Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 42 (13.10.1835)
- Date
- 1835-10-13
- Page
- Spalte 357-358 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feindet und die größte Zeit seine- Bestehens hindurch unterjocht. Da war eS dem Feinde und Unterdrücker kaum ju verargen, wenn er rein aus Politik, gewiß nicht aus Intoleranz, daS Volk zu drücken und so sich botmäßig zu erhallen suchte. Einige Auswüchse deS GlaubenssanatiSmus unter syrisch - griechischer Herrschaft (und ob da nicht mehr aus Politik?) übergehen wir. Wir denken jezt an die Römerherrschaft. — Da bildete sich unbemerkt und unscheinbar daS Christenthum auS dem Judenthume;,ob bei seinem Entstehen dem Iudenthume in politischer Beziehung und im Gegensätze zum Heidenthume Nutzen oder Schaden aus ihm entspringen konnte, vermochte Niemand noch zu ahnen. Als es aber Staatsreligion ward, da hätte dem natürlichen Gange gemäß dem Judenthum kein Schaden ersprießen sollen, da erstereS viele Wahrheiten mit lezterem theilte oder vdch theilen wollte; und eS war zu ermatten, daß gleiche Ideen gleiche Befreundung erwachsen ließen. Aber sonderbar! gerade verkehrt war es. Der Glaubenshaß und der abstoßende Separatismus, der scharf in daS politische Leben einschnitt, begann erst von da an sich auszudehnen und wuchs mit der Größe der Reiche. Die Gemüther spalteten sich und es trat eine noch bis jezt unausgefüllte Kluft ein. Der später entstandene Jslamismuö, diese Bastardpflanze aus Judenthum, Christenthum und älterem, angeerbten Volksglauben, ließ vermöge seines Grundsatzes, mit Feuer und Schwert sich zu verbreiten, kaum etwas Günstiges erwarten. Und so hat sich mit mehr oder wenigen Schattirungen diese- Bild bis.fast auf jezt herabgezogen. (Fortsetzung und Schluß folgt.) Josef Klein. Zur Schöpfungsgeschichte. Nach unserer jetzigen Philosophie würde eS eine große Unwissenheit verrachen, wenn man eine allgemeine, durch die ganze Natur gehende Licht- und Feuer-Materie läuguen wollte, die das eigentliche Licht und wunderbare Element ist, übet dessen Natur und Eigenschaft die Philosoph,« noch immer neue Entdeckungen macht, und worin ihr auch noch immer unerforschliche Geheimnisse übrig bleiben. Aber wie der Schall nicht unmittelbar von dem Körper, der denselben veranlaßt, ausfließt, sondern durch daS Mittel der sortbewegten Luft in unserm Ohr erst Schall wird, so giedl auch die.Sonne diesem durch die ganze Natur verbreiteten Elemente nur die ^Direktion daß für uns die Erleuchtung, die wir ihr unmittelbar zuschreiben, dadurch entsteht. Hiemit wird uns begreiflich, wie daß daö Licht am ersten Tage der Schöpfung erschaffen sein konnte, während die Sonne, Mond und Sterne erst am vierten Tage erschaffen wurden. Entstehung der jüdischen Kinder, schulen. Ueber die Entstehung der genannten Schulen gibt uns der Talmud, Baba Bathra, Bl. 21, Nachricht. Dort heißt es: Jener Mann sei zum Guten erwähnt, sein Name warJosua Sohn Gamla: (Er war Hohepriester zur Zeit derweilen Tempels.) Ohne ihn wäre die Tora in Vergessenheit gekommen in Israel Ursprünglich unterrichtete jeder Vaterseinen Sohn, in Hinsicht auf die Schriftsteller „und ihr sollt sie lehren euern Kindern." (5 B. Mos. 7, is.) DaSKmd daS keinen Vater hatte, (das seinen Vater frühzeitig verlor) blieb also ohne Unterricht. Man traf daher die Einrichtung, daß Lehrer ,n Jerusal e m angestellt wurden, gestüzt aick die Schriftstelle: „Denn von Zion geht die Tora aus, da- Wort Gottes von Jerusalem." (Jes. 2, 3.) Diese Einrichtung führte aber wieder den Fehler mit sich, daß die vaterlosen Kinder nicht nach Jerusalem gebracht wurden; man sezte daher später Lehrer ein in jeder Hauptstadt einer Provinz. Da aber auch diese Schulen nur von Jünglingen mit 16,17 Jahren besucht wurden, die, wenn sieden Unwillen des Lehres empfinden mußten, die Schule alsbald wieder verließen; so ordnete Josua Sohn Gamla in jeder kleinen Stadt und jedem Dorf Kinderschulen an, in welchen dieKmder von 6, 7 Jahren eingeführt wurden. Dank. Bamberg. Madame Sara Walther dahier übergab der hiesigen Synagoge einige werthvolle Requisiten als Geschenk, wofür der edlen Geberin hiemit den gebührenden Dank zollet. DasRabbinat. Medlgirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. - Verlegt von Fr. Walthr in Dinkel.Sbühk.