Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 39 (24.9.1835)
- Date
- 1835-09-24
- Page
- Spalte 325-326 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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D a S F üllh s r« L in Leitblatt 2-7 . zunächst für und 3A. Donnerstag, über Israeliten. den 24. September 183S. Gerechtigkeit. — W ahrheit. — Fried,. M o r g e n o p f e r. Herr mein Schlaf war süß und traumbeflügelt» Nun erwacht entzückt mich gold'ner Strahl» Der durch tief acurne Himmel-räume Niederfunkelt in da« duft'ge Thal. Meine Träume sind dem Tag gewichen. Und dem Licht, dasie von dannen führt/ Ja, mein -immel-vater, ich will wachen, Damein Ee,n sich nicht in Traum vÄliert.' Wahrheit heißt dagroße Wort de« Leben-, Heißt da- Eiegel deiner Herrlichkeit; Wahrheit ifl's, was die Vernunft gebietet» Welcher Alledienet, Mensch und — Zeit» Wahrheit, die nach andern schönen Zwecken Als beschränkte Einsicht handelt, strebt. Die zu hoch erhab'nen Sternenbahnen» Kühnbeseelt den klaren Blick erhebt. Sie nur kann den Sterblichen auf Erben Seinen Gott und seiner Zukunft weih»«, äkann der Seele schon im Voran« ,Frieden. Der Vernunft die Seligkeit verleth'n» Kann der' Seist, der alle Welten messet. Und in tausend Zweifels rastlos irrt, Au der Freiheit und zur Tugend führen Die so oft kurzficht'ger Wahn umschwirrt. Ja die Wahrheit, die au« Dir geboren» Sw'ger Vater, zu uns niederwinkt j Ist nicht unbegreiflich diesem Leben, , Da« an ihrem Mutterbusen trinkt. Jeder Mensch kann wahr auf Erden handeln. Kann nach Recht und Pflichten «»verrückt. Seines Lebens schöne Dahn durchlaufen. Kann beglückend wirken und beglückt. In dem Glauben an ein höheres Wesen, Da« die Thorheit und den Wahn «»-gleicht, Welche« Sünd' und Laster überstehet. Und mit seinem Arm sie stet« erreicht. In Vernunft, die nicht sich kühn vermesset, / Da zu meistern, wo sie nicht begreift» In Vernnnft, die denkt und sinnt und steuert, i Und durch Demuth zur Etkenntnlß reift. In der Liebe, die mit Wonne glühen Alle Menschen an de» Busen drückt,--' Die mit Wohlthun, Mitleid. Sanftmuth, Güte Auf den ärmer» Bruder ntederblickt. Die dem Frinhe ohne Groft t« Herzen Schnell die leicht versöhnt« Rechte leiht. Und mit einem Kuß voll biedrer Treue, Wieder ihn tu ihre Freundschaft weiht. Die den greisen Dater'und di« Mutter " ' An die fromme «arm« Brost sich legt» » >i Und mit heil'ger Ktnde«thrän"»m Auge , Sie mit himmlisch schöner Sorgfalt pflegt. In der Hoffnung, die^a« Unglück tröstet. Und dem Schwerbedrängten Ruh' verspricht» Ju der Hoffnung, die den Schmerz vor Augen, , Doch um Schmerzen selber Blumen'flicht. In der Hoffnung auf eia stille« Ende,