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Das Füllhorn · 1835-04-16 · 16 (16.4.1835) · p. Spalte 121-122

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
16 (16.4.1835)
Date
1835-04-16
Page
Spalte 121-122 (sequence 1)
Language
German
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D-S «> >> Füllhorn Leitblatt zunächst für und Iß. Donnerstag, .5. über Israeliten. den 16. A p r i l 1S35. Gerechtigkeit, — Wahrheit, — Friede. Ein Lied aus der Heldengeschichte ISraelS. Der 114- Psalm. Da Israel aus Aegypten zog, Jakobs Geschlecht aus einem fremden Volk, Ward Juda ihm zum Hriligthum, Israel ihm zum Reiche. Es sah'S das Meer und floh. Der Jordan wich zurük. Die Berge hüpften wie Dike» Die Hügel sprangen wie Lämmer. . Was war dir, Meer, daß du flohst k Du Jordan, daß du zurüke wichst? Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie Dike? Ihr Hügel, daß ihr sprangt, wie die Lämmer? Lor'm Dlik des Herrn erbebete die Erde, Dor'm Dlik de« Gottes Israel, Der den Fel« verwandelt in Eee, Den Stein zum Wafferquell. — , Der Psalm ist einer der schönsten Oden in allen Sprachen. Die abgebrochene Kürze, mit der alledargestellt; die staunende Verwunderung, die dem Meere, dem Jordan, den Bergen und Hügeln mitgetheiltund in Fragen an ^e verdoppelt wird; der hohe Aufschluß, daß daS alles von Einem Blik des Gottes kam, der aus der Wolke blikte; ein Blik, der Fels und Stein in Ströme, in lebendige Quellen verwandelt — durch alledieß wird die kleine Ode zum Inbegriff der ganzen Reisegeschichte. _ I. G- ».Herder. *) *) Vom Geiste der Ebräischen Poefle. > DaS hohe Lied. Der Umstand, daS dieses Lied in den Kanon der heiligen Schrift ausgenommen wurde, beweist zur Genüge, daß man dasselbe von seiner Bekanntwerdung an nicht im natürlichen Wortsinne, alS ein Lied phifischer Liebe, nahm, sondern, daß man seine Worte alS eine Hülle betrachtete, unter welcher ein tiefer Sinn religiöser Ideen und Gefühle verborgen liegt. Daran hielten sich auch mit Recht die Erklärer der alten Zeit und jeder suchte, eine verständliche, allegorisch - religiöse Deutung des in glühender Phantasie geschrirbMen Gedichtes aufzufinden. Sehr angenehm und erbauend für den Israeliten ist die Erklärung deS Rabbi Salomon Jarchi (Raschi). Er schikt derselben, gegen seine Gewohnheit, eine kurze Einleitung voran, worin er die Tendenz seiner Erklärung und eine Rechtfertigung derselben angibt. Aben Esra liefert eine dreifache Erklärung, eine Worterklä-

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