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Freies Blatt · 1896-06-28 · 221 (28.6.1896) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
V (1896)
Issue
221 (28.6.1896)
Date
1896-06-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 221. .freie» Blatt. L als er »och i» meinen Diensten stand, Maiicheo gegen mich nnd mein Reich in Bücher» »iedergeichriede». llher die 2'Zahrheit in immer mir;nm (''nten. Zd> lüit über,engt, .'Xfim 'l:olaf wäre nicht für eine Manllhierladnnez. voll Toman» Klienten»;n bewegen gewesen, das l^egenlheil von dem, was er über mich schrieb, zn schreibe», ,i»d deshalb 4 nd)tc ich ihn n»d sein B.'ort, wen» es mir auch nicht schmeichelte,' n»d hege keine» (^roll gegen de» guten, redliche» Monn im ,'>er;e». Veto ttjnt eS mir nur, das; er nicht der H-lim Basdti des Herrichero von Oesterreich ist n»d nicht ciiinml saertip (•''eiioviil'l, tvas er ja in oiti» doch langst gewesen ist. '.'Iber er soll noch;nm iri'it iomano j von mir haben: ich weiß, die sind ihm doch lieber als Crbe»." Aus antifomitifchon Vereinen und l>r fammhuuvn. »Wiener Gemeitiderath.l?ie eifemiidie Sitzung von, l» d:j|. war zunt giofucn a heile von der Discnssion der gegen den Wiener Vollsbildnugsverein geridiielen Anträge des sladlralhes ausgefüllt. T.ts Tageseteigniß bildete ndo.1i ei» in verlrnnlicher sitznttg ge'aßtcr Bssililuß ans Vetlelhung der groß.» goldenen Salvator 'Medaille an de» 'Margarelhener Sdiöit'ätber 'iOtifielm P j i fl e r. Es ist die» derselbe Psister, weldier vor zehn fahren, all in 'Wien uodi ganz andere Anstandsbegriise vorlierr'cheud waren, dnr.1i einen von ihm vei übten '.let widerwäiligen Nadererlhums allgemeine Entrüslung erregte nnd si.1i de müssigt sali, für längere Zeit int Hintergründe -zu bleib.». Jie Ausz.'i.Iiunug Psister'S ist, wie eS scheint, der Vorlänscr der Verleihung des Ehte>tbürgerte>1»es an höher angestellte Freunde des regierenden Vicebi»gei>neine:s, z. B an den Mechaniker Scl> ueidet nnd an den „I n st i g e n P o l d l, den ürv’T’.urer von schrick. 'Wien hat eS weit gebracht! (Gknosscilschast der .'ileiöermaclier.i Zn der Vollsi,alle >a»d am 22. d. M. die diesjährige Generalversainutluiig der Genvnein.1i.ist der .'ileiderinacher stall. Ter antisentilinlie Vorsteher, Foies Fenz l,. ermahnte znnächst die Veiiammelteu, die Verhandlungen nicht durch lärmende Scene» zn stören, damit die TageSorkimng zn Ende beratbe» werden leime nnd die Versammlung nicht wie die letzte wegen tninultuaiilcher Geeiten vorzeitig geschlossen werke» müsse. Hieraus erstattete er den Jahresbericht nnd klagte über die stet-r zunehmende Berichle.1i tetnng der Lage de) Gewerbes. Tw II.lachen des RsedergangeS ieien vornehmlich in der übergroße» Eiment ten; zu suchen, besonderin der der Eonsectiouäre. . Zm vergangenen Zähre sanken eiroä zwölshundett Neuannt.ldnngen statt, und monatlich tvnrden im Tur.li'cbiiitte lmndert männliche und hundert weibliche Lehrlinge sreige>pro.1ien. Zm weiteren Verlause seiner Aus'ührungen belogte Fenzl die „'.liolhivendigleit einer Veridiärfung des BesitliigungSuachweiies und Ausdehunng deSielben ans die Großindustrie". Tie 'Wunsche der .'tleingewerbe j treibenden,, welche ans Ger.oisenschaü-lagen, in Pelitionen und Eu.m-'len zu in Ansdrud kamen, sinden bei der Regierung keine Berüdsi.litignng, sie ichüve »nr die Großen, nnd selbst die Bewerbnkigen der Wieizer Genossenschast nnd des/ Allgemeinen österrei.liiicheii Schneidermeister Verbände» um Vieserungeti blieben . erfolglos. A'le großen Lieferuiigen seien in den Hände» von Nichlschneidern. Hieraus reserirle AnSsdiußuiitglicd Wegk über de» Voranschlag für das Fahr!>!»>. Er gab seiner Befriedigung über daS neue Regimetut Rathlianse iflne druck, wo „ein fri'cher und neuer Geist weht, der in .nutzem auch im 'Parlamente seinen Einzug halten ivird" Schneidermeister S iv a i e l bemerkte gegenüber der Behauptung eines Vorredners, daß die Znden das Geschäft verderben, daß die Meiner selbst schuld seien an de» niedrige,, Preisen, sie haben, ui» die vSonenrrenj zn verdränge», den Eonseelionären immer billigere^ Preise gestellt.^ Tie Fabrik in Mariahilf, welche christlich ist, zahle die allersdsledilesten Preise. Ter Voranschlag soivie der Rechnnngsanswei» pro lSül wurden einstimmig ge nelmugt. Sodan» referirte.AnSsdiußuiilglied Geineinderalh H n l> i k zni» nächsten Pnnlte der Tagesordnung: „Stellungnahme gegen die Errichtung von. >'o geiiannlen, den BesähignngsuachweiS ttnigehenden, sabriksntäßigen Betrieben und Besprechung der dein Reichsrathe vorgeleglen Geiverbenovelle." Er behauptete, daß am Niedergänge des Gewerbenur die Gewerbefreiheit schuld sei, welche znnt Unglück der Minneuicheu mißbraucht wurde. Tieie Freiheit habe die „Fremdlinge" angeloclt, welche die etbgeiessenen Bürger zngrniide richleten, während sie immer, reicher wurde». Es wäre Pflicht der Regietung, das einheimiidse Volk zu schütze», die Einführung einer Meiste!prüsnng sei dringend nolhwendig. ituotel polemisirZe unter beslai.digei» Widerspruch gegen die Ansfithrnngen ke» Vorredners und bemerlte unter 'Anderem, daß selbst der schärssle Befähigungsnachweis keine Besserung der Erwerbsverhältnisse herbeisühren lverde, da durch denselben weder die Eonenrren; der Großindustrie beseitigt, noch die Eonenrreu; derKleingewerbetreibenden untereinander vermindert werden könne, lächerlich sei es aber, silr den sdsle.lilen Geschäftsgang die Znden veranlworllich zu machen. Wir leiden Ha»p:sächlich, sagte der Redner, durch den Mangel an einer gmen Schulbildung. W e g 1 bemerkte, daß die „Fremden" die Schneider gezwungen J haben, in Folge der schlechten löhne schlecht zu arbeiten; so lange es keine Eonsertionäre gab, sei es den «dsiteidern gut gegangen. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen, iv« de ein«; Resolmioit im Li» ne der Ättsflthtnngen des Seite ». Referenten angenommen. Ans Antrag des Meisters Wojak wurde beschlosieu. die Genossenschailsvorstehnug solle sich zum Bürgermeister und zu den Vice burgettneisieru begebe», um dieselben zu beglüelwiiiiicheit nnd sie gleichzeitig zn etsuelien, dje oominunalen Tchndiderarbeiten der Genosienschasl zuzttwenden. Ferner winde »her Antrag des'Meisters T o l e i i ob die VotsteHtnig beauftragt, fidi zum Jtaiier zu begebe», demselben die läge der Lchncidergewerbes zu i.liiieetn und ihm die Bille zu unterbreiten', daß der Wiener Genossenschast v ätarische Arbeiten zugewiese» werden solle». iVorlänsig noch Rgtlalor. 1 Zm Xl. Bezirke vetaustaltete am IS. d. M. < ein aus den Nelken Tarnen Brokowskli, Noival, Proichek. >iratli, Toleschal, Ltrobäl :c. bestehendes Eoinil.' ein lneger Fest. Frau B r s k o w s k t> überreichte, wie aniiseinitiiche Reporter melden, Herrn l n e g e r „ciii prachtvolles, reich mit Tilhereiielirnggeu geschmü.kles Albm» sowie eine an« weißen Nelken I gebildete .'turne ans eidem mit lorbeerblänerü beiaeten Hiffett". Auch der zweite Vioeburgermeister, der sich im (''.'felge seine» GönnerS befand, erhielt eine Blnnieuspende, und zwar mit Rüeksi.1>t aus seine nationale lantniSseele „einen aus iveiß.u- Nellen unk .'t o r n b l tt m e n bestehende» Tlranß". lueger dankte . für die „Ehrengabe" und sagte dann: „Wohl war der Verzicht aus die Bürger s nteisteewürde eine sdiwere Ausgabe, die mir von Gott gestellt.worden ist, aber sie >>t mm über wunde». Zch gestehe ausrichlig, weitn ich Bürgermeister ge t worden wäre, hätte ich so.viel von dem ovfern »tiisse», daS mir znr Freude s gereichte und eine» sii>che!i' B.'iilh einftößle, daß, i.li heute froh bin, diesen Freudenbecher mit den WerintilliStropsen nicht zur Neige geleert zu haben. J.ch tön,ne n.Ist mehr an Versanimlungen theilnehmen, ich lörntte nicht von Ort zu 'Tri eilen — mit einem Warte: ich könnte nicht der Agitator sein, der ich bisher immer gewesen bim" lueger meinte, die Zeit der Ruhe sei für ihn »od, nicht gelommen, fügte jedoch hinzu, daß sie vielleidst einmal kommen weide. Vorläusig intisse er arbeiten nnd werde es freudig thnil. — Am 21. d. M. arbeitete der Wiener A»lisemiteuliänptling in Hainbnrg und schimpste in . einer dortigen Ainiiemitenversanmilung nanrentlidi über die nngartscheti Inden.! Eine ivohlorganisirte Elague begleitete sein Geschinipse mit ZnstimmnttgS- , luudgebnngeii, sogarmit — Eljenrusen. Aut 22. d. M. arbeitete Lueger in! '.IVargatetlieii; er ist täglich anderswo, oft an zwei oder drei stellen, an ' der Arbeit. Bott den Lalzhtirgkr „dtristlichcii socialrcsor»tkrn".i Hosratl, Liner, der >tin 2i>. April in Salzburg einen Vortrag über die staatliche Gewerbesörkernng hielt/ e.nteie dafür von seile der dortigen „christlichen Locialresoeiner" ^chle.lite» lohn. Zn einer vor .'inrzeni abgehaltene» Persaniinlung ivnrde nämlich solgende Resointion gefaßt: '/Tie heute zahlreich versammelten Gewerbetreibenden Salzburgs inißbilligen die Bentttzniig parleipolilischer Bereinezn Vorträgen von seile staallidl Angestellter und bezahlter Ftinelionäre, so der Vortrag des Herrn Hosralhes Ez»er am 26. April d. Z einer gewesen ist, und sorder» hiezu die alleinige Heranziehnug und Vetmilllung der gewerblichen Genossens.chaflen, beziehnngsweise GenosseusdiastSvetbLnde. Zn Anbetracht des Bortrag.» de» .Herrn Hosiatlies Enter erklären die Versannnellen weiter, daß sie eine gut tlieoretiid>e schinbildnug, praklis.lie Belehrnng und leihweise Ueberlastung von Pkas.liinen allein bei weitem nichl genügend craehten, mit dem Verfalle deS ÄewerbestankeS Einhalt zn thnn letzteres beding! die EtsnUung zahlreicher Wünsche, wie sie ja seinerzeit bei der Gewerbeenanöle vorczebradit wurdest; das ist aber heute, wie die Geiverbenovelle zeigt, nicht zu ertei.lieu'uud wird wohl so lange nicht zu erreichen sein, als der Gewerbestand nicht wieder ein mächtiger Factor wird, mit fern Regierung und Vollsveclreier rcd>nen mnsseu. DieVersainmeltenempseblen daher allen standesgenoffen dringendst den Znsain»ieit>chltiß zu einheitlichen Brrbänden und zn einet großen l'sesaniintorganisalion und fordern hiezu dir staatlidjc Beihilfe. Hinsichtlich' der Behaildlnng, weldie dem Herrn Bauingarlner, dein Vorsitzenden des Genossens.liastsverbandes, von seile des Herrn HosratheS Einer in der Veisauimlung im Enrhause bei der daran sich knupsenden Debatte zutheil wurde, müssen die Versammelten ihr lebhasteS Bedauern anSdriieten. Die Ärr der Eiitczegnnng de» Herrn HofralheS erregte in unseren,'treisen mnsomehr Besieniden, chs Herr Baningattner in vollloinmen sachlicher nnd ruhiger Weise die Ans.liauungen der hiesigen .'tleingewerbelreibenden darlegke und man von seile einer ig hochgestellten, gebildeten Persönlichkeit eine ebensolche Erwiderung - erwarten durfte; die beleidigende, hochinüihige Sprache PeS Herrn HosratheS Extier tei biemit »achdtüeilichst zurüekgewieseu tind Herr» Baumgartner der Taul nnd das vollste Vertrauen der heutigen Verbandsversanimlittig autgedrildt." Ein Herr s lamp fl aus Braunau ergriff hierauf zu einem längeren „Vortrag" das Wort, überbradite die Grüße seiner Gesinnungsgenoffen („Schwarz ist mein liebliugscouleur", möchte er wohl hinzusügenä, constatirte mit honigsüßen Worten, daß eS ihn voin ganzen Herzen freue, auch hier die Berhandlunge» genau in dem sinne zu hören, wie er sie in Wien, Graz und Troppau' zn hören gewohnt, »nd dez.'lchu.'le sich wohl mit etwas falsch angebrachtem stolze als Mitverfasser des an den Hosrath Enter vom Troppauer Gewerbe, Eongreß abgesandten Mißtrauensvotums, eS müsse ihm 'daher eine besondere Genngthnung bereite», daß auch die Salzburger Kleingewerbetreibenden ans seinem eigenen Standpunkte stehen. Er stellte die feste Organisation der Arbeiterschaft den Ztleingemerbetreibenden als Beispiel hin und wünschte, daß in jeder BezirkShauptmannschast die Gewerbetreibenden sich vereingen und Genvssen- /

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