Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 37 (10.9.1835)
- Date
- 1835-09-10
- Page
- Spalte 289-290 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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' Das Win F'AlItzar«. Leit - latt zunächst für und 3^» Donnerstag, / über Israeliten. den 10. September 1835. Gerechtigkelt, — Wahrheit, -^-.Friede. Die schönste Krone. Rabbinisch. Drei Kronen sind'«, die Gott verlieh Jeschurun ein?: Die Krone des Gesetzes, die des PriesterthumS Und die des Reichs. Doch Eine Krone gibt'«, die ma» Sich selber auf die Locken sehen kann und muß; Doch übertrifft sie alle drei an hohem Werth: Es isi die Krone tzeü verdienten guten Rufs. ' E. Steinhard. Fragliches. Einsender dieses befand sich am Frohnleichnahmsfeste in dem katholischen Markte Sch. im Rezatkreise und sah bei dieser Gelegenheit die dortige trefflich organnisirte lundwehr paradiren. Auch den israelit. Ortsbürgern, die sich schon ' früher mit Vorliebe und großem Kostenaufwand i, einreihen ließen, war Befehl zum Ausrücken zugegangen, und sie, wie überhaupt die Israeliten gewöhnt, ihren Vorgesezten strengen Gehorsam zu leisten, hatten sich alsbald eingefunden. Ob - dieselben nun rechtlich gezwungen werden können, zur Feier eines von der katholischen Kirche angeordneten Festes mit'zuwirken, und ob desfallsiger Zwang mit der den Juden gewährten Gewissensfreiheit nicht im Widerspruch stehe, will Einsender dieses dahin gestellt sein lassen. Gn Anderes aber tst's mit.folgendem Casus. - Wahrend des Gottesdienstes auf freier Strasse ward die dem Katholiken heilige Monstranz (mit der geweihten Hostie) den Anwesenden herum gezeigt, welche bei diesem Anblick auf die Knie sanken. Gleichzeitig ward auch dain der Nähe aufgestellte Bürgermilitär „zum Gebet" kommandirt, und dasselbe versezte sich gleichfalls in eine betende Stellung: das Gewehr bei Fuß, da- Knie gebeugt und die rechte Hand an den Czacko gelegt. — Da war es nun possierlich anzusehen, wie einige Israeliten sogleich, andere zaudernd, wieder andere theilweise, die Meisten aber gar nicht dem Commando nachkamen/ wodurch das Ganze ein höchst komisches Ansehen gewann. Glaubt man, daß die Israeliten in Reihe und Glied keine Ausnahme, ansprechen dürfen, so können dagegen die Katholiken billig auch nicht verlangen, daß die Israeliten der Monstranz eine den Grundlehren ihrer Religion zuwiderlauftnde göttliche Ehrenbezeugung erweisen sollen. Wäre es nicht weit besser gethan, wenn man die Israeliten bei solchen Gelegenheiten von der Parade dispensirte? ES treten ja ohnehin bei