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Das Füllhorn · 1835-07-30 · 31 (30.7.1835) · p. Spalte 243-244

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
31 (30.7.1835)
Date
1835-07-30
Page
Spalte 243-244 (sequence 2)
Language
German
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- ^vle Zeloten, die sich darin festsejten, wollten plsabhästgig sein, oder sterben, und so behaup- Hten sie standhaft, höhnend des Römers Siegen, noch mehrere Jahre diesen festen Platz, mit Nahrung und Waffen wohl versehen. Der Römer übertrung endlich die Eroberung dieses Platzes dem Feldherr» Silva./ Dieser schritt zur Blochrung der Stadt, nachdem alle festen Plätze um ihr her von den Römern bereits besezt waren. — Massadah lag auf einem ungeheuer hohen und schroffen Felsen majetätisch in der Mitte tiefer Thäler, die das Alsge von oben herab nicht erreichte. Der Weg histän schlängelte sich über gewaltige Felsenriffe in vielfachen Windungen, je näher dem Gipfel je gefahrvoller. Ein Fehltritt genügte, um den Tod zu bewirken. So mußte man 30 Stadien, also beinahe eine Meile himmelan klettern, ehe sich die schöne Edene auf dem Gipfel zeigte. Eine 12 Ellen hohe und 8 Ellen breite Mauer, worbuf 37 Thürme von so Ellen Höhe in die Wolken starrten, umschloß diese wohlangebaute Fläche,"deren Mitte üppige Felder zum Unterhalte der Besatzung darbot. Alles dies war des baulustigen Herodes Werk. Dort hatte er auch einen Pallast errichtet, ,an Schönheit dem zu Jerusalem gleich, auf kostbaren Säulen ruhend, und mit allen Bequemlichkeit wohl versehen. Eine große Menge Wasserbehälter, tief aus dem Stein gehauen, schüzten vor Wassernoth; ja ein Brunnen führte unbemerkt die Quellen des Thales durch das Innere des Berges kunstreich in die Festung hinauf. Von der östlichen Seite schüzte der Asphaltsee diesen mächtigen Ort, von der Westseite ein furchtbarer Thurm, in den sich der Schlangenpsad hineinwand. Die 'Kornkammern waren überfüllt, Wein, Oel, Hülsenfrüchte und Baumfrüchte waren in solcher Menge vorräthig, daß eine vieljährige Belagerung sie nicht erschöpft hätte. DaK^ Zeughaus ' war mit jeder Art Waffen wohl Mfiet; an Eisen, Blei, Kupfer war UeberflH. HerodeS - hatte diein der Zeit, alS ihm die berüchtigte 2«4 Cleopatra nachstellte, zu seiner Sicherheit bereitet. - Silva zog eine Mauer um den Felsen, um vor Ausfällen geschüzt zu sein; dann begann er Vorkehrungen zum Sturme. Dazu erbot sich ihm ein Hügel in Westen von Massadah, nur dreihundert Ellen unter der Festung Spitze sich en^ digend. Eine zweihundert Ellen hohe Schanze wurde darauf aufgeworfen, und darauf ein so Ellen hohes Steingerüst gestellt. Auf dieserMchtete bald ein Thurm mit eisernen Gittkrn versehen, sein Haupt empor. Die Geschosse spielten gegen die Mauer hinüber. Sturmblöcke von ungewöhnlicher Länge, aus Ungeheuern Balken verfertigt stießen gegen die Mauer aus ziemlicher Entfernung. Bald stürzte ein großer Theil der Mauer zusammen, als die Besatzung der Festung schon eine andere Vormauer errichtet batte. Diese bestand aus einem Holzgerüst, wie zu einem Hause gebaut wird, inwendig mit Erde gefüllt. Die Sturmböcke verloren nicht nur gegen diese weiche Masse ihre Kraft, sondern stampften sie vielmehr immer fester. Silvaließ Vaher die Sturmwerkzeuge ruhen, und nahm zum Feuer feine Zuflucht. Daganze Mauerwerk der Stadt loderte hoch empor; ein heftiger Nordwind fachte die Brunst immer mehr an und bedrohete selbst die erschrockenen Römer; allein bald drehte sich der Wind, und Mauer und Thürme wurden zu Asche. Die Römer erhoben ein Freudengeschrei, wichen m ihrem Lager zurück und beschlossen folgenden Tag zu stürmen. Die Besazung der Festung sah keine Rettung mehr. Alles war mit dem Sturz der Mauern berloren; ihr Schicksal, wen« der Feind den Ort erstürmen würde, war entschieden. Der Much des Kampfeentsank den Hoffnungslosen und machte der kältesten Verzweiflung Raum. Eleazar, Befehlshaber der Festung, versammelte seine Schaaren und redete laut zu allen Kriegern. Mit schauderhafter Ruhe schlug er den Selbstmord alS das einzige MitM zum Heile vor. Die Versammlung schwieg, nur seltene-

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