Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 1 (1.1.1835)
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Landboten amtzMischeirMichstage von 1631, redigirt von Or. Rlckakd Otto Spazcier, Mitglied« des französischen historischen Instituts und der polnisch - literarischen Gesellschaft zu Paris. Stuttgart. HSrodhag sche Buchhandlung. 1834. Der Herr Herausgeber diese« Werk« sagt kn sÄnem Vorworte: »die Sonne der neuen Zeit, die mit Ihren erhellenden, erwärmenden und belebenden Strahlen in die bisher so lang verborgenen Liefen menschlicher Verhältnisse und der untern Klassen der Gesellschaft gedrungen, hat auch endlich den Zugang zu einem Volke gefunden, an dem sich so viele Jahrhunderte versündigten z da« zurückgestoßene wurde von dem heimischen und traulichen Herde^an welchem sich-leandern Menschen behaglich wärm-' i-nTvaS im Dunkel und in Verachtung schmachtete, und dort von den Mitmenschen an Geist und Körper zu verkümmern verdammt war, mit einer Gefühllosigkeit, die kommenden Geschlechtern unerklärlich bleiben wird.« »Gerechtigkeit! die so lang und schmählich versagte endliche Gerechtigkeit unseren israelitischen Mitkrüdern! Lin endliches Aufhören jener furchtbaren Bestrafung, die ein finsterer Aberglaube, vor dem die Geschichte selbst einst erröt'hen wird, einem unschuldigen Volke aufgelegt, und mit der er eine von Vätern nicht begangene Sünde an ihren Enkeln straft! endliche Gerechtigkeit diesen Unschuldigen — ist seit einer Reihe von Jahren das LofungSwort edeS aufgeklärten Staatsmannes und Philosophen, jedes, jeiner wahren Humanität huldigenden Mannes und jede« Predigers des wahren göttlichen Wortes geworden. Ganze Länder. Frankreich und Holland, haben »lese Gerechtigkeit seit längerer Zeit geübt. Selbst in Deutschland, wo der Christ so lange dem Christen sogar Dllldung seiner religiösen Glaubens weise, gegenseitig verweigerte, hat sich seit einigen Jahren ein Geist des Erbarmens für Israeliten geregt, dem von den Ständen des Ehursürnenthume Hessen der erste wahrhafte Ausdruck im Sinne des Volkes In Wort und That glorreich gegeben wurde; und in dem deutschverwandten England, sobald der Saame der Toleranz bel der, von politischer N-thwrndigkeit gebotenen. Emancipa- '8 ticn der Katholiken nur einmal ln die Herzen diese« so hoch, verständigen Volkes gelegt worden, wuchs er schnell zu einem Baume in die Höhe, der auch dem Volke Israels die schuhenden Zweige darzureichen beginnt, und es gar bald ganz unter, sein schirmende« Obdach nehmen und bergen wird.« .c »Aber »« ist die Sache der Freisprechung der Israeli» len nicht blos «ine Pflicht der Moral, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit, sie ist noch «eit mehr eins der höchsten Interessen »er Eivillsation und des Intellektuellen Fort» schreitenS der ganzen Menschheit; denn die Verfolgung traf nicht nur ein unschuldiges, sondern ein hochbegabte« und geistreiches Volk, dessen reiches Talent, statt der Allgemeinheit Früchte zu tragen, größtentheils im Kampfe mit dem Elend unterging, oder in dem einzigen Streben nach materiellem Gut, mit dem der Israelit allein unter feinen, Gold doch noch mehr als kirchliche Dogmen schäzzenden. Mekenmenschen elnGArt Wohlse,» sich zu erkaufen hofftet »Die Ilnwiderlcglichkeit dieser Wahrheit bewies manulgfach auch die neueste Zeit. Frankreich und Holland sind an verständigen, wohlhabenden und rechtlichen Staatsbürgern so viel reicher, als die Israeliten emancipirt, und ernten schon heut« den» dem Gerechten verheißenen Lohn.« —Auf den Inhalt des Werkes selbst, wovon die erste die», serung vorNegt, «erden wir späterhin zurückkommen. M i s c e l l e n. Man zählt «7 Sprachen, in denen der Name Gottes aus vier Buchstaben besteht. In der äthiopischen Sprache heißt Gott sdeck. — (Die vier ersten Buchstabendes hebräischenAlphabeths.) Nicht nur die Israeliten, auch die Griechen beten mit bedecktem Haupte. , 2m Jahre 1833 betrug die jüdische Einwohnerzahl von Warschau 33,s-27. Nach.amtlichen Berichten betrug die Anzahl der Israeliten im Königreiche Würtemberg am 8. Nov. 183S 10,«7Ü Seelen? Von diesem Blatte erscheint jeden Donnerstag 1. Numer. Wöchentlich kann es durch itdes Ober- und Postamt um den halbjährigen Preis von fl. 1. 21 kr. ohne SpedMonsgebuhren, und vierteljährig m einem modernen Umschlag drosch, um den Preis von fl. 1. — im Buchhandel bezogen werden. Da unr wenige über die bestellten Exempl. gedruckt wurden, so bittet man um schnelle Bestellung. Dle Verlagshandlung. SKkgkt von S. 2». Rosenfeld. Stabt. und Distrikts - Rabbiner ln Bamberg. — Verlegt von Fr. Walthr'schm Buchhandlung in Dtnkelsbühl. X .