Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 41 (8.10.1835)
- Date
- 1835-10-08
- Page
- Spalte 343-344 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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wunderbar rettenden Zuge durch daL koche Meer MofeS und Aaron an der Spitze der Männer, u. Mirjam oderMaria, ihre Schwester, eine Pauke in der Hand, absangen. (2. Mos. iS.) Wer kann fle lesen diese schöne Hymne, ohne mit dem Heerführer Israels die Macht und Größe Gotteru bewundern und den Eindruck mitzufühlen, den der Inhalt und die Darstellung aus die rohesten Gemüther machen müssen? Nicht minder rührend und erhebend sind die feierlichen Gesänge, in welchen Debbora und Hanna daS Lob de-Allerhöchsten ergoßea.(Rich. S.; l.Sam. 2.) In SamuelS,Prophetenschulen und Sängerversammlungen entwickelten Seitenspiel und Gesang noch weit mehr die Zaubermacht, so daß selbst Saul und die gegen David, derlei Samuel sich aufhielt, abgesandte Mannschaft auf eine wunderbare Weise davon ergriffen, begeistert und besänftigt wurden. (I.Kön. 10 und iS.); und ekann nicht geläugnet werden, daß diese Schulen auch vermittelst dieser edlen Künste auf ihre Züglinge und auf den DolkS- Eharakter heilsam und bildend gewirkt haben. Wahrscheinlich trugen sie auch zur Bildung Davids und der übrigen Verfasser hoher Lieder vielebei, daß sie mit unerreichbarer religiöser Gemüthlichkeit Gotte- Wunderthaten besangen und ihre Herzen in erhabenen Psalmen ergoßen. Diese Psalmen waren Lieder, zum Saitenspiel gesungen; und wie durch dieseschon David SaulS üble Launen und Schwermuth zu verscheuchen im Stande war, (l. Kön. 16) so hat er auch jene von musikalischen Instrumenten begleitete Lieder und durch durch die ganze wahrhaft kgl. Tempelmusik der Denkart seinerJSraeliten eine bessere Richtung gegeben, ihren Geschmack veredelt und Zeitgenossen und späte Nachkommen zur Gottesfurcht und Tugend, zur Vaterlandsliebe und zu großen Thaten entflammt. Wenn aber die Tonkunst zum Lobe und zur Verherrlichung Gotte- und zur Freude und Erbauung de- Volkebei gottesdienstlichen Handlungen im Tempel, wie auch bei den Wallfahrten nach Jerusalem diente 844 (Jes. 30); so gttrauchte man sie nicht minder auch bei Staat- - und Familienfesten, alS bei Gastmahlen, SiegeSseierlichkeiten und sah sie alS anständige- und sehr achtung-werthe- Mittil geselliger Erheiterungen, weßhalb Verweise Sir ach spricht (Kap. 82, 4, S.); „Der GreiS führt das Wort (denn dir geziemt eS) mit weiser Einsicht doch hindere nichtchie Musik.. Wenn der Gesang beginnt, so plaudere nicht und bring deine Weis-. heit nicht zur Unzeit an." „Wie bei den Hebräern, so ehrte man den v Werth der Tonkunst fast durchgehendbei den alten Völkern, und rechnete sie unter die größten Vorzüge ihrer Helden; aber am meisten war sie geachtet unter den Griechen und Römern, die Niemanden für einen Gebildeten hielten, der in dieser Kunst unerfahren war. Nach Tische ließen sie die Lyra bei den Gästen herumgehen und jeder mußte darauf spielen. Man sang Danklieder, prieS die Tharen großer Männer, und ließ bisweilen durch die Jugend unter Begleitung eine- Tonkünstlers alle Loblieder auf die Vorfahren absingen. (Plutarch L. i. s. 14.) Besonders sah man in Griechenland die Tonkunst mit der Poesie alS da-älteste Studium und alS ein nothwendiges Mittel einer guten Erziehung an. Man hatte eine so hohe Meinung von ihrer bildenden Kraft, daß man die darin Geübtem für die besten Lehrmeister der Jugend und für Weise hielt; und es schämten sich dieser Kunst die berühmtesten Feldherrn, Staatsmänner und Philosophen nicht.",(Nachdem der Verfasser mehrere Beispiele und Aeußerungen der griechischen Philbsophen und anderer großen Männer angeführt und auch etwas über den Mißbrauch und die Ausartung der Musik, mit Hinweisung auf die Bibelstellen Jes. S. II, 12. Amos ü, s. sprach schließt er seinen Aussatz mit solgenve^Wotten:) - „Wir sind aber weit entfernt, die Musik alS ein nothwendigeS und unentbehrliches Mittel zu einer guten und wissenschaftlichen Erziehung anzupreisen, daß aber der Unterricht und die Uebung in derselben, zweckmäßig betrieben, bei einer sonst