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Freies Blatt · 1896-02-02 · 200 (2.2.1896) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
V (1896)
Issue
200 (2.2.1896)
Date
1896-02-02
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Nr. LM. Seite 10. Freies und Ilntertbancn im evurftcutbmii wcdrr auf liegende Güter, Zins noch um Gült »och ohne Wucher, heimlich oder öffentlich nichts leihen, welche aber das darüber thäten, denselben sollen solche Güter, Zins und Gült utt gereicht nnd cinqantwnrtt, auch, im Recht nit;nerkannt noch gesprochcn werden in kein Weise". Zwar fand diese Rechtsspcrre bei den Reichsgerichten Widerstand, nnd cs mußte in Folge davon ein Vergleich mit der Iüdischhcit gemacht werden, wonach diese ans ihre bei den Reichsgerichten anküngig gemachten Proccffc vernichten nnd ste bei den tvürttemdergischcn 'Gerichten aussührcn sollte. Dieser Vergleich ward auch in die Landcsordnnng von 17)07 ausgenommen nnd den Juden gestattet: „daß ste durch das Herzogthnin ihrer Rothdnrst nachzichen nnd wandern möge», doch hierzu jedesmal um Geleit nachsnchen nnd in solchem Durchzug gar keine Handthiernng oder Wucher treiben sollen, cs wäre denn, daß also einer im Durchzug ans einen freien Markt käme, nnd »m Baar Geld etwas ausricht nnd redlich kaufte oder verkaufte". Gleichwohl gebot der Herzog daneben „mit allem Ernst, daß keiner seiner Ilnterrhanen bei den Inden etwas entlehnen, mit ihnen handthicren oder sich in einen wnchcrlichcn Handel cinlassc» solle, bei Slraf Leibs nnd Guts nnd dazu Verweisung ans dem Hcrzogthnm" In gleichem 8iiitt folgten nnnirtrrbrochen Verordnungen bis znm Ende des vorigen Iahrlnmderts herab, freilich waren ste für Württemberg schwer zu handhaben, da Reichsstädte und Adel rings tun das Herzogthnin her. nnd zwischen durch im Gcgentheil die Inden hegten, als Kammer knechte erklärten nnd ans dem Indenschntz eine Iinanzipeenlation machten. Gleichwohl wurde die Seßhaftmachnng im Lande den Inden bis 1 <SO*j beharrlich verweigert und die „Ansschafsnng, Ansrotlnng, Elimination" der unter irgend einem besonderen Schutz cingeschlichenen Inden durch eine Reihe von Landtagsabschiedcn bis znm Erbvcrglcich von 177(1 wiederholt zngefichcrk nnd nnnachnchllich vollzogen. Einige Regenten vcrsnchten zwar, günstigere Vcstiminnngcn für die Inden ansznwirfcn, aber alle Versuche scheiterten an dem nnbcngsamcn Indcnhaste der Landstandc 'Jätr eilte Ausnahme' war nach und nach zngclasscn worden. Es waren nämlich in der Mitte des XVIII. Jahrhunderts in einigen .Kammer nnd dtammcrschrcibcreiorlcn 500 Inden mit erworben worden, die man nicht ansschast'ke nnd außerdem wurden nach nnd nach einzelne Hos nnd Schntzjndcn durch ausdrückliche Vrivilegicn der Herzoge ansgenommen. nnd wo» verschiedenen Handelsbeschränkungen befreit. Allein jene Orte wurden nicht förmlich incorporirk, nnd die darin wohnenden Inden blieBen somit Ausländer. Auch das den Hof nnd Schnvjnden rin geräumte Recht war keineswegs erblich. Von 1802 an ging jedoch mit einer großen Anzahl neuer BeNNnngen nach nnd nach eine.große Anzahl jüdischer Einwohner an Württemberg über, nnd cs entstand das nnabwcisbare Vcdürfniß, das bisherige System anfzngcben nnd den . Rcchksznstand der Inden irgendwie bleibend zn ordnen. Indessen kam die projeetirtc aUgemcinc Indcnordnnng nicht zustande, nnd cs er schienen nur vereinzelte, sustemlosc Verordnungen, die den Inden eben - sowohl neue Vasten anflcgtcn als.ste ihnen einige Rechte gewährten. Das Meiste blieb nnbestimmt, nnd die Stellung der Inden war im Ganzen höchst zivcifelhast. Daher blieb auch die Erwartung, daß die Masse der Inden vom Dchacherhandel ablastcn nnd sich anderen Erwerbszweigcn znwendcn würdL, „wraitiUlt? Dic Dkändcvcrsanintlnng von 1817» nahm dies nnkcr die LiinW^ichiverden ans. Gwich in der ersten vcrfassnngs mäßig eonstrnirtcn Dian^wersammlnng wurde aber ans ein Gesetz Über die sämmklichen bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten angekragen nnd i» ,Folge denen ein Entwurf ansgearbcikek, der I *28 zur Verabschiedung kam. i. Fortsetzung folgt.) Literatur. „Tie Wasscll nik-cr". Monatsschrift. berausgegebe» von Baronin Berida v. i in t ii ( r. Inhalt der Jäiiner-Niiilimer I8!»6: Straßbnrg in Tlümmern. Bon Josts Freiherriz v. T o b l h o f t.- — Zeit'chaii. Von Bertha v. 2 n 11 «er. - — T je Gründung des irngari'chen Friedensver^ins. Bon einem Ängeiizeiigeti. — Blatt. Tolstoi und Spielhogen. — AuS den Friedellszeitschriften. Bon Leopold Kätscher. — Aus der Presse. Bon Ludwig' Kölle. — Tie Generalversammlung der Oesterreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde. — Gegen die Friedensbewegung. Bou Dr. K l e m p a. — Gegen den Krieg (Citate auS Schopenhauer). — Correspondenz (Briese von Prinz Emil zn Schön aich-Earolath, Rich. Feldbaus und I. I. D i n g l e). — Literarisches. — Aus den Friedensvereinen und Lersammliingeii. — Berniischtes. — Die Nummer ist eine ganz besonders interessante und leitet den V. Jahrgang der Zeitschrift aufs Glücklichste ein. Jahresabonnement nur fl. 3 70. „Schule und Haus " Soeben erschien die erste Nummer des 13. Jahrganges der einzigen Elteriizeitung Oesterreichs, und wir erlauben uns, unsere Leser ans diese Zeitschrift besonderaufmerksam zu machen. Dieselbe ist für alle Eltern, welche Kinder zu erziehen haben, ein wirklich unentbehrlicher Rathgcber, und es sollte Niemand die geringen Kosten (2 fl. jährlich) scheuen nnd sich das Blatt anschaffen. Die Berwaltung (Wien, III. 1, Streichergafle 10) sendet Probenuinmern an Alle, welche sich für Kinderpflege und Jugenderziehung interessiren. Ter Inhalt der ersten Nummer ist folgender: Ein Wort an die Eltern. — Geistige Erziehung: „Junge, laff' Dich nicht verblüfleu!" Bon L. Schmerz. — Gesundheitspflege: Da» Neueste auf dem Gebiete der Säuglingspflege. Bon Clara F o r st e n h e i tu. — An» der Kinderwelt: Das große Menschenmädel. Bon P. Rosegger. — Gesetzliche Bestimmungen: Tie Volksschule. — Beurtheilungen: Lehrbuch der Zoologie re. Bon Prof Dr. O. W. Thome. — „Oesterreichs deutsche Jugend." — Ter Waldvogel: Von Peter R o s e g g e r.— Tie TioLkuren. — Lprechhalle: Mittheilungen und Auskünfte. — Allerlei Wifscnswerthes. — Erzählungen: Bürgt. Bo» A. Bogner. — Ten Große» für die Kleinen: TaS Waldvöglein. Bon Friederike Kraus. — Januar. Ptoinitcr. Zeitschrift für rolkswirthschaftlichen und sittlichen Fortschritt, für Schulwesen, Hhgiene nnd Medicinalreform. Berlin, Xll. Jahrgang 1896. Der Inhalt der zweiten Rümmer vom 22. Jänner ist folgender: Aukzeichnung für unserii Herrn Borsitzeuden. — Tie wirthschaftliche Frauen Hochschule, ei» nationales Werk. — Tie Aufgaben der deutschen Frauenbewegung im Sinne der deutschen Volks wirthschaft. L. Hagen. — Zucker als Nahrungsmittel. Bo» Tr. Weil, Berlin (Schluß). — Wie man kahlköpfig wird? Eine kritischf Betrachtung. — TaS Geheimniß der Handdenterei (Schluß). — Hygienische Mittheiluttg. Kalender. TcrKrippen Kalender für 1896 weist alle Vorzüge ans, welche schon siühere Jahrgänge dieses vom Eentralverein für Krippen in Wien herauSgegebenen Familienbuches anszcichneten. Geschmückt ist der diesjährige Kalender durch ein Toppelbild der beide» älteste» Kinder der Erzherzogin Marie Balerie, durch di» treffliches Weinlied: „Beim Gunipold-kirchner", Text von Johannes N o r d m a » n, Musik von Rudolf W e i n w u r m; feiner durch pietätvolle Nekrologe, gewidmet der Frau Henriette NiliuS sowie de» Herren Heinrich d! Manr e r und Tr Richard Äodesfroy, die sich um das Krisipemvesen hoch verdient gemacht haben re. :c. Dem Krippen-Kalendec muß jeder Menschenfreund die weiteste Berbreituug wünschen Kounnt doch daS ganze Reinerträgniß 40(1 armen Kindern zugute, die täglich in den sieben Bereinskcippen Berköstigung, Wartung nnd Kindergartennuterricht finden. Tie Firma Wilhelm L i e b st e i », Brellererpyrt, Pilsen, hat auch heuer zu Neujahr ihren Kunden i»id Geschäf^Ssreuiiden durch Uebecsendting eines zweckmäßige» Kalenders für das Jahr 1896 eine Freude bereitet; den» während der vorjährige Kalender zum größten Theile als Zierat diente und seltener praktische Perweuduiig fand, verlangt der diesjährige Kalender, welcher dasselbe Bild wie der vorjährige, jcdoch verkleinert zeigt, daß ina» sich täglich der Filiua erinnerir nniß, da der Wandkalender durch Zugabe eines Blocks bereichert wurde. Tie Firma Wilhelm Liebstein in Pilsen versteht es vortrefflich, ihrem Geschäfte in immer weiteren Kreise» Beachtung zu verschaffen. Briefkasten. Salamon Jostein, Karlsruhe. „Der ö st e r r e i ch i s ch - n n g a r i s ch e E i e r e r p o r t e n r", Wie», III., Salesianergasse 22. , Zeilftrölttung." Trete» Sie dem „D e u t s ch ö st e r r e i ch i s ch e n T n r ii v e r e i n" (I., Schotlenbastei 3) bei. Nnkündigungen des „Freien RlaNes". AM" Inserate werden augenonime», sowohl in nnlerer Administration, als auch im Annoncen Bureau M. Duke». Etablissement ONACHER — Tiiglich ^=zz^=z ausserordentlich reichhaltiges Programm. < »«-a. hrurtiHing 7! t. be^iuu i>räci*e » Ubr. Direction: F. Krlehaiiiu. Kossau, Wasagasse >r. 33. — Telephon 636. TäglicH : Internationale Künstler- Vorstellung. zM- Neues Programm. C&ssa-Erört'uung ' ,7 Ubr. An taug '.',8 Ubr.

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