Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 17 (23.4.1835)
- Date
- 1835-04-23
- Page
- Spalte 129-130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Füllhorn. Win Lettblatt zunächst für und IV. Donnerstag. über Israeliten. . Len 23. A p r "l l 1835. Gerechtigkeit. — Morgenopfer an einem Frühlingstage. Denn ich au« hem heitern Schlaf erwache, Und mein Aug' die frühe Lerche grüßt. Wen» der Jubel meiner frohen Seele Mit dem ihren dann zusammenfließt, Denn der Nebel, um die Höh'n geleert» Jmmermehr ins Azurblau versiM, Und der Herrscherin de« Tags, der Sonne kaut der H-mnuS aller Sphären klingt, Ja, dann fühl' ich ganz den Gotteefrieden Ja den Frieden einer Welt um mich, Und die Erde weicht vor meinen Blicken, Und der Glaubenshimmel Sffnet sich. Ja, dann fleht das Spiel des wirren Daseins Wie ein Schattentraum vor meinem Blick Und ich trage leis den Himmel In mir selber Uiber Dasein, über Lebensglück! Was ist Schein, was gleisend falscher Schimmer;— Was ist Wahrheit, Gott, auf diesem Rund, Wo im ew'gen Streit der Elemente ' Eich die Menschheit ringet müd, und wund. Diese« Lieben, dieses stolze Hassen, Dieses Jagen nach Genuß und Lust, Dieser lange Schmerz, die kurze Fxeude, Dieses bangende Gefühlter Brust. Dieser Kamps um Güter und um Ehre,' Um minutenlange Seligkeit, Dieses Spiel der Wünsche, der Begierden, Diese Flucht der kaumgeweslien Zeit, Wahrheit, — Friede. Diese eitle Thorheit, die sich schmücket. Nicht mit wahrer innerer Tugendkraft, ' Die von Aussen her gar selbstgefällig, Sich ein modisch Scheinverdlenst erschafft. Alles dieses kann nicht Wahrheit heißen. Alles dieses muß nur falscher Schein, Muß nur Dauer einer kurzen Stunde» Und dann ewiglich vergessen sein. Nur Erkenntniß, daß wir staubgeboren, -Von dem Jrrthum nur zur Wahrheit geh?», Daß wir erst vom Erdentand geläutert. Dürfen, in die offnen Himmel seh'n» Nur der Aufblick zu der cinst'gen Würde, Die nicht irdisch, sondern himmlischst-,- Fübret uns zu dem, «aö in dem Leben Schon mit Wahrheit in einanverstießt, Vater, hilf, daß daß meine Seel« reife Durch Natur und inn're Thätigkcit, Daß ich nicht am Erdenstaub gefesselt Ring' umsonst nach der Vollkommenheit!- I. Rosen feld. Worte des Gerechten. Der Abgeordnete, Herr Dekan Schulz, sprach in seinem Referate über die Angelegenheitze« der Juden bei der jüngsten bayerischen Stände ^Versammlung folgende seinem Herzen und Verstände Ehre machenden Worte, die auch hinsichtlich her