Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 5 (29.1.1835)
- Date
- 1835-01-29
- Page
- Spalte 39-40 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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einem Franzosen, fing aber alSbald sein Geschäft auf eigene Faust an, waS ihm besser behagtr. Ein Paar Frauenschuhe werden mit 2 fl. 30 kr. bezahlt, 1 Paar .schöne Stiefel,' mit Seide genäht, mit iS fl. SO kr., das Sohlleder, bester Sorte, kostet 30 kr., daS Kalbleder hingegen ist etwas theuerer, alS in Deutschland. Handwerker, deren Geschäft nicht durch Maschinen betrieben werden kann, so z. B. Schuhmacher, Schneider, Gerber, Tischler, Zimmerleute, Maurer finden dort gute Rechnung; nicht aber jene, die maschinenmäßig betrieben werden können, alS: Tuchmacher, Zeugmacher, Feuerarbeiter. Besonders einträglich ist daS Schneiderhandwerk: für Arbeiterlohn eines RockeS ivrrden 15 bis 20 fl. bezahlt. Dabei haben die Schneider die schönsten Läden. Der Briefschreiber rathet daher seinem Freunde, einem Schneider^ aufS Nachdrücklichste, nach Amerika zu reisen. Die deutschen Mädchen, sagt er, sind dort sehr beliebt, finden leicht Unterkunft, und können sich in Diensten monatlich 15 bis SO fl. verdienen; auch werden fie lieber geheirathet, alS die Amerikanerinnen, denn die Amerikanerinnen arbeiten nicht gern. Heirathen kann jeder nach Belieben; eben so Geschäfte, treiben, wa- und wo er will; man ist in dieser Hinsicht durchaus keiner polizeilichen Beschränkung unterworfen. Wolle'ist sehr theuer; daS Gold steht sehr schlecht: eine doppelte Louisd'or gilt nicht mehr alS 7 Dollars (17 fl. 30 kr.); er räth daher seinem Freunde, kein Gold mitzubringen, sondern bayerische Kronenthaler, S Franks Stücke oder Wechsel. Logie und Kost ist sehr theuer; er, der Briefschreiber, zahlt wöchentlich 7 fl. 30 kr. hiesür. Die deutschen Einwanderer stehen nicht im guten Rufe und gemessen wenig Zutrauen bei den Amerikanern; man In dieses Blatt werden auch Anzeigen jede titzeilr, ausgenommen, welche franco unmittelbar < sagt, fie seien ^unverträglich, betrügerisch usw. Juden wohnen ln New- Kork 600Familien; siehaben 3 Synagogen, zwei deutsche und eine portugiesische; leztere wurde erst erbauet, und am jüngstverwichenen Wvchenfeste eingrweihet. Sine Beschränkung hinsichtlich der Religion findet nicht statt. Eine Reise von New-York nach Philadelphia, eine Strecke von 100 englischen Meilen, legte der Schreiber des Briefes auf einem Dampfschiffe in 7 Stunden zurück; eine solche Reise kostet nicht mehr alS 2 fl. SO kr. usw. G e i st e S b l^ü t h e n. Der Glaube ist daS emporgehobene, die Demuth das gesenkte Auge der Welt. Wem beide mangeln, dessen Auge ist verschlossen oder blind. . Man kann Gott nicht suchen, ohne sich selbst immer mehr zu finden, oder umgekehrt. Der König ist der — die Individualität deS Staats, die Heiligkeit deS Gesetzes, die Gemeinschaftlichkeit des einzelnen Willens mistifizirende Mensch; das Symbol dessen, wofür wir in unS selbst die höchste Achtung haben. Darum die unaufhaltsame Ehrerbietung für die Majestät, die jedem guten und moralischen Menschen natürlich - ist. — — M i S c e l l e n. Bei der israelitischen Kultus- Gemeinde in Bamberg, woselbst eine gesonderte isr. Armenkasse bestehet, werde« nach einer seit sechs Jahren eingeführten Gewohnheit, jährlich zur Winterszeit freiwillige Beiträge zum Holzankaufc für Arme zusammengeschoffen. Der Ertrag der diesjährigen Sammlung ist 42 fl. Sj kr. — Dank den edlen Gebern'. Israeliten findet man in den meisten Provinzen Arabiens. Im bergigten HedschaS gibt es sogar einige unabhängige Stämme, die ihre eigeneif ScheikS (regierende Stammhäupter) haben. Art um den Preis von 3 kr. die gespaltete Pedie Verlagshandlung einzusendeo sind. Arbigirt von S. W. Rosen selb, Stadt-und Distrikts- Rabbiner in Bamberg. — Verlegt von Fr. Walthr'schen Buchhandlung in Dinkelsbühl.