Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 171 (14.7.1895)
- Date
- 1895-07-14
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4886575-5439167-5441651--2091-4888497- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seit, 10. Freies zu Boden, dort ichinellern gewaltige Hiebe auf den Helm und die Rüstung dcSz Gegners. Kc»»pf>und Schlachtgekümiuel auf allen Seiten, hier Zuruf und Ermunterung der Sieger, dort Aechzen und Stöhnen der Berwundeien! Scho» bedecken viele Todte den Boden, schon zeigen zahlreiche Blutlachen, wie erbittert, wie schonungslos hier gekämpft wird. Der König ielbst stürmt, seinem Borsatze getreu, mitten in das dichteste Gewühl und läßt die Feinde die Schärfe seines Schwertes, die Kraft feines ÄrmeS fühlen. Doch überall folgt ihm der treue Udalrich, um des geliebten Herrn Leben zu schirmen, um Polen vor dem größten Unglück, vor dem Tode seines Königs zu bewahren. Da erblickt Bolcslaw plötzlich die goldgcschmückte Rüstung, den wallenden Helmbusch des Großfürsten. ..Ha!" ruft er, ,,seh' ich dich endlich! Hüte dich, WseSlaw. Jetzt soll dein Leben, jetzt soll der Krieg ein Ende finden!" lind mit verhängtem Zügel sprengte er auf den Großfürsten zu und erbebt das gewaltige Schwert, um eS niedersausen zu lasten auf das ^Haupt deS verhaßten Gegners. Aber WseSlaw weicht mit schneller Bewegung zur Seite, und das Schwert, mit wuchtiger Kraft geführt, fährt an ihm vorbei und bohrt sichmit der Spitze in die Erde; diese» Augenblick benützt der Großfürst. Er ' stoßt dem Pferde des Königs sein Schwert in die Seite, das Pferd stürzt und reißt Boleslaw mit sich zu Boden. Roch einmal erhebt der Rüste sein Schwert, um cs niedcrrastcln zu lasten auf den vor, ihm liegenden Gegner, um es in denen Herz zu. versenken und so dem Kampfe ein siegreich Ende zu bereit!», da fühlt er seinen Arm plötzlich von hinten aufgchaltcn. Zornig wende: er sich um, da steht Udalrich vor ihm, bereit seine» König zu schützen. „Stirb, Hund!" rief zornflammcnd der Großfürst, „und gehe deinem Herrn im Tode voraus!" lind zu Tode getroffen sank lldalrich von Raycza zu Boden, llitterdcssen hatte der König sich erhoben, und als er sah, daß sein neuer Feldherr, sein wackerer Berathcr, daß die beste Seele der Welt Blatt. Nr. 171. gefallen sei, da erfaßte ungeheurer Zorn seine Seele, und er sprang auf WseSlaw los und bohrte ihm daS Schwert mitten ins Antlitz, so daß der Rüste vom Pferde siel und stumm und lautlos seinen Geist aufgab. „Ihr Polen, der Großfürst' ist gefallen!" schreit jetzt jubelnd Wladislaw Hermann, der, wie er die Gefahr des Bruders bemerkte, auf schnellem Roste herbeigeeilt war. Und weiter und weiter verbreitet sich der Ruf, die Polen er muthigend und anfeuernd, die Rüsten in Angst und Schrecken versetzend. Und als der König ein neues Pferd bestieg und seine Mannen mit lauter Stimme aufforderte, alle Kräfte anzustrengen und die Feinde davonzujagen, wie man Hunde davonjagt, da faßt neuer Muth, neue Kraft die Polen, wie zornflammende Löwen stürzen sie sich auf die Feinde, und die Schwerthiebe raffeln nieder auf die Panzer und die Helnie der eingeschüchterten Rüsten. Un da wenden diese ihre Pferde und jagen davon in eiliger, rastloser Flucht und hinter ihnen drein die Polen laut jauchzend und jubelnd und die funkelnde» Schwerter freudig schwingend. Bolcslaw aber kniete nieder mitten unter verstümmelten Leibern, verendeten Rosten, zertrümmerten Panzern auf dem grausigen Felde der Verwüstung und faltete die Hände zum Gebet für den gefallenen, treuen Udalrich. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. L. B., Ji. E« jist so, wie Sie sagen. ' R. <8., Mödling. Ten liberalen wird i» Antisemitenblätter» sogar Ge meinichast mit „Tieben" vorgeworscn; es geschieht dies im Organe de« — gewesenen Bürgermeisters von Mühldorf. Pionnier, Berlin. Wir haben uns bezüglich der a» n»S gerichtete» An frage bei der israelitischen theologischen Lehranstalt zu insormiren gesucht. Tort in bloß bekannt,. daß in einer hebräischen Zeitschrift lKenesses Israel l.) der Name eines russische» Jude», Tr. Orichansk», genannt wurde, der sich ein gebend mit Socialresormeu beschäftigt hat. Er ist jung gestorben, hat aber doch auf diesem Gebiete Bedeutendes geleistet. Nnkündigungrrr des „Freien Mattes". SM" Inserate werten angenonimen, sowohl in nmerer' Adminillration, als auch im Aniionccn-Bureau M. Duke». IW" Zur Nachricht! -Wk jm Verlauf*: -er uäcbstcii IDocfton erscheint eine dnra -s Druckbogen starke Broschüre unter dem Diel: Arrtisemilemroth in Wien oder: Hexirvit'der- «aus dem Antisemitenicager. Don einem christlichen Wiener. ■(■***• . Wie es einmal eine 5ürkrn«oth in Wie» gegeben bat, so gibt es beniznlage in unserer Stadt eine Antisemitennolh, mir 'y iUI.pvH.lliJ . obwaltet da der llmerichied, daß die Tiirkennoth die damaligen Wiener zu Helden und geschichtlich unsterblich geinachl, während die Anweuiirciinoih einem namhaften Theile der heutigen Wiener de» Stempel der Gefühlsroheit und Berivilderung au'gcdruckt bat. Ter Verfasser dieser Broschüre will nun mit seiner Schrift die Agitation der sortschrittlicheu Partei de» Wiener Gemeinderathcs , mo'erne zu widern veri'ucbeu, als er in populärer Weise die Art und das Wesen der das Lolksgeinüth vergiftenden Hetzer wahrheitsgetreu schildern ” ”l\ Aus dem reichhaltigen'Inballe sind folgende-Capitel hervorzuhebe»: 1. Riechfläschchrn für Antisemiten. 2. Der Bürgermeister von 15 Minute«. ■’> Die Hose mit zwei Säcken oder: Dan Derganom, der Dauschalirn-Marder. 4. Ernst Ktampigliu». politische» Lumpeuthu«. >>. Fälschung de» <ri)riftcntt)um»'. 7. Beamte und Lehrer, habt Acht! etc. Tie>e Agitationsschri't wird allen fortschrittliche« Dereinen, <6euostr«schaftrn und siir Freiheit nnd Fortschritt kämpfenden c . . «:• :> ’s’.vii den Freunden der Alnvehrbrmegung bestens enipsohlen. Bcs DorbrstrUuug mit gleichseitiger Einsendung des Betrages treten nachstehende ermäßigte Preise ein,: > Econtpk>.rr.50 fir. ö. JS., incluftoe 100 (SxempCare.fl. 10.— ö. inclusive ><« cruniplavc ....... fl’. 0.— „ „ r Posweriendung. ttlöer 500 löi'rc 500 Grvntplarv ä 0 lrr. „ „ / Postverscndung. 5«» .,, 7.— I ■ Au« EiefälligKeit übernimmt Vorbestellungen zu den obigen Bedingniffen die f Ab mini ftr otion des „Freien Klattes^^ U)ien, I. ^»eilerstätte Nr. DW Zchluli -er Dorbestestungeu am I. August d. I. ^WU