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Das Füllhorn · 1835-02-19 · 8 (19.2.1835) · p. Spalte 59-60

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
8 (19.2.1835)
Date
1835-02-19
Page
Spalte 59-60 (sequence 2)
Language
German
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so >" V. chen Glänz der Gestirne, so geeignet durch die derniffe mich abschrrcken zu lassen. Alle-, was tiefe Stille, welche weithin herrscht, zur Sammlung der Gedanken sind. Wie groß erscheint doch Göttin diesen hehren Einöden, und wie gern überläßt man sich dortdem Nachdenken über seine Allmacht! Am andern Morgen, als eS kaum Tag geworden war, besuchte ich dieMosisbrunnen. Die Tradition, welche ihnen diesen Namen beilegt, verliert sich in die entferntesten Zeiten. DaS Wasser dieser Quellen ist schwefelicht und nicht angenehm von Geschmak, doch trinken die Thiere es ohne Widerwillen. Es gibt dort etwa acht Quellen, die den Beduinen vom Berge Sinai, welche daselbst auf ihrer Reise nach Kairo, wohin sie Kohlen, ihren Haupthandelsartikel, bringen, Halt machen, sehr zu statten kommen. Nachdem ich diese Quellen besucht hatte, näherte ich mich, die Bibel in der Hand, dem Meere. Ich befand mich der Stelle gegenüber, wo Gott dem Moses gebot, daß er seine Hand über die Gewässer ausstreckcn sollte, und wo das Meer auf die Stimme des Allmächtigen zurückwich; ich las hier laut das prächtige DankgebekMvsisund der Kinder Israels; jedes Wort ergriff mich tief, und es war mir, als hörte ich, wie das ganze hebräische Volk seinen Dank aussprach und wie die Echo's der Felsen die frommen Akkorde wiederholten. Am S3. Februar, zehn Tage nach unserer Abreise von Kairo, erblickten wir den Berg Sinai, den Gegenstand meiner Pilgerschaft. — — Es war am 28., alS ich den Berg erklomm, den die Araber Gehel-Mussa oderBergMosiS nennen. Ein Geistlicher aus dem Kloster nebst - einem Janitscharen und einem Araber waren meine Begleiter. Das Aufwärtssteigen geht sehr steil und höchst ermüdend. Nur Steine und Felsen bietet der Weg dar, und überdem hat man »och mit dem Schnee zu kämpfen. Nach Verlauf ei- «ier Stunde war ich abgemattet und wie im Schweiß gebadet; es war alle meine Entschlossenst vvttnöthen, um nicht durch die großen Hinmich umgab, hatte einen ganz eigenthümlichen Karakter; nirgends ein Grün; überall Granit- > blöcke, TiS und Schnee. Kein anderes Geräusch ließ sich vernehmen, als das Gerassel von Steinen, die unter unseren Tritten in den Abgrund hinabrollten. Auf dem halben Wege findet man eine dem Elias geweihte Kapelle vor; man sieht dort eine Grotte, in welcher er ausgeruhet haben soll, nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte unyrwegs gewesen. Vor derselben wächst eine Cypresse von der größten Schönheit, die man hier mittey unter diesen Felsen nie erwartet haben , würde. Ich ruhte hier ein wenig aus. Der Weg blieb sich immer gleich, und der Schnee war an einigen Stellen so tief, daß er weggeräumt werden mußte. Endlich erblickte ich den Gipfel, und von einem lebendigen Enthusiasmus angefeu-_ ert, verdoppelte ich meine Schritte. Bald war ich oben, und warf mich, alle Welt vergessend, ' nieder aufs Antlitz, um den Ewigen im Staube anzubeten. Wir hatten im Erstelgcn des Berges vier Stunden zugebrächt; ein Araber legt den Weg gewöhnlich in der halben Zeit zurück. Ich blieb fast drei Stunden lang auf dem Gipfel, und betrachtete vor allem die Oeffnung in dem Felsen, in welche Gott, wie es im 33. Kapitel des 2. B. Mosis heißt, den Moses treten ließ, als Seine Glorie dort vorüber ging. Wenn man die Stätte selbst sieht, so kann cs nicht fehlen, daß man sich von Ehrfurcht durchdrungen fühlt. Die Trümmer einer Kirche, welche die Kirche der Verklärung genannt ward, hatten die Oeffnung sehr ausgefüllt; doch begab ich mich dahin, und weilte eine ziemliche Zeit darin. Auch eine Moschee gibt es auf dem B^rge Sinai, denn MojeS stehet auch bei den Türken in großen Ehren. Unter dieser Moschee befindet sich eine Art von Höhle, die in der Tradition für die Stätte gilt, wo Mokes vierzig Tage zugebracht hat. Der Granit des FelsenS, in welchem sich die Oeffnung befinde^ ist so hart, daß es mir nur mit vieler Mühe gelang, einige kleine Stücke

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