Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 190 (24.11.1895)
- Date
- 1895-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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reite 10. Nr. 190 .freies S latt. ’iilrtcti 3ct?t — Wohnung suchen! .. VWi-iti! . . Ah, die saldirtc Rechnung Danke." ..Bitte' aber," rief ivrait Prohaska durch die Dhüre, „sofort zu zacken. der neue Zimmerherr wartet." ..Hoho'?!" . Ha, - iouü mußten Die künden und einen Moitatszins mehr Icit " .Ali, io?" „Bitte, der tdonimissiouar wartet auch draußen." Heinrich Bonkanipf gcrielh in Aufregung. Rasch ktcidctc er sich wart' Alle« in die Kiste, die er verschloß. Der Eotnmii'stonät trat ein. „Bitte wohin?" .,,ni, ivoliin? od) habe noch kein Quartier." ,. x'di lonßie eines: dürfte ich cS anempfehlcn? Ganz nahe von hier. ' . ..Bei wem y Bei einer T.uartiersrau Anna Bleuler." „B'as?!" Boukainvs tvärr ihm bald um den HalS gefallen, e'.nmmer l.">.?> Stock?" " . . - .He war Ranenens Dteustgebcriu! „Cantos! Die,rrau ahnt sicher chis." dachte et, „tut; gtcidj den string! Und „gut," setzte er laut ,,id) nebitie die B-üIsttung! Ai'o vorwärts!" e e> D: i'Uniann trug die Kiste über die Treppe. . OS w^.d ein t^ötterleben werden'" dachte sich der Student und ' ,t Htoni'di lächelnd verbeugte t’id) mau Prohaska: er erwiderte, ::;i r - dein tivp''e nickend. , r-.r!at's uothig!" bruinmie die Alte. „Böic der stolz thuk. n: '-'v.P Hab' ich, aber woher er cö hat : mir scheint, die S:.hi tu nicht recht rein?" (Fortützung folgt.» Literatur. Eer dmitlidic 2taitt miD itittc Zukuust. Tine potiiisäic Studie von .;!■; * i. Bertin N \V •» Vertag von Earl Duncker, l.»94. 5 . L,-'!"-! des oetliegenden natttidieu Beetleo steht auk dein Stand »'-veu Seciotogie und läßt von dieieni aus die dogmatische ite.i 'i.'>he.,t S:a! ,'s. der- Paters der Pkra'e vom „chrtftlietten Staate", :• > Dt. .'tii-dianutiaen der stabt Stöcker über den angeblich , :: c'e.i .’.t.it "• Staates ütid ja wobt actitell genug, nm Harcbowski's '! t.t ineni " - in'iande .-.bhaiicu Hutere'scs 'nt ieden Politiker von Lern'und l - - iaa.h >:. Der iurrkrtii-ä'ett Phra-e vom christlichkii Staate liegt |;:d''.ü ii abüäitud.e Lettveä.dtutig der Leg>nie Ehrtsteuthutu und j! •: -i :t.'iüt'-:m z Igrut de Harodow-ti zeigt nun eiiigebeiid und i ..n 'o i:iti.1' .ne »de vo:i der Kirche gutgehcißenc Huftilution > ' ■e ton stadl- Stecker * wün'cheu. daS eure O'egrmhcil , .. tttchztsteatbums 'ei. Die-cs ptrdigtc Gleichheit, die! Kirche und der ihr unterthäuigc Staat bauen aus der starre» Heiligung der Rangstmlerschiede aus, das Urchristeuthuur predigte Gütergemeiuschaft und Lesitzlosigkeit, die mit den reiche» Kirchengütern i» schrillem Widerspruche stehe», eS ries »ach Gerechtigkeit, die-rieche stützt ihre Macht durch das eiserne Gesetz der Majorität. Da« historische Ehristeuthum war eine mächtige Kritik de« Judenthuiu« und der Antike, die Kirche und der ihr unterihane Staat schließen die Kritik aus ». s. w. So mit ein unheilvoller Zwiespalt zwischen Christeuthuin und Kirchcnthuin obwaltet, so besteht er auch zwischen Kirche und Staat. Wen» schon das geistliche christliche Recht unchristlich ist. tun wie viel mehr wird e« nun erst das weltliche sein? Den» ini Rechte des Staates wird immer der Zwang herrschen, während das Recht im Geiste de« Christen tbuniS dar reju ethische Recht des freien Willens ist. Am allerweuigstku laun aber das Recht des christtidien Staates, wie e« sich Stahl dachte, einen Au'prnch ans das Ehrenwort „christlich" mache», den» es ist da« gewiß nicht christlich, daß zwischen bürgerlichen und politischen Rediten unterschieden und dann den Richtchristeu, also Juden, Deisten oder Atheisten zwar bürgerliche Rechte und politische Pflichten, n-'cht aber and) politische Rechte zugeiprochcn iverdeu. Jacobowski weist weiter« nach, daß noch iveniger der confessiouelle Staat der christliche sein könne, daß der „christliche Staat" von heute nichts weniger als der historische djviftlidje Staat sei und daß endlich . selbst der Kirchenstaat seligen Angedenkens entweder kein „christlid>er Staat" gewesen sei» lann oder kbch wenig geeignet war, Sehnsucht nach der Rcubetcbung solcher ..christticher Staate»" zu erwecken. Die Kritik deS Stahl'jchen Staats apriorismus durch Zacobowski ist ein werthvoller Leitrag zur cract.-u, wissensd-astlichen llnigestaltung Ser Politik, nm'oinehr hätten wir ihm aber seine im zweiten Tbeil gemachte» Ausblicke in die Zukunst erlassen. Da« läßt sich ohue neuerlichen Dogmatismus iu so kurzen Strichen nicht abinachen; auch ist es absolut nicht die Aufgabe des Kritikers, das, ivaS »tau gemeinhin „Positives" nennt, au Stelle des Kritisirten zu setzen. Die Kritik ist an und für siät positiv genug: darin darf man sich) von den Renten ü Iu Stahl und Stöcker und anderen Stützen der Stimmig nicht irre machen lassen. , c. v. /.. Ter Parlailiciitarisinus, wie er ist. Bon Lothar Luch er. Dritte Anklage. Stuttgart. Lerlag von Earl Krabbe. 1891. Lon dieser berühmten StreitschriU, iveldje l8.',l ersdtien, aber and« heute noch von aetuellcr Lcdcutuug ist, hat der Lerlag von E. Krabbe in Sttutgarl eine gekallig attsgestattcte dritte Auflage veranstaltet, weldse sich int Wesenitichcn mit der zweiten, ttoch von Lothar Luchcr selbst besorgten, utngeatbeitctcn und eingeleiteten Attslage deckt. „Krieg und irriedrii." Erzählungen, Lktraditungeu und Aphorismen von L e r l h a v. Suttner. Aus allen ihren Schriften zniantmengestellt ttuk herausgegebeu von Leopold Kats d, e r. Ztt cinent einheitlidien Ganzen vereistigt, ergeben diese Darbictstug.-n soll ein neue« Werk. Durch iede Lud)handtuug oder durch das Lureatt der - „Desterretcktischen Gesellfchast der Jriedettssrcuude" sl.. Doroiheergasje 12) zu beziehen. Eitra 2!«0 Sciteu in seinster Aust'iaituug, elegant rartonirt Preis nur 60 Kreuzer. Nnkündiiumgrn des „Freien Glattes". .Diil'rratc ■ a.gettotnmen, iotvoht tu ntt'erer A d »» i n i K v il ti 01», als auch im Annoureu-Lttreau |H. Duke». "WG Etablissement ONACHER Aueseiordfntlitfli reicE.E.a.ltig-es Programm tut! teil 4" dß S Sisiers Barrison. Beginn präci»e > L’br. Danaers OrpiieTJuaaa . F. Krlehaiini. K»"titi. 'V;„utrit'se \r. — Tele^-ht-u 636. TäglicH.: lull'rnution.ile Kiinsl in - VorStellung. Neues Programm. jCccatvciSnccziincjf. &ccfi:c mich Sie S'liittticiliuiq zu madicn, Bass mein ztiUa! - Scschäft (I. dlcthcn t/'iuzmst:assc c'iz. /?) sich ccm Sicccmfcz /S-'ö ah I. Szal'cn c'iz. 10 im ncitczhauten E?n/icz:dalais 1-cfinBet. cf. Sl. Scfimcidfai fl. u. fl. ckcfz$umtuiunc '$cttu(cic u aaien* $ta fzihan t. Anfang l’br. Mattonis Ciesshübler