Mannheim
Compact Memory

Das Füllhorn · 1835-04-16 · 16 (16.4.1835) · p. Spalte 125-126

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
16 (16.4.1835)
Date
1835-04-16
Page
Spalte 125-126 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4889117-4929677-4929722--080-4889190
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

125 Königl. Staat-Ministerium des Innern eS für gerecht und gut fand, einige im akkegirten höchsten Reskripte bezeichneten Rabbinen, ihrer unberufenen Einmischung und ihreszwifierregen- -en Verfahrenwegen, durch ihre Kreisregierungen Verweise geben und ihr Verfahren alS höchst schädlich rügen ließ; so Folgt nicht daraus, daß jene höchste König!. Stelle diese Männer der öffentlichen Beschämung anheim gegeben wissen wollte. — Von mir, der ich jenes höchste Reskript nicht offiziell erhielt, wäre eine solche Veröffentlichung ein unverzeihlicher Frevel gewesen, und zwar um so mehr, als jene von der Gerechtigkeit ausgesprochene Masregel Männern galt, deren Alter und Stand mir Achtung gebietet, und von denen Einer schon ins Reich der Ewigkeit übergegangen war, bevor ich Kunde von dem beregten Königl. ReSkripte erhielt.— Was ich veröffentlichte geschah in der Absicht, damit die Gemeinden wissen, woran sie mit ihren Rabbinnen, im Bezug auf ihre Kultusanordnungen halten, auf daß die — nur Unheil erzeugenden Streitigkeiten endlich einmal aufhören mögen. Hier, mein Wahrheitsfreund, chabe ich Ihnen das Innere meines Herzens entfaltet. Bitte aber auch, wenn Sie wieder kommen, mit Ihrem Herzen auch Ihren Namen mir bekannt zu machen; denn das gehört ja auch gewiß zur .Wahrheit, sich mit seinem wahren Namen zu nennen. Der Mann von Ehre, dem es um Wahrheit-zv^thun ist, hat sich seines Namens nicht zu schämen. — Und nun noch ein Wörtchen! Ich sehe es Ihnen an, daß Sie auch ein Freund der Freiheit find; so bitte ich Sie denn, diese Zreiheitsliebe ferner auch auf Ihre Briefe auszudehnen, d. h. sie portofrei zu machen. — Leben Sie wohl! - Der Redakteur. Zur Tagesgeschichte. Die in unserm Blatte Nro. 15. enthaltene aus der Allgem.-Zeit» - entnommene Nachricht der Ernennung und Dekorirung /ines türkischen Rabbiners, gibt die Beilage zum Franks. Jolle. Nro. 87. ausführlich wie folgt: (Konstantinopel, »8. Febr) Wir lesen Nachstehendes im offiziellen Theile des türkischen „Moniteurs": „ES ist in diesem Blatte (im Moyiteur vttoman) angezeigt worden, daß die griechischen, armenischen und armenisch-katholischen Patriqß- Hen von dem Sultan die Ehren - Dekoration erhalten haben. Die jüdische Nation, die edem>« falls durch ihren Großrabbinenvertreten wird,<' erwartete sehnlichst, daß die-kaiserliche Gnadt auch sie, in der Person ihres, religiösen Chef-, mit demselben Zeichen der Huld und der G l e ichheit zu beehren geruhen werde. Bis auf diesen Tag hatten die Juden im osmannischen Reiche da- Recht, ihren Großrabbinen zu wählen und abzusezen, ohne die erhabene Pforte im Geringsten von den Beweggründen solcher Veränderungen in Kenntniß zu seren und ohne Rechenschaft von ihren Handlungen zu geben. Nunmehr ist mit den Notabeln dieser Nation ausgemacht worden, daß künftig die Erwählung und die Abfezung des Großrabbinen nicht Statt finden könne, ohne daß die Regierung davon unterrichtet sei, da die Gleichheit der Rechte nothwendig auch die Gleichheit des Gehorsams (der Pflichten) nach sich zieht. Auf Verlangen des Wahlraths ist der bisherige, zu Iaffi, der Hauptstadt der Moldau, geborene Großrabbinen aögesezt und sein DikariuS an dessen Stelle ernannt worden. Der Neuernannte hat sich, am TagedrrWahl, an die erhabene Pforte begeben, wo er mit dem Kafthan, als dem Zeichen seiner Würde, bekleidet wurde. Don da auverfügte er sich in dem kaiserlichen Palast, wo er, zur Audienz bei Sr. Hoheit -ugelaffen, die Lhrenbekoration in Brillanten erhielt. Da- Prinzip der Gleichstellung Md der Emanzipation der Juden, um das maü in den meisten teutschen Staaten noch ringt, ist also kn drr Türkei anerkannt. Das Uibrige ist die orientalische Form der Anerkennung- Nur

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.