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Das Füllhorn · 1835-08-06 · 32 (6.8.1835) · p. Spalte 253-254

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
32 (6.8.1835)
Date
1835-08-06
Page
Spalte 253-254 (sequence 3)
Language
German
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S«8 überrascht wird bei Klein. ES ist darum nicht zu zweifeln, daß ^Kl ein durch fortschreitende Vervollkommnung in diesem Fache, woran er <S gewiß nicht fehlen lassen wird, .künftig einen der ersteren Plätze in der Reihe jüdischer Redner einnrhmen wird, und daß seine Glaubensgenossen mit Ruhm von ihm reden. Besizt derselbe, wie mir von achtungsvollen Männern versichert wurde, auch große Kenntnisse in jeglichcmFache seiner Berufswissenschaft, so wird der Name Klein wohl nur auf seine Hatur passen, und es ist dann jeder jüdischen Gemeinde Glück zn wünschen, welche diesen Mann zu ihrem Vorsteher einst erhalten wird; ihm selbst aber wünsche ich eine baldige Anstellung, damit er so ganz in seinem Berufe nach Kräften wirken könne. Einer von den christlichen Zuhörern. Gott — unser Panier. Eingangs» Getet einer in Hildburghausen gehalte- . nen Predigt. . Saul» «in«n Aller und nennt« ihn: Sott i- ««in Panier!« (z. <v. M^17,15.) Gott, unser Panier! Heil un-, daß du es bist! Heil uns, wenn du eS uns immer bist! Du warst eS unfern Vätern mehr als dreitausend Jahre hindurch, von dem Tage an, da Moses den Altar aufgebaut, dem er den Namen gab: Gott — mein Panier, biS heute. Ja, Du, o Gott, warst die heilige Fahne, der sie folgten in dem, ach! für sie oft so schweren Kampf des Lebens! Dir folgten sie durch die öden, gefahr- und schreckenvollen Sandwüsten deS Unglücks und durch di« lachenden und blüthenreichen Gefilde des Glückes! Dir, ihrer Fahne, ihrem Heiligthum, folgten sie muthig und treu durch daS unermeßliche, sturmbewegte und wildfluthende Meer der Weltgeschichte und durch die hochauflodernden Flammen deS Glaubenshasses! Dir folgten sie im Leben und im Sterben, im Siegen und im Unterliegen! Tausendfachen Tod erlitten Tausende um Dich — sie starben, und blieben Dir treu. Sie ließen sich das Leben «»LH reißen, aber nicht chr Heiligthum, ihre Fabnskf sie wichen von ihrem irdischen Glücke, aber niM von Dir. Sie haben die Schlachtverloren, aber ihre Fahne haben sie gerettet. Gott, unser Panier! Sei es auch unS immer, wie Du e- -unserll'Vätern warst! Gib uns den Geist der Standhaftigkeit und der Treue, daß wir, wie Wsere Väter, in jedem Kampfe des Lebentreu bleiben der Fahne, der wir geschworen, sei eS nun in dem Kampfe mit dem Feinde in unS, der Sinnlichkeit, die stetS geschäftig, unS immer neue Kämpfe bereitet, oder in dem Kampfe mit den Feinden außer unS, den Verhältnissen und Lockungen deS Lebens! Wohl sind die Kämpfe die wir zu kämpen haben, nicht mehr dieselben, die unsere Väter kämpfen mußten. — Dank Dir und der über Europa aufgegangenen Sonne, der Aufklärung, deren milderwärmende und Alledurchdringende Strahlen durch Deine Güte auch in unsere und unserer Verhältnisse Dunkelheit Licht gebracht haben —; aber nur die Art des Kampfeist eine andere geworden, der Kampf selbst aber ist geblieben. Er wird nicht mehr geführt mit Feuer und Schwert, aber mit Frost und Kälte, mit frostigem Hohn und kalter Verachtung; es fließt kein Blut mehr leiblich, aber es fließt geistig, eS fließt Herzblut; es werden leiblich keine Folterwerkzeuge mehr angewendet, um unzum Abfall von unsrer angeerbten Fahne zu bewegen, aber die geistige Folter der Zurücksetzung ist eine peinlichere. Diese Folter kannten unsre Väter nicht, denn sie fühlten sie nicht. Aber wir, wir fühlen sie. Line der größten Wohlthaten der neuern Zeitgegen unS macht uns diese Folter nur fühlbarer, und diese Wohlchat ist die uns dargebotene Gelegenheit zur Erwerbung von Kenntnissen und Wissenschaften, zur Ausbildung aller Kräfte des Geistes und deS Herzens. UnS sind nicht mehr, wie unfern Vätern, die Tempel der Weisheit und der Wissenschaften verschlossen, wie können Eintreten, und zu den Füssen der großen Männer der Mitwelt sitzen. Aber wenn

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