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Das Füllhorn · 1835-11-12 · 46 (12.11.1835) · p. Spalte 387-388

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
46 (12.11.1835)
Date
1835-11-12
Page
Spalte 387-388 (sequence 4)
Language
German
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»aß fein Professioai-, der arbeite« will» wenn er «ach Amerika kömmt/ eju bertuea braucht. vr Gabriel Risser in Hamburg. (Aus : ..Skizzen aus den Hanse'«Urten," von Eduard Brurmann. Haaau, Verlag von Fr. KSntg 1836 ) Ein Manu von mittterer Größe tritt in den Saal. Cr ist nichtohne Lmbonpoint; seinHaar ist blond und gelockt; sein Auge ist sanft und mild nie der italienische Himmel. Will man dieHumanität personifiziren, so muß man ihr diese- Antlitz geben. Gabriel Ri esset/ der Verfechter d«S -reißen Knechts JSrael, konnte von der Natur nicht besser ju vem Kampfe auSgcstattet werde«/ den er so rühmlich kämpft. Diese-so ganj und gar germanischeAussehen straft alle dieienigen Lügen, d»e im Juden den Juden sogleich erkennen «ollen/ die nie geneigt sind, an den deutschen an Juden zu glauben. Gott hat ihn zum Vertreter der Freiheit seine- Volkeerkoren.*) Er kommt auder Börsenhalle; denn er ist Redakteur deenglischen und französischen Theilder politischen Abendzeitung jene- Institut-. Welch ein Mann! Ausgezeichnet al- Jurist/ eine Wissenschaft/ die er/ al- JSraelit/ in Hamburg nicht auöüben darf/ ist ihm nichtauf dem Felde derLittaratur fremd. Er spricht mit Wienbarg über Aesthetik, Philosophie und Raupach, über Heine und Börne mit Gründlichkeit/ die man nur von einem Eingeweihten verlangen kann/ und mit einer Ruhe,die von seinem Selbstbewußtsein zeugt. Nicht eine Spur von Anmassungküuter Sanftmuth und Bescheidenheit, selbst da, wo sich die Unterhaltung auf seine Liebling-ivee hinz»eht, die Leidenschaft seine- Leben-, auf die Emanzipation Israel-. Ohne Parthei-Eifer widerlegt er Wieiibarg, der hin und wieder die Nationalität geltend zu machen Acht.—) Hört man in seinen Schriften eine andere Sprache! Scheinbar, ja! Hier redet er mit Donnerworten geaen Paulus, jene gelehrte Ungerechtigkeit in Heidelberg; er schleudert der Dummheit Blitze in- Antlitz; wir sehen ihn im Harnisch, mit dem Schwert in der Hand, ihr gegenüber. Partheigänger ist er nirgends, denn *) Mao könnt« Hrn. Alesser den Israeli tischen O'Tonnell nennen. D.Res. **j Rieffer hat dielen Schelnvorwaud schlagend widerlegt in seiner Schrift ge»,«» Paul««. - D. Red. Reblgirt von Rabbiner S. 28. Ros««falb. — die Sache der Humanität ist Gotte- Sache, bei welcher er nicht einmal da-Volk zur Seit« hat; die Idee der Juden-Emanzipation ist nie «nun, lrrt hochgerühmte Liberalität übergegangen. Die badische Ständeversammlung hat davon nicht nur den Beweigeliefert, auch Sachsen, Darmstad^ Wurtemberg, können sich nicht zu jener Idee erheben. Kurhessen aber gab ihr aus Prunksucht und deshalb nach, weil in Kassel viele Juden wohnen, hie die Stände gewannen.-*) Die Emanzipation der Juden ist hier nur aisscheinend von dem Volke au-gegangen. In der That war sie da-Werk Einzelner. — Aber Riesser hat auch nicht einmal J-rael zur Seite. Man ist stolz auf ihn, und ehrt ,hn daun und wann durch besondere AuSs zeichnungen; aber man tritt ihm nicht thätig bei. Die Reichen in J-rael sind zu lässig in Betreff der Emanzipation. Sie unterstützen den Juden, aber sie unterstützen nicht die Sache der Freiheit.—*) Hier könnte nur ein Schutz-und Trutzbindniß zu dem einen Zwecke Etwafördern. Die Interessen de- Papierhandelmüßten ihm nachaesezt werden, denn dieser Papirrhandel ist das fressende Gift am Herzen Israels. Miszellen. Die Stadt Damaskus erhielt von der ägyptischen Regierung eine wohlgeordnete Stadtverwaltung auden angesehensten Einwohnern, worunter auch ein Jude ist. So kömmt die Welt allmählich zum ruhigen klaren Bewußtsein hinsichtlich der religiösen und politischen Toleranz. ***) Warum will der Deutsche de« Deutschen gar kein Verdienst ln Absicht auf Israeliten zulasten, und da» «« er edel handelt, ihm unedle Motiv« unterschieben k D. Red. —*) Leider ein wabre« Wort! Zu keiner Zeit herrschte ««Niger Gemcinflnn unter Israeliten; als irrt. Ehemals war e« der St,lg und das eifrigste Bestreben der reichen und rinsiußvollen Männer, in Israel, worin sie ihre Beruhigung und schönste Freude fanden» für da« Wohl ihrer leidenden Brüder zu wir. ken. Dem ist nicht mehr so: Den Reichen liegt meistens—wenige ehrenvolle Ausnahmen abgerechnet-lediglich ihr persönliches finanzielle« Interesse ob» die Svnagbge uNd Ihre Glieder aber stehn ih- - rem Herzen fer«. Bo» großmüthlgen Opfer» an» Verwendungen für da« Ganze ist weuig zu vernehmen; so durften hier dt« Worte Jesal aS: (26. 11,1 »Alle «enden fich ihre« Wege«, jeder seinem < Eigennutz« zu»" ihre vedauerliche Aawenduug fin- - den. Möge e« bald besser werde»! L. Red. - - Verlegt von Fr. Walthr ln Dinkel«bühl.

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