Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 172 (21.7.1895)
- Date
- 1895-07-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I ✓ Nr. 172. -Freies Blatt. Seite :V solchen Stadt angelegt, würde», daselbst nicht angelegt werde». Es ist bekannt, dag eine große Fabrik, welche der Natur der Sache »ach in Wie» angelegt worden wäre, jenseits der Grenze in Ungar» errichtet wurde. Da» ist nur eine Folge der Verhetzung der Leute. Wien ist vorzüglich eine Handelsstadt, und auch die energischeste» Rede» der aiitisemitischen Abgeordneten werden e» nicht ändern, daß die ungeheure Mehrzahl der jiaufleute im Osten von Wien, in Ungar», Galizien u. s. w. Juden sind. Wenn nun in Wien jeder .stausinann auS dein Osten, welcher zufällig Jude ist, Herabsetzungen, Verungliinpsnngen, Bclchimpsungen auSgesetzt ist, dann ist es begreiflich, daß in einer solche» Stadt der Unternehmungsgeist darniederliegt, der Handel im Sinken begriffe» ist. Tie große Menge der Privatbeainten leidet darunter am meisten. Allerdings leugnen die Herren alle diese Dinge; sie leugnen ja auch daS Blaue vom Himmel herunter. Es zeigt sich aber schon im wirthschaftlichen Leben Wiens, ivelchc schädlichen Folge» diese Zustände haben. Nicht nur jene Restarts, welche vom Handelsministerium abhäugeu, müsien einen unseligen Einfluß ei fahren; die Entwicklung der Steuerkrast muß verlümmern, wenn eine große Anzahl steuerkräftiger Unternehmungen statt in Wien sich in Budapest und andere» con rurrirenden Städten niederläßt. Darum erachte ich eS für meine Pflicht als• i Abgeordneter, trov aller Gegenruse, dies hier auSzu sprechen. Man lernt im .üentlichen Leben auf zweierlei Art: entweder durch die Einsicht — diese weisen verschiedene. Herren zurück, aus der NegiernngSbank sollte sie aber gesunden werken. Man lernt auch durch die harte Erfahrung, durch da» Niedergeben de» wirthschaftlichen Leben» und der Sleuetkraft, und davor möchie ich Wien bewahren. nur Lehrlinge und so wenige Gesellen in seiner Druckerei bcschäfltge Ties brach vollends dem Fasse den Boden aus, und das FiaSco war, entschieden, wie cS auch Tags daraus die Stuttgarter Blätter und eine Depesche der „Frankfurter Zeitung" ur>,i et orl.i kuud und zu wissen thatcn. Herr Nübling erhielt bei der bald darauf stalisindcndcn Wahl kauin;>00 Stimmen, während auf den wirklich gewählten National-Liberalen Fabrikanten Siegle über entfielen. (jLinc Nutzanwendung für Wien und Oesterreich können wir leider aus dieser interessanten Nciuinisccn; nicht ziehen. Hierzulande miißte inan, wenn sich ein Jude, ja selbst wenn sich ein liberaler „Arier" in eine Antiscmitcnversammlung begeben und dort das Wort ergreifen wollte, zuvor die Freiwillige RettungSgesellschaft avisircn. Sogar unverfälschte Judenhasscr finden eS hier sehr gewagt, cinc von den Angehörigen einer anderen Anliscmitcnsccte veranstaltete Bersaminlung auszusuchen. Tic antisemitische Bewegung hat in Teutschland keineswegs so pöbelhafte Formen angcnomnien wie in Oesterreich. Angesichts des Verhaltens eines Schneider, Steiner :c. erscheint daS der Herren Stöcker und Ahlwardt nachgerade xontlvmnnlikv. Die Red.) (lillmiSlllatisältS.) Mehrere Freunde Bergani'S haben eiüc Ehrenmünze für. diesen prägen lassen, welche in der numiSMalischen Welt schon insofcrne großes Interesse erregen dürfte, als sic nicht in Metall, sondern in — Pappendeckel angcfcrtigt ist. Die Jnschriit der EKrcnmünzc lauter: . Ave re: Bei der Bcrathung des Budgets des AckerbauministcriumS gab; Schneider am 17. d. M. seinem Unmnthe darüber Ausdruck, daß Morre für verfehlte Maßnahmen gegenüber der bäuerlichen Noihlagc den Grafen Falkcnhayn und nicht die Juden verantwortlich machte. „Reden Sic nicht so dumm" — entgcgnctc ihm der steirische lisch / Ernst vcrganil \ l lisch der „Gründer" des ' „Deutschen Volksblattes"! Hoch der frühere gewistenhafte Gemeindevorsteher I . liurrah die Verkörperung X moderner Lor- / ruptionl / / I>0 d» \ / der Shretiburaer von \ ( Nlnhldor-I lisch der Freund De. kue.aer'r! Hoch der Ehrenschuldiier lianck's