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Das Füllhorn · 1835-05-28 · 22 (28.5.1835) · p. Spalte 175-176

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
22 (28.5.1835)
Date
1835-05-28
Page
Spalte 175-176 (sequence 4)
Language
German
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so lange brach gelegen haben, entkeimen dem Muen Bearbeiter noch immer treffliche Früchte de-''WissenS. ,Aber all dieses sind nur^ um mich cines^ rabbinischen Ausdruckes zu bedienen, die Periferien um vie wahre eine und ewige Weisheit, welche kst Pie Furcht und Erkenntniß Gottes. (Prov. I, 7.) Ohne gerade in dem DerdammungSspruch Augustins einzustimmen, daß „alle Tugenden der Heiden nur glänzende Laster waren," — denn wir hegen zu große Achtung vor einem Sokrates, Aristoteles Fokion, AristideS, Cincinnarus- Mark Aurel, — können wir dennoch nicht umhin, zu behaupten, daß diese gebildtesten und edelsten Männer der damals Mildetesten Volker sich nie dahin schwangen, wohin das kleine und unbeachtete Volk der Juden durch seine Offenbarungslehre gelangte.. Denn wozu soll alle Filosofie, aller Schmuck der gediegensten und blühendsten Bildung, kurz, wozu soll alles Wiffen, wenn eS nicht führet zu einem Ende -Lund Zielpunkte, nicht Hinleiter zur reineu Wahrheit, die da wohnet in Gott? Denn so langender Mensch nur irdisches Verhältniß berücksichtigt, nur den alleinigen Ruhm bei Menschen sucht, so lauge auch laust er Gefahr, sein besseres Selbst eben diesen Verhältnissen und Rücksichten aufzuopfern, und also nie zu derSelbsterhebung und Selbstveredlung zu gelangen, die er als ein über dem Irdischen erhabenes Gebilde erstreben sollte. Kann aber dieß der Fall sein, wenn der Mensch ohne höhere Belehrung nur seinen Blick so weit zu richten vermag, als ein menschliches Auge ausreicht? Und darum eben sind Griechen und Römer bei all ihrem unabsprechlichen Verdienste für die hohe Bildung der spätem Zeiten nicht als Muster und Vorbilder einer wahren Aufklärung zu betrachten.— Dieses Verdienst gebühret unstreitig, besonders in Betracht zum Ehristentbumund (IslamismuS) den Juden und ihrer frühesten Bildung. Ihr Monorheimus war es, der der sicherste Halt- und Strebcpunkt für alle spätem Zeiten ward, und während das lecke Schiff des heidnischen Aber - Irr - und Unglaubens mit allen reichen Schätzen der anderweitigen Bildung gänzlich unterging, erhielt sich durch alle stürmevollen Zeiten das Iudenthum mit seinem einzigen, aber auch einzig wahren Prinzipe der Gotteinkeit —Monotheismus— siegreich über die wüthenden Brandungen des Geisterkampfes, und an dieser nie verlöschenden Gluth entzündete sich später alles wahre Licht, und durch sie warb auch geläutert der Kem von der Schlacke. DaS Lhristenthum, dieser dem Grunbstamm deS Judenthums eiugepfropfte Zweig, wie Paulus sagt (Röm. II, 17. 18.) hat seine wichtigsten Lehren und moralischen Prinzipien dem Iudenthum entnommen, und wenn ersteres seine vielen Ansprü, che auf die weitausgedehnte Bildung der neu^ era Völker geltend machen will, so -spricht cs im Grunde damit nur seinem Dank gegen daS Iudenthum aus, das gebaut auf die Basis der reinsten Wahrheit auch für seinen mächtigen Einfluß auf die wahre, nicht verfliegenden Bildung spricht. I. Klein. Rosentinktur. , Eine gute Rosentinktur wird bereitet, wenn man die Blätter von unsem gemeinen Rosen (cvlltikolis) unterdrückt in ein Glas thm^und Weingeistd. h. einen Branntwein darauf gießt, sodann verschließt und ruhig sieben läßt, vis zum Gebrauch. Diese Tinktur gewahrt ein sehr angenehmes Riechmittel. Einige Tropfen sind hinreichend, das ganze Zimmer mit Rosenduft anzufullen. Mittel gegen den Wespenstich. Man vermischt Zwiebelsaft mit Kochsalz, tränkt ein einigemal zusammengewickeltes Stück Leinwand Mit diesem Saft und legt es auf den gestochenen Theil» der Schmerz wird sogleich gestillt, und nach einigen Stunden ist nichts mehr als ein kleiner rother Punkt vom Stich zu sehen. Zur Nachricht. Die Einsendungen der Herren N. E., S. P., D. L., so wie die Gedichte des Hrn. B. M. R. sind zur Aufnahme nicht geeignet. Für das Haargedicht des Ungenannten danken wir reckt schön. Die andern gefälligen Einsendungen werden nach und nach ihren Platz finden. Die Redaktion. Die römischen Juden dürfen keine Bärte tragen. Diese Zierde ist ein Vorrecht der Kapuziner und einiger andern Mönchsorden dortselbst. Toleranz. Mir ist da« Wort: Toleranz so verhaßt, als die H ntol« ranz selbst. „Wie?" LerstebHichnur recht! L i e b e — nicht , D »ldung — gebührt! Nedlgirt von Rabbiner T. W. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walthr in DinkelSbühl.

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