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Das Füllhorn · 1835-08-18 · 34 (18.8.1835) · p. Spalte 271-272

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
34 (18.8.1835)
Date
1835-08-18
Page
Spalte 271-272 (sequence 4)
Language
German
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„Napoleonzeigte sich jeder mitkämpfende Jude „noch weit patriotischer für sein deutsche- „Vaterland, aljener hochherzige Römer, „für daseinige; denn «in jeder mitkämpfende „J-raelite opferte dem Vaterlande — die eigenen Söhne und die Töchter dazu! Ja, „so ist'-! Da- Wohl ihrer Kinder haben „die Juden zum Opfer gebracht; denn mit dem „Schwerte, mit dem die Juden, die Fremdlinge „besiegen halfen, haben sie sich selbst zu Fremd- „lingen gemacht, ihrem eigenen Leben haben sie „die tiefsten Wunden geschlagen. Andere fernen da- Leben ein, um die Freiheit zu gewinnen, die Juden sezten da- Leben ein, um „auf- Neue — wenigstenisteheutigen Ta- „gean vielen Orten noch der Fall — in die „Sklaverei zu gehen." Und sonach viele andere schöne Stellen. Eben so beherzigung-werth ist der Schluß. — Nicht bloder Jude, sondern jeder bessere Mensch ist Hm. vr. Salomon dankbar verbunden für diese Schrift. - * *) _ I. Klein. *) Herr Müller sollte billigerweis« diese Schrift de« Herrn vr. Salomon ln sein Archiv aufnehmen, um die iSesehgebungea nicht Lurch ein fettige Berichte zu täuschen. Die Red. Die Stifmutter. Eine chlneflfch« Erzählung. Unter der Regierung de- Sven-Dang fanden die Wächter de- Schlosseeinen eben erschlagenen Mann auf dem Felde, und einige Schritte davon zwei Brüder, die man alwahrscheinliche Urheber di- Mordegefänglich emzog. Da der Todte nur eine Wunde hatte, die also auch nur Linen Thäter vermachen ließ, entstand die Frage: welcher von beiden der Thäter sey? Keiner der Brüder wollte die Schuld auf den andern kommen lassen; jeder sagte: er sei der Mörder. Diese Sache kam vor dem König. „Beiden da- Leben zu schenken," sprach er, „heiße Mördern Gnade wiederfahren lassen; beide tidten zu lassen, da nur Liner den Mord verübt haben kann, wäre wider die Gesetze und grausam. Am besten muß sie die Mutter kennen; Einer muß sterben; ihr Urtheil entscheide." In Thränen brach die Mutter auS. da ihr der Befehl de- Königüberbracht ward. „Indessen, wenn ich wählen soll und muß," sprach LVA sie, so sterbe der — Jüngste. Der Aeltere lebe." Der Richter wunderte sich, daß wider die Gewohnheit der Mütter, die den Jüngsten gewöhnlich am meisten lieben, diese Mutter den Aeltesten wählte; darauf sprach sie also: „Der, dem ,ch da- Leben rette, ist nicht mein leiblich er Sohn; er war meinem verstorbenen Manne in der ersten Ehe geboren. Ihn wie meinen Sobn zu achten, versprach ich dem Vater, und habe bisher mein Wort gehalten. Verletzen würde ick'S, wenn ich jezt zum Schaden de- Nettesten auS Mutterzärtlichkeit mein Kind, den Jüngsten, wählte. Ich fühle, wamir die Wahl kostet." Weinen und Seufzen erstickten die Worte. Aldem Könige die Wahl der Mutter berichtet ward, so schenkte er beiden Söhnen da- Leben. Gewandte Sophistick. Ein Sophist behauptete al-LieblingSsatz; Allesei Dorherbestimmung, egebe keinen freien Willen. Sein Diener merkte sich da-, und bestahl ihn. Der Herr entdeckte den Diebstahl und schwang die Geißel zur Züchtigung. Der Diener wollte sich auSreden: Ich war zum Stehlen vorher bestimmt. „Aber auch zum Prügelbekommen," antwortete der Sophist. *) Wir geben den Frennden talmudifcher Forschnagen »u bedenken, ob nicht etwa in der Ermahnung des Rabbi Elieser; „Hattet eure Kinder gb vom ttixaioo" (Brachst 28, 2.) dieSopbistik, die in. früher» Jetten beim Volke in großem Ansehen -and, zu verstehen sei k Man pflegt gechihllch mit dem Worte Nixalon die Logik zu bezeichnen. Wie leicht konnte es geschehen, daß man diese Benennung auf die Sopdisti» (falsch« Logik) übertrug. So hätte die ermähnt« Ermahnung ettien trefflichen Sinn, des Lehrers würdig, der st« empfahl. Die Red. Da- Böse. ' Was er nicht ist, was er nicht kann, Da« findet er, das -rinzt er an. Gedanke. Willst du wissen der Tugend «Lohn, geh' lerne di« Wege Gottes in de^Ratur kennen: Du gibst der Erd« eia Eaamenkvrn, und — durch Seine Güte gibst fle dir fünfzig Körner und noch «ehr wieder. Rrblglrt von Rabbiner S. W. Rosenfelb. — Verlegt von Fr.^Walthr in DlnkelFbühl.

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