungen vorzubeugen. Dieverhinderte die bereitmit menschlichem Gesinnungen vertraute Königin. Sie mußte indeß zugeben, daß man die Verwandten einkerkerte, bis auf den erstgebomen Monoboz, der bis -zur Ankunft seines Bmders die Regie« rungsgeschäste verwaltete. Bald darauf trat JzateS die Regierung an. Seine Gesinnungen offenbatte er zuerst gegen die unglücklichen Gefangenen, die er sogleich auf freien Fuß setzte, aber doch, um ungestört regieren zu können, theilS an dm Kaiser ElaudiuS, theils an den Partherkönig Artaban als Geißeln sandte. — Jetzt wollte Jzates durch die B eschneidüng völlig in's Judenthum eintreten; besonders da er merkte, daß seine Mutter Wohlgefallen an dieser Religion habe. Helena aber widerrieth ihm diesen Schritt, eine Empörung der Unterthanen besorgend. Sie fand eine Stütze in dem Ananias selbst, welcher ebenfalls, Gefahr fürchtend, dm König von dm Beschneidung abzuhaltm suchte, und ihm vorstellte: er könne auch ausser der Beschneidung Gott rechtschaffen dienen, wmn ihm anders die väterliche Wesse der Juden gefalle. Gott würde es ihm zu Gute halten, wenn er aus Noch die Beschneidung unterlasse. Durch diese Vorstellung begab sich der' König zufrieden, im Innern aber noch immer die Begierde der Ausführung seines Vorhabens nährmd. Darauf kain Eleazar, ein im Gesetze erfahrner Galiläer, zum Könige. Er fand ihn im Gesetze Mosis lesend. »Du vergissest, o König, sprach er, daS Vornehmste deS Gesetzes und entehrest dadurch Gott. Denn das Gesetz lesen ist nicht gmug, sondem vor allen Dingen muß man thun, was dasselbe befiehlt u. s. w.» Als der König dies vemahm, zögerte er nicht länger, er begab sich in ein Zimmer, ließ einm Wundarzt herbeiholen, und durch denselben die Handlung der Beschneidung an sich vollziehen. (Schluß folgt.) Bayern. Über den religiösen und kirchlichen Zustand der Jsraelitm im Königreiche spricht ein höchstes Rescript des königl. Staats, Ministenums deS Innern vom 9. Nov. v. I. Folgendes aus: ' »Die bisherigen Vorlagm über dm Zustand der israelitischen Glaubensgenossen im Königreiche haben