Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 6 (5.2.1835)
- Date
- 1835-02-05
- Page
- Spalte 45-46 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Geschäfte aufzuschieben, wenn etwa jüdische Feiertage dazwischen kommen. Im Durchschnitte heirathen die Juden früher als die Türken» einige werden sehr jung verlobt, andere nur rissige Monate vor der Derheirathung. Die verheiratheten weiblichen Dienstboten bleiben bei ihren jüdischen Herrschaften in Haleb so lange in Diensten, biS,sie eigene Kinder haben, wo sie oft wieder die Stelle der Ammen versehen. Einige Juden reisen aus Andacht nach Jerusalem, aber diese Gewohnheit ist nicht allgemM. - _ Schulkaudidaten im Rheinkreise. In einem Regierungsrescripte, die diesjährige Prüfung israelitischer Religion- - und Privatlehrer betreffend, heißt eS: Die diesjährige Prüfung der israelitischen Schulkandidaten hat wiederholt die Ueberzeugung gewährt, daß dieselben auf eine gründliche Erlernung des Elementattchulunterrichts keinen Fleiß verwenden, und da» üverhaupt nur sehr wenige einen innern Beruf zum Schulamte kund geben, dasselbe vielmehr nur als ein Mittel betrachten, sich auf eine gemächliche Weise ihren Unterhalt zu verschaffen. Unter sechs israelitischen Schulkandidaten, welche sich in diesem Jahre der Prüfung unterzogen haben, befand sich nur ein Einziger, Jakob Sulzbacher von Sulzdach, geb. 16. Febr. 180«, welcher in den Elementargegenständcn die Note h i nlänglicher, in dem mosaischen Lehrdegriffe und der hebräischen Sprache sich die Note guter Befähigung erworben hat. Auch hat der Zögling des Schullehrerseminars: Moses Eigner von Gaugrehweiler, geb. 16. Febr. 1816, welcher im Jahre 1833 in den Elemeutargegenständen bereits die Note gut erhalten hat, in diesem Jahre sich in der mosaischen Glaubens-und Sittenlehre die Note gut,.in der hebräischen Sprache die Note hinläng'lich erworben. Die übrigen lsr. Kandidaten haben im nächsten Jahre sich abermals zur Prüfung zu sistireu und eure bessere Befähigung »n den Gegenständen des Elementarunterrichts, vorzüglich in der deutschen Sprache und Orthographie nachzuweisen, widrigenfalls sie die Ausstreichung von der Liste der israelitischen Schulkandidaten zu gewärtigen haben. (N.Speierer Leit.) *) *) La steht er in den älter» Kreisen viel besser mlt den israelitischen Cchnlkandtvalen; nicht selten werden iknen die Noten: »Sehr gut« und »Porjüglichr zu Zur Tqgs g eschichte. (Frankfurt, 20. Dez.) Bekanntlich hatte vor einiger Zeit eine Anzahl hiesiger Israeliten ei» Schreiben an Sir Robert Grant in London gerichtet, um demselben für seine Bemühungen tm eaglischen Parlemente zu Gunsten der Emancipation der Juden zu danken: Auf jenes Schreiben ist nunmehr eine Antwort eingelaufen, folgenden Inhalts: „London, SO. August 1884. Meine Herren! Indem ich Ihnen versichere, daß ich die Adresse, mit welcher Sie mich vor einigen Monaten.beehrten, mit herzlichem Vergnügen empfangen habe, muß ich Ihnen mein innige- Bedauern bezeugen über die Umstände, welche den Ausdruck dieses Vergnügens so lange verzögert haben." — Nachdem Sir Robert Grant hier angeführt, wie diese Verzögerung durch den Drang von Geschäften entstanden sey und wie seine Berufung nach einem fernen Welttheileund eine langwierige Krankheit seinen ganzen Briefwechsel in Rückstand gebracht, — wie er übrigens auch das Schicksal der Frage, die er eben damals zum Drittenmale dem Parlament vorgelegt, habe abwarten wollen, fährt er folgendermaffen fort: „Ich habe Ihnen ferner mein aufrichtiges Bedauern darüber au-zudrücken, daß das Ereigniß meines Antrages von der Art war, die lebendigen Hoffnungen der Freunde der Gerechtigkeit und Duldung noch einmal niederzuschlagen und ihre Gefühle auf das Schmerzlichste zu verwunden. Selbst unter diesen Umständen jedoch halte ich mich für berechtigt, vielmehr im Tone der Gluckwünschung als in den Formen des Beileids an Sie zu schreiben. Denn Allen, welchen der Ersolg der fraglichen Maßregel am Herzen liegt, muß es nicht geringen Trost gewähren, daß, wenn auch mit schwachen Kräften vorgeschlagen, sie von einem Talent und einer Beredtsamkeit unterstüzt, und mit einem Uebergewicht von Vernunftgründen verfochten wurde, die ihrem hohen». Werthe entsprechen, und daß das Haus der Äcmeineü in England, indem es sie zweimal beinahe einstimmig angenommen, (Uz^ -,ccl«m»iinn) ein nationelles Pfand gegeben hat, welches, wie man zuversichtlich ermatten darf, dir Weisheit, da- Rechtgefühl und der Gcmeiugeist eines zukünftigen Parlamentes auslöscn wird. Pas mich Tdeil. — Es wirk auch, nach schn'flkiäen Berichten über tas Mangelbaste binsichtlich tc« Religlaiit« Unterrichts in trn Säulen des Rbeinkreises geklagt. Vir werten demnächst etne »on Freunde« Hau» besitzende Relation hierüber liefern. D. Red. '