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Das Füllhorn · 1835-08-18 · 34 (18.8.1835) · p. Spalte 267-268

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
34 (18.8.1835)
Date
1835-08-18
Page
Spalte 267-268 (sequence 2)
Language
German
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rss dahin zu briggen, daß dse.GeDete in gehöri- Er. sprach-; es -er Ordnung vorgetragen wetden^ und -zwa? so, ^das erße Dicht. 3 daman abwechselnd den Vorsänger und die Gemeinde, zuweilen aber auch nur. den Vorsänger allein hört, während die Gemeinde herSpra-l che de- Herzens sich bedient und eine solche feierliche Stille und Ordnung beobachtet, daß man wirklich eine Andacht auf den Gesichtern der Betenden lesen kann und Niemand durch da- Beten der Andern gestört ist. Ein vom Herrn Lehrer organisirter Chor, bestehend aus der sämmtlichen Schuljugend und mehrern Erwachsenen, trägt nicht wenig zur Verherrlichung deS Gottesdienstes bei. Jndeß laßt eS Unterzeichneter, der zur Zeit dortselbst sich aufhält,nicht fehlen, an den Ruh- und Feiertägen zuweilen auf die Herzen der Gemeinde durch rettgiöse Vorträge zu wirken. Die ReligionSlehrer im Untermainkreise'mögen besondereS hören und dem Beispiele de- Herrn Lindner Nachfolgen. ES wird ihnen mit ward. Auf Kng die Sonne, Die ein Brätftlgam am Morgen auseiner Kammer tritt, wie der Held sich freuet auf seine SjegeSbahn: so stand sie da,gekleidet i^Gottes Glanz.« Lin Kranz von allen Farben umfloß ihr Haupt: die Erde jauchzet«: ihr dufteten die Kräuter: die Blumen schmückten sich.-? . Neidend stand daandere Licht und sah, daß edie Herrliche, nicht zu überglänzen vermochte. „WaS sollen," sprach sie murrend bei sich selbst, „zwei Fürsten auf einem Throa? Warum muß ich die zweite'und nicht die erste sein/s Und plötzlich schwand vom inner» Grame verjagt, ihr schöne- Licht hinweg. Hinweg von ihr floß eS weit in die Luft und ward da- Heer der Sterne. Wie. eine Tobte bleich, stand Luna da, beschämt vor allen Himmlischen und weinte: „Erbarme dich, Vater der Wesen'erbarme dich!" Und Gotte- Engel stand-vor der Finstern da: er sprach zu ihr de-heilige« Schicksal- Wort: leichter Mühe gelingen, indem sie nach dem Wil- „Weil du das. Licht der Sonne beneidet hast. Unten der hohen Regierung zugleich auch da-Vorglückliche, so wirst du künftig nur von ihrem Lichsängeramt versehen müssen. Aber auch die sämmtlichen iSraelit. Gemeinde« mögen das Schöne undGute einer solche« Synagogen - Ordnung anerkennen, und ihre Lehrer zur Nachahmung ermuntern. Herrmann Felsenheld, RabbinatS- Kandidat. Sonne und Mond. MorgenUndtsch« Dichtung. Tochter der Schönheit, hüte vor Neid dich. Der Neid hat Engel vom Himmel gestürzt: er hat die holde Gestalt der Nacht, den schönen Mond, verdunkelt. Dom Rath des Ewigen ging die schaffende 'Stimme aus: „Zwei Lichter sollen am Firmamente glänzen, al- Könige der Erde, Sntscheider der rollenden Zeit." te glänzen; und wenn dort jene Erde vor dich tritt: so stehest du halb oder ganz verfinstert da wie jezt." ' ^„Doch Kind de-Jrrthum-, weine nicht. Der Erbarmende hat dirdeinen Fehl verziehen, und ihn in Wohl verwandelt. Geh, sprach er, sprich der Reuenden tröstend zu: auch sie in ihrem Glanze sei Königin. Die Thränen ihrer Reue werden ein Balsam sein, der alle-Lechzende erquickt, der davom Sonnenstrahl Ermattete mit neuer Kraft belebet. , Getröstet wandte sich Luna, und siehe, da umfloß sie jener Glanz, in welchem sie jezt noch glänzt: sie trat ihn an den stillen Gang, den sie jetzo noch geht, di« Königin der Nacht, die Führerin der Sterne. Beweinend ihre Schuld, mitleidigend jeder Thräne, sucht sie, wenn sie erquicke; sie suchet, wen sie triste.

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