Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- V (1896)
- Issue
- 202 (16.2.1896)
- Date
- 1896-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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itht 10. freies Blatt. Br. 202. i und auf ältere engherzige Gesetzgebungen der betreffenden Gebiete zurückzugehen. Einige der neuerworbenen LandeStheile hatten bis dahin keine oder eine geringe jüdische Bevölkerung gehabt und auf Grund früherer Verfassungen gegen die Ueberffedlung der Inden protestirt. Namentlich hatten einige Städte ihnen znstehend« Privilegien geltend zu machen gesucht, weil man ein unverhältnißmäßiges Zudringen der Juden aus Posen gefürchtet. So war in manchen Gegenden die Judenschaft sehr übel daran. (Fortsetzung folgt.) Literatur. »C»s«0P«lis." Unter diesem Namen erscheint seit Neujahr in London (bei T. Fisher Unwin) eine von Fernand O r t m a n » herausgegebene »Internationale Revue", deren Eigenart verdient, daß man sich mit derselben beschästige. .ToSmopoliS" — eine Monatsschrift, deren einzelne Hefte den Umfang von förmlichen Bänden haben — nennt sich deshalb international, weil ihr textlicher Inhalt in drei Sprachen abgefaßt ist: englisch, ftanzäsisch, deutsch. Sin Blick in die vorliegenden beiden ersten Hefte genügt, um fich über da» Principielle diese- Modul klar zu werden. Sine große Zahl gehaltvoller Essay», Erzählungen, Fragmente und Referate (über Politik, Theater, Literatur) vertheilt fich auf eine Reih« glänzender Namen. Wir finden die englischen Schriftsteller Eharle» D i l k e, Robert Loui« Stevenson, Henry James, Edmund Sasse, William Archer vertreten; weiter die Franzosen Sarcey vourget, Rod, Anatole France, Gyp, JuleS Simon, schließlich die Deutschen Wildenbruch, Mommsen, Spielhagen, Erich Schmidt, Peter Rosegger, Max Lenz u. A. Diese Namen allein bedeuten ein Programm. Jeder dieser Autoren schreibt in seiner Muttersprache, und nachdem nach viel« andere literarische Kräfte der drei hervorragenden Eulturvölker in Reserve stehen (wozu auch Oesterreich manch bewährten Bertreter de» Schrift - thumS stellt), ermißt man die ethische Bedeutung, deren Hauptziel dahin geht, geistig einigend zu wirsen in einer Zeit, wo der Lärm der Politik und der Sonderinteressen zwischen den Böllern immer tiefere TrennungSfurchen zu ziehen droht. »EeSmopoliS" ist demgemäß seiner Tendenz nach »in großaugelegte« literarische« Unternehmen, dem die auerkennenSwerthe Aufgabe zufällt, da» geistig« Leben verschiedener Racen und Bölker auf gemeinsamer Arbeitsstätte abspielen zu lassen; die »Revue" wirkt ferner bildend auf die jeweiligen Sprachkenntniffe de« Leser« indem dieser in die Lage versetzt wird, in einem und demselben Hefte, in welchem er seinen heimatlichen Schriftstellern begegnet, den geistigen Inhalt ftemdsprachigrr Bölker in vollendeter Diktion in sich aufnehmen zu können. E« gibt keine zweite Zeitschrift dieser Art, und e» ist ein erfteuliche« Zeichen, daß gerade jetzt, wo der Gesichtskreis de« politischen Leben» so vielfach von dunklen Lorkommnissen getrübt wird, Männer sich finden, die über den Wirrwarr der entgegengesetzten Interessen hinweg fich die Hände reichen, um sich geistig zu vereinigen, den Staatskünsten zum Trotze, welche die Bölker weit mehr einander entfremden als sie verbrüdern. Da» Jänner-Heft der neuen Manat«schrist erzielte »inen schönen Erfolg, der dem soeben erschienenen zweiten Heft (Febniar 1896) hoffentlich treu bleiben wird. Neben der eigentlichen BerlagSstelle in London besorgen nicht weniger al» sech» »Generalvertretungen" den buchhändlerischen Vertrieb, und zwar in New-Dork, Pari», Amsterdam, Berlin, St. Petersburg und Wien (hier A. Hartleben'« LerlagShandlung). Die Organisation ist musterhaft, die Leistung — wie da» vorliegendr zweite Heft von nicht weniger al» 320 Seiten (Preis I fl 50 kr.) darthut — vielversprechend für die Zukunft. E» ist zu wünschen, daß da» danken«werthe Unternehmen in den berufenen Kreisen jene Stütze findet, di« e» seiner Tendenz nach vollauf verdient. »Der Stri» der Weiset!." In rascher Folge find die drei ersten Hefte de« VIII. Jahrgange» dieser trefflichen im Berlage von A. Hartleden erscheinenden gemeinnützigen Zeitschrift erschienen, und jede» derselben überrascht durch di« Fülle und Abwechslung seine» Inhalte». Da« nunmehr vorliegende vierte Heft hat nachstehenden Inhalt: Der Erdmagnetismus und da- Erdinnere; da» Lick-Observatorium (mit 8 Abbildungen); Anwendung der Galvanoplastik hei Kunstwerken großen Umfanges; Patronen-Drehbank (mit 10 Bildern); Ein neue» Lichtphänomen (Profeffor Röntgen'S Erfindung betreffend) und viele andere »Naturwifienschastliche Mittheilungen". Im Notizentheil (»Klein« Mappe", mit 13 Abbildungen) finden sich bildliche Darstellungen der LisirvOlAchtungen bei Gewehren, v»n Projectifen durchschoffener SchiffSpanzer, Constnictionen von Holzcemeatdächern, Weichenanlagen auf amerikanischen Bahnen, die australische »Zickzackbahn" u. A. Außerdem enthält die Rubrik »Notizen für HauS und Hof" vielerlei praktische Winke. Ein Literaturbericht schließt den sehr vielseitigen und trefflichen Inhalt dieses Hefte». »Der Stein der Weisen" erscheint in Halbmonatheften (zum Preise von 30 kr. oder 50 Pf) und ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Ankündigungen des „Freien Blattes". IM" Inserate werden angenommen, sowohl in unserer Administration, ah; auch im Anilo»ce»-Burea» M. Duke». "WW Etablissement NACH E Ft 1 ~ Täglich . " ausserordentlich reichhaltiges Programm. Cuit<Er9(PaaB| 7 Ufer. Beginn prlefie 8 Uhr. Direction: F. Krlebanm. Rogsan, Wasagasse >r. 33. — Telephon 636. Töglicil I Internationale Künstler - Vorstellung. DM- Neues Programm. -WM CnMA*Er8fToaog l^7 Uhr. Anfang '/,8 Uhr. Die stimmfähigen Herren Actionäre der Nlß()ßrOStßl*rßlCtliSChßn ESCOmptß-GßSßllSCtlclft werden hiemit zu der am 29. Februar d. J., um 6 Uhr Abends i m G ebäude der Gesellschaft, IF1 :r e i m. g- 8 stattfindenden dreiundvierzigsten ordentlichen Generalversammlung eingeladen, in. welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen werden: 1. Vortrag des Rechenschafts-Berichtes und Vorlage des Bilanz-Abschlusses pro 1895. 2. Berichterstattung des Revisions-Ausschusses. 3. Verwendung des Erträgnissesund Bestimmung der für das abgelaufene Geschäftsjahr zu zahlenden Dividende. 4. Antrag des Verwaltungsrathes auf Abänderung mehrerer Bestimmungen der Statuten, insbesondere der $5 3. 13, 14 und 47. 5. Wahl von Mitgliedern des Verwaltungsrathes. 6. Wahl von vier Mitgliedern in den Revisions-Ausschuss zur Prüfung der Rechnungs - Abschlüsse des Jahres 1896 (§ 46 der Statuten). WIEN, am 6. Die Herren Actionäre, welche an dieser Generalversammlung theilzunehmen beabsichtigen und welche als solche drei iMonate vor dem Zusammentritte der Versammlung in den Actienbüchern der Gesellschaft .eingetragen waren, werden demnach eingeladen, je fünf auf ihre Namen lautende Achen vom 8. Februar 1. J. angefangen bis längstens 14> Februar d. J. bei der Liquidatur der Gesellschaft gegen Empfangnähme der Eintrittskarte zur Generalversammlung zu hinterlegen. Der Rechnungs-Abschluss wird den Herren Actionären bei Deponirung der Actien überreicht werden. Febrtsr 1896. Der Verwaltungsrnth.