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Das Füllhorn · 1835-05-07 · 19 (7.5.1835) · p. Spalte 151-152

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
19 (7.5.1835)
Date
1835-05-07
Page
Spalte 151-152 (sequence 4)
Language
German
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1S1 einvetzbmden, und irrt nur in den Neben - und Unterbegriffen. Beider Irrthum ist groß j sie ziehrn wett ad von der Linie der Wahrheit,, und <Mfernen den Meittchen von seiner Bestimmung wozu auch das Erforschen und Erkennen der Wahrheit und das Festhalten an ihr gehört, der Unglaube aber am Weitesten. Was die Aeußerung Berder betrifft, so muß nun, hinsichtlich der Schädlichkeit, der Unglaube abermals an die Spitze sellt werden. Dieser ist unbedingt schädlich, as kann demjenigen, der nicht an Gott und Vergeltung glaubt, abhalten, Böses zn thun — Ha wo er nicht menschliche Bestrafung ju fürch- " ten hat? WaS soll chnveranlaffenGuteszu chun, wenn nicht aus eigennützigen Absichten. Sein zeitliches Interesse ist sein Gott, und diesem müsse» alle bessern Gefühle untergeordnet werden. Der Abergläubige hingegen kann selbst durch seinen Aberglauben vom Bösen abgehalten und zum Guten geleitet werden. Doch giebt es Fälle, wo der Aberglaube schädlicher werden kann, als selbst der Unglaube. So ist z. B. die in ihren Wirkungen höchstschädliche Intoleranz eine Geburt des Aberglaubens, von der der Unglaube nichts weiß. Hat der Aberglaube nur einmal eine so üble Richtung genommen, so ist er um so schädlicher, als er das Böse, so er sich zum Ziele se;t, als etwas ganz besonders Verdienstliches verübt und daher auch daS Böse mit Enthusiasmus verfolgt. Von dieser Art waren die bei den Heiden ehemals üblichen Menschenopfer, die bei den Indiern heute noch übliche Sitte der Verbrennung der Frauen nach Ableben ihrer Ehegatten, die Jnquisitionsanstalten, die gewaltsame Bekehrungen u. s. w. R — b. England. Bei der Diskussion-über den Russelschen Antrag im englischen Unterhaus« sprach Hr. Littleton folgende Worte: „In den protestantischen Ländern von Europa hat die Freigebigkeit der Regierung gleichfalls für den Unterhalt der Geistlichen aller Kulte gesorgt. So war es in Holland; und in dem katholischen Belgien, welches bisher als eine Zufluchtsstätte der Intoleranz angesehen wurde, hat man e»nen glänzenden Beweis von Freisinnigkeit in religiösen Dingen gegeben; denn dalezte Budget weiset Summen zur Erbauung jüdischer Synagogen au; und was vielleicht weniger zu verwunden ist, was jedoch das HauS sicher mit größer», Vergnügen erfahren wird, ist, daß die dortigen Kammern aus daS Begehren der Regierung eine Summe von 10,000 Frs. zur Unterhaltung der Geistlichen der englischen Kirche bewilligten, nach dem Grundsatz, daß es mit Rücksicht auf die Zahl der Engländer, welche in Belgien wohnen und zu den Staatseinkünften beitragen, billig sei, daß der Staat dafür sorge, ihnen den Trost der Geistlichen ihrer eigenen Religion zu verschaffen. Diese Wöhtthat stammt meiner Meinung nach her auS den Wünschendes aufgeklärten Fürsten, der auf dem Thron dieses Königreichs sizt." — Diese Worte wurden mir einstimmiger und enthaltender Akklamation aller Mitglieder des Hauses ausgenommen. Schriften gegen Juden. Das Franks. Journal meldet vom Main, 2t. März: „Viele Sensation erregt in unfern Gegenden eine Abhandlung über die Juden von Hartmann in Rostock, die sich im «.Bande von Müllers Archiv für neueste Gesetzgebung findet. Die Juden in Baiern und Baden beabsichtigen, wii verlautet, eine Widerlegung derselben, und Jemand in Hamburg soll sie übernommen haben." Wenn der liebe Gott zir Noah sprach: „So lange die Erde sein wird, soll Saat und Aerndte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören," so hätte Er wohl noch hinzusetzen können: „und das Schreiben gegen die Juden;" denn so lange eS böse Menschen gibt, wird auch das Schreiben gegen die Juden nicht aufhören, und so länge die Erde sein wird, werden wahrscheinlich auch böse Menschensein. Ich sage „böse" und nicht „dumme," denn die Leute wollen ja doch lieber döse alS dumm sein; wenn wir gleichwohl daS lejtere Prädikat demjenigen nicht absprechen können, der eine Religion zu verdächtigen sucht, von der alles religiöse Licht ausging, und deren Göttlichkeit die Basis der seinigen ausmacht. — Ich möchte aber nur wissen, wozu eine Widerlegung ausHamburg? Man rufe den ersten besten Schulbuben von der Strasse herbei und befrage ihn über die religiösen Grundsätze, die ihm in seiner Schule beigebracht werden, man nehme das erste beste Schulbuch, deren eS so viele gibt, an die Hand, und-die Widerlegung ist gegeben. Man gehe nach Frankreich, Holland, Belgien, Nordamerika — da lese man die Widerlegung in den großen Zügen des Lebens. ihr lieben Herrn! Wie habt ihr das Eitel so lieb, die Luge so gerne! (Ps. 4, S.) R—d. ^Rcdiglrt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Verlegt von Fr. Walthr ln Dinkeltbühl.

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