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Das Füllhorn · 1835-12-10 · 50 (10.12.1835) · p. Spalte 415-416

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
50 (10.12.1835)
Date
1835-12-10
Page
Spalte 415-416 (sequence 2)
Language
German
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Nicht mehr grad' «H< qfls selp.OpsarHürm^«, Plßmp «yd ungeschlacht. Sich zu eigen hat der Schlange Art und Wesen er gemacht; Kungelnd schleich« er im schlauen» krummenWindungen hervn, Honig auf der Zunge, während tödlich trifft sein gift'ger Zahn. - - Nicht mehr öffentlich entfaltet-jene Fahne seine Hand, D'rauf mit rothen Rieftnlettern „Flammentod de« Ke« zer" -and» vor der Brust trägt ein metall'ne« kleines, feines Schild er jezt. Darein gar zierlich da« entweihte Wort'„Aufklärung" iß geäjt. Lorquemada'S Zelt, du heil'ge! o warum bist du entfloh»»,! Schönster Schmuck am Haupt Satornu«! schönste Perl' in Klio'« Krön'! Neben jener medizä'sche«, bräutlich schönen Sommernacht, G-ld'ne Zeit des Glaubenshasses, prangest du in ew'ger Pracht! Ater uns're Zell, die ehrlie kalk, profan und aufgehellt, Macht gar sauer und beschwerlich ihm da« Regiment der ' Welt; Fügen muß er sich und schmiegen, mühsam kriegen um .sein Ziel. Da« epsähate zu erreictzuz,— damals ihm ein Kinderspiel D rum hat er sich eine Freundin, seiner würdig auser- " . . wählt, Farisä'scher Afterweishelt hat er liebend sich vermählt, lind mit ihr gezeugt in heißer, buhlender Vereinigung Ein gespeuiiig Kindmit Namen: Nativ nalnb so«» derung. Aber seines Ursprung« Stempel trägt es deutlich an der Stirn' — Daß der Glaubenshaß sein Vater und die feile Gassendlrn' Asterwelsheit seine Mutter — fleht ein Jeher, der. -nicht .i blind .. . . Jeder fleht, daß «io Gespenst «s, aber kein lebendig Kind.— Menzel, hoher GetstesheroS. der Do mit dem Flammen« schwert vor dtt Ruhme» Tempelpforte Wach« hältst, so kämpft» »ährt-- . .? - Dp, Senealeg de» Geistes, unbestochner Rhadamanth r - Wohl hast Du mit scharfem Auge jene Mißgeburt erkannt» > 416 delUjheiffger Zorii,entbrannte. Deln gerechter Feoerzorn, Der entsprang der Menschenliebe exigrelnem Tlammenbocn. Ob»d«m Uagethüm» dem flnstern, schwangst die Geisel Du mit Macht, Daß dem heitern Lag entweih« die Geburt der Miller» nacht. Dank Dir! Dank von tanseud Brüdern» deren Hfrzdurch» zuckt der Schmerz, Upd an deren kräft'gem Arme noch dl« Fessel klirrt von Erz! Denn dl« Freiheit, di« ersehnte, ach! erschien noch nicht für fle! Hsg Gesetze-, ihres Herolds, harren fle so spät, al» früh'!- < E. Steinhard. Die Seelenkur. Der Mensch fühlt! sich krank, er liehet einen Arzt zu dem er Vertrauet, hat, zu Rathe, Lefolgt genau, ivaS dieser ihm Perordnet, so bitter ihm" auch die Arznei schmeckeu^und so hoch sie ihm auch zu stehen kommen möge. Ist die Krankheit gefährlich, so würde er mit dem, der ihm seine, Gesundheit wieder verschafft, gerne sein ganzes» Vermögen theilen. ,^> aut für Haut, und AllewaSder Mensch hat, gibt er für: sein Leben hin," sprach der Ankläger beim Hiob. So verhalten sich die Menschen abernicht in ihrem moralischen, in ihren Scelcnkrankheiten Man sucht nicht den Beistand eines Seesenarzte-, man will in der Krankheit verharren, und stößt sogar jeden Rach zum Bessern mit schnödem Undank von sich. Ist denn aber die Gesundheit der Seele weniger wichtig, als die Gesundheit des KörpetS? Ist der Tod, den dieKrankheitttt" der Sefle nochweudig nach sich ziehen, weniger, fürchterlich, als dex jd^si Körpers? Ist sie, die Seele, nicht der edlere Theil des Menschen? Uyd verdient sie darum weniger Aufmerksamkeit, alS der thierische Theil desselben? — Drei Ursache^ sind'-vornehmlich; welche, eine solche Verkehrtheit iu erzeugen im Stand« , sind., Erstendie Menschrn erkennen ihre Seslenkrankhcitcn zuwe-

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