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Das Füllhorn · 1835-09-03 · 36 (3.9.1835) · p. Spalte 287-288

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
36 (3.9.1835)
Date
1835-09-03
Page
Spalte 287-288 (sequence 4)
Language
German
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808 DelK^rafe von SO LouS bezahlen. Die Ju- Lalles frei kaufen und verkaufen, und die^LebenSmittel eben so gut berühren, alS die Christen, wer sie daran hindern will, soll in eine Geldstrafe verfallen. Man sicht, daß dieses Gesetz die Juden gegen alle Ungerechtigkeiten schüzt, deren sie in andern Ländern Europa's ausgesezt waren. Ls bestimmt Nicht einmal einen gesetzlichen Zinsfuß und überläßt diesen wichtigen Punkt lediglich der Uebcreinkunft beider Theil«. Gleichwohl hat man Ursache zu glauben, daß vo« dieser Freiheit kein Mißbrauch gemacht wurde, indem daS Gesetz des BoleSlav, im folgenden Jahrhundert (1343) zu Krakau durch König Kasimir ohne alle Modifikationen bestätiget wurde. Etwas über die JSrael ite» in Prag. -Auch sogar die Israel iten spielen Katholisches mit und nach. *) Unter dem verstorbenen Erzbischof Wenzel Leopold hat sich ein Verein gebildet zur Beförderung des Kirchenmu-- si k. Er nahm das Protektorat dieses Vereins an. Die Statuten sind: Jedes Mitglied macht jährliche Geldbeiträge, oder wirkt mit durch Kunst und musikalische Geschicklichkeit. ES werden jährlich an Festtagen ausgezeichnete musikalische Produktionen in den Kirchen ausgeführt, auch musikalische Werke vertheilt. Nach dem Ableben eines wirklichen Mitgliedes wird ein solenne- Requien gehalten wobei abermals ein Kunstprodutt vvrgetragen wird. Unter den Mitgliedern dieses Vereins sind auch reiche Israeliten. Eshat sich der Fall noch nicht ereignet, daS ein Jsrae- , lit dieses Vereins starb, jagen zu können, wamit dem Requiem geschehen, vermuthlich wird von dem Statut eine Ausnahme gemacht werden. Posirlich ist aber gewiß eine solche Verbindung der diSparatesten Dinge. Soll dies Toleranz fein, oder zeigt eS von JndifferentiSmuS, Indolenz oder völliger Abgestumpftheit für alles Religiöse? (K. K. 3. Nikolai über Mendelssohn. Friedrich Nikolai sagt in einem Schreiben an den Herrn Hofrath Lichtenberg, indem er von dem Haß sprach, den ihm seine Offenherzigkeit in seiner Schrift: Briefe über den Zustand der schönen Wissenschaften zuzog: „Aber das war mit eine Kleinigkeit: denn durch sie ward ich zu gleicher Zeit mit Lessing, und durch ihn mit Mose S_(M«nde1Ssvhn) bekannt, welches ich für daS größte Glück meines Lebens halte." Ferner: Lessing dachte über die damalige Literatur eben so, wie ich: Da wir fast täglich beisammen waren, so kamen wir immer wieder auf eben die Gedanken zurück, welche sich durch beständige Erörterung immer mehr entwickelten, besonders ^urch unfern lieben Moses, der bei uns war>, was bei den alten Schauspielen der Chor. Er war gewöhnlich unserer lebhaften Disputen kaltblütiger Zuhörer, und zog unvernmthet und wenn wir noch weit vom Ziele zu sein glaubten, in wenig Worten ein treffendes Resultat, " unö alle befriedigte." ») Es iS kn dem Artikel, aus welchem diese Stelle ent» nommen. daß Akatholiken zuweilen Antheil an kath. Einrichtungen nehmen wollen. D. Red. Verschiedenes. In Wien sollte am 80. Juli eine nnssikalische Akademie des bewunderten polnischen Juden GuSkov mit Strohinstrumenten ausge/ührt werden, welche aber, wegen einer »einen Unpäßlichkeit Sr. Majestät deS Kaisers, nicht statt haben konnte. O O » Eine große Annäherung findet zwischen Juden und Christen in Hamburg statt! Sie nähern sich, um einander zu prügeln! — Pfui der Bübereien! — DaS Frankfurter Journal gibt hierüber in Nro. SS4 Folgendes: „Die Pariser Journale haben schon von dem Vorfälle in Hamburg Kunde erhalten, und glauben zu der Bemerkung berechtigt zu sein, daß in Deutschland die Vorurtheile gegen die Israeliten noch ganz in ihrer alten, häßlichen Blüthe dastunden. Wir glauben jedoch, mit allem Rechte die Behauptung aufstellen zu rönnen, daß dieser Vorwurf ungegrundet ist. Sind auch diese Vorurtheile noch nicht gan» und überall verschwunden, so sind sie doch durch die Grundsätze der Humanität und Toleranz entkrästet worden, die schon so tiefe Wurzeln geschlagen haben, daß deren endlicher und hoffentlich baldiger Sieg nicht mehr zu bezweifeln ist." Rrbigirt von Rabbiner G. D. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walthr in Din kel.s bühk.

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