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Freies Blatt · 1895-06-23 · 168 (23.6.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
168 (23.6.1895)
Date
1895-06-23
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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feite Freies Blatt. Nr. 108. ititmme. •Jiimim man netto l)iit;n, daß Der Ziihatl ^er Schmidticheii Rede dir Atckfeutuot uuti beißendem Hobuc fötmtich überschütieie, io wird man wobt .iinu-I:nieit fiirett, daß eer_i;trlaitf fieiee Persammtung Ben Erwartungen, ui.ibe fer Stbnrttätfv der „Magdeburger Polksrnndschäu" von derselben grv.'--t barte. wobt i-.iitit in fern Maße cnt'prodKii haben Smfte, wie er sich in 'inte,,, ttforenn über eie Versammlung teil Anschein gibt, itiin durch die'« Plisammtung in die Magdeburger Bewegung dem Schicksal bersallen, welches nech isir irde potiiische'Partei das Perbäugntßvollsie war: dem Fluche der p.lüieutchlett. .'Rach einer späteren Meldung bat die vorher erwähnte „Magde' Itirger Pollsruudichau" sich schon bemmsigt gejebeii, ihr Erscheinen eilt: zustelleu.' - tjarl Paasch — Reickelagscaudtdak. Der von den Gerichten für geistestrank erklärte Earl Paal ch wurde von der Gruppe Ählwardl-Böcfel als f.incibat für die Reichstageeriavwahl in X ü 1 b e r g X ö »1 ut ausgestellt. Die ifabt iand am IX. d. Pt. statt, und nach einer Xolberger Depesche erhielt tpaa'ch, der at: entmitndigt gar nicht wählbar t>t, mir eine geringe stimmen .ii'.tiibi lÄitd Dem vnmbiirfler anlisemtlischcit Pcrcittslcbcu) Die Antisemiten tvilinge :>i a a b und Bö a l d in Hamburg eri'chieuen dieser Tage vor dem dortigen Schöffengericht V. um eine schon lauge bestehende Fehde auszukäinpsen. Feder voll ihnen hält sich selbst tue. einen überzeugttugstrettctt Autisemiten uud!ti?n Fotderer des Äutiiemtatsmus Feder aber erachtet den Änderen für einen 'at'ch.'ir Äntl't'iiiite». einen S löreav des Friedens und Förderer dis Parteihade.s i;-..ib :i eif: e:t;e ganze Xietbe ton srnber bestehenden Parteisetialttrunge» in dem dl:!t'etii:tls»tus äuszuliituiu und lbu: sich viel daraus zugute, haß er diese tu :..u atit.s.mtti'cheu B.-al>trere»t veteittigt bat, ist aber ttt»>ontebr.enirüftek,' daß n ' :r n.T aal A;:tf.:3t:e:r muiiende Elemeuze den „Re'onnvereiu" gründeten d ' .Icttitü.; b ti nsgaden die von Böald redigtrt wurde Rach dem Partei. ' - -.!- rät.'tuet ■ e t e ,.:eut'd; tt\:.Ue Rr'orutpattet" gegründet worden war, di: .nnt.iä .'.rlTIratki ans re- Partei ausgesch!os>'e». Bocket ttat zu ihm, -g: ::e t.: .; :;e .antt'einttl'che Pctlspariri". Raab und Genossen ge . tin!...!, t.'F Böa.t mit de sie II Freunde der Zweiten Richtung an. D :du a n a de Paitethadri mächtig g.sichün und das „D/Ulsttoe Blat»' und . D i .::nr ' i't.'i'iin ' waren der a uuiinetvlalz, auf dem die Herren Rtsilb - f: um -mmtg lu'el deten. Da lam Herr,, rtfaab blitrluf);it Cbien. s .ttaai. I-ate, den. De. Dari -r II e g e r aus Baien rn de,! B! . . tu neeaulüsiei:, tu Hamburg III-einen Portrag ZN es ..R-vvn.tvi t.tr.tc" zu kalten, filleiimgit schrieb Raab au ' lii Betest NI wetdaem er d.e Änhänger Böald's als and ö i .i des Paiiethaders iänlderte, und wirtlich batte i beend , d Z'n-'g,r iein. Wold gegebenes Per'vrecheif znrüeknahm. , p>zrst'iG es "ipe Partei in das beste, die Gegenpartei aber in , -. zu stiUen, und >o kam >s. das; Z'ueger von Raab j Wald machte. Raab unterließ es, flieget ein nechinaages i ave. dlaei!! Betlrage nach besten Xräsien Schaden ZUglaulii er »ch gönnen tu dürfen., Er widerte aiio in .ettiidr auf. dein Portrage lern tu bleiben Daraus .i. .im fe Wald':-,- der durch den Portrag aut einen reichen Zu^i : ,v,uiiv ,r'srtnfgst.:ae!i' in teilte Paneioais^ gerechnet batte. 'Fr, der;;i rK ’, . f prangte -detm nächsten Eriche,neu ein „Erngeiandl", in leeanvlil lpu.de. Raab leide a» Rerveiiüberreizung, und es sei, wle .r einnial, itorbweudig, daß seiizc Parteigenossen Gelder zusammen -aiuil er e:r.d Rerven oder xaltwasier Heilanstalt desttcheu könne. Auch I :u Herrn Raab, tu Borwur' der Unwahrbrinuad der f chädignng des , .r ia.l!l!'d» g . llili. :i;i,g; imnii . ll!. 'Nil *■ .i.ad.t a. as ivar grob. Raab pertiügte ieiueii srühereu .eiennd dem.stteinvaider als Ileberialleiier di.eldiglilig. ui.d nun ichüttcieu beide Herren vor dem Richlerlilch düch Nils Rach Äustcht des Gerichtes baue Böatd iu jc/iem „Ein. t i r i . uhau Er wurde deshalb zu .Hl Mark oder IO Tage» Aus atuiKmitt|d?cn blättern. .Der Gdrcndttrgcr voit^MitlilDors.> Die ,.Dstdeiitiche Rundschau" t:nt bringt uachüedeud» . E r k l a r u u g 'Böte aus x uns ctentelCetwird, bat die f. k flaalsaiiwallschast die lliiter l.chilng gegen Emst Pergans wegen des Perbrccheiis der Aints .'-tis litte innig cingeflellt, weil Pergani der Genieinde Mühldors den . ü-1". hiermit den Ernst Pergani »och mal« bssentlich des Diedstahls, beziehungsweise der Be run t re u n n g der ihm amtlich au v erzrau^ten Gelbe r und bi» bereit, vor Gericht beit Wah rh e i i r beibeis zu erbringen. Was die Einstellttng der Untersttchung gegn, Pergani betrifft, so steht mir hierüber keine Xritik zu, wohl aber erbiete ,g mich zum urkundlichen Beweise darüber, daß die k. k. Staatsaiiwaltscha': Xreius am 13. Mär; löst» in Xeuntuiß von der gegen Pergani össenu .l erhobenen Beschuldigung war, und daß Pergani am bist. Äpril 189» der G ineinbe Mühldorf den Betrag von 5>9l ft. sisi kr. bezahlte. Wien, am 17. Juni 189»; ** Franz A ritoschl, Wien, XVIII,!, Genpgaise Rr. 0». ((fine „gritttDcdrltche, treue Seele".) Ta« Psenner'sche Blättchen brt.- einett Ärtiket, in ivetchem den Wiener Änttsemitensührern aller Etasjen sein freigebig fob gezollt wird. Unter Anderem wird dem Mechaniker Schneid, nächgernhiiit, er lei eine „grunkehrtiche, treue Seele". Ter fohhudter nnteit. es iudessen, die jüngste edle Thal.Schneider'« zu verzeichnen. Es starb >lr. : eine siebenjährige Tochter, und da erstattete er dem magistraiischeii Bezirksamu die Änzeige von dem Todesfälle und schloß dieselbe mit den Worten: „F.. \ bitte mir leinen jüdischen Ätzt zur Todtenbeichau iu« Han« zu schicken." T , I Wort jstdi'ch war in der Anzeige dreimal unterstrichen Wirltich tu feid »..! Frenb eine „grundehitiche, treue" Äntijeiiiitenscete! j tTik „Wertltlosigkctk" Dcr „IudciiciDe".) Das „TentschePolksblai ' will in einer Getichisverhandluug einen Beleg dasnr getuudeu haben, ö! Schneider mit seiner Behauptung von der Werthlosigkeit" der „Fndeu i eide" Recht habe. Ter .Prcceß. welcher dem Äntisemitei,blatte als ein io fc : batet Fund erscheint, spielte sich sotgetideiiiiaßeu ad: Ter gewesene Hörer te Hochschule für Bodeneulttir, L'öottgaug Epinger. ivetcher als Reiervtieutenant in dem in Samdor siaiionirten fandivehr Uhlaneureginient zeiiweitaetiv dient, desand sich iu den . ersten Mouateii dieses Fabres auf Urlaub 'Wien ltub-btligte in dieser Zeit seine hiesigen Famitieiiaiigehöpige», eine Dam und die Großmutter, die im vierten Stocke des Hauses'Rr. 3 ans dem Bauer: markte ivobnen, täglich nichrereniate zu beiuchen. Dies geschah auch an 97. März d. F. Abends, gegen 8 Uhr. Fm dritten Stocke dieses HanieS wotu der Xansmann Earl R e n >v a t d e r mit seiner Famttte. AlS Ennger vor t.. Wohnnng dieser ispaetiiischen Familie vor beiging, war deren Stubeninüdck. -. auf dem Gange mit Xbetderreinigen beschäsiigt. Da« Mädchen vernabur dam' von einer Männerstimme im vierten Stock die Worte: „Fudische-Bagage". Al». Epinger gegen halb 10 Uhr Abends' ''eine Ängehörigen verließ, vertrat ihm iu diiiten Stocke Earl'Reuwatder den Weg und fragte ihn, ob er nicht wisse, nu: vorhin hinatisgegangen >'ei und „Fsivtsche Bagage" gernsen habe. Epuigez' am worieie, er selbst habe die'e Aenßeruiig geihau'. Darauf erhielt er'einen Säila ins- (Besicht. Es entspaiiii sich nun zwischen Eringer und Menwalder c,u Schlägerei,. an der sich auch d,s festeren Sohn Hugo 'Renivatder betheitigii und in der Epinger's Spa.zierstock zerbrochen wurde. Die Schlägerei wntx durch das Hinzukommen der beiderseittgen. .Frauen beendigt Epinger ’liatizwei beichte Hautwunden ober der Raie, Earl Renivatder aber leichte Per teptuigen der Schädetdecke, eines Auges itnb den Bruch des Tatimeus der rechleu Hand crtitteu. Rach Angabe 'Reuwatder's toll tevtere, an sich schwere Perlet-un: .dadurch entstanden sein, daßEpinger während der Schlägerei den Dannten Reit watder's zerrend sestgehalteu habe. Woisgang Extnger wurde daher der schweren Äörververtcvung augektagt, und gleichzeitig brachte Earl Renivatder wegen des mehrerwähmeu Ausdruckes gegen diit f tetttettatil die Ehrenbeleidigitugsllage ein. Der Angeklagte erklärte sich für nicht schuldig, denn die Pertepungen habe er in gerechter Rothwchr tiud aus Pflicht au gesichtS seines Dtfidier«-Charakters beigebtachl. Daß er den Renivatder am Daumen gezerrt oder auch nur f'eüji,halten gesucht habe, stellte er eutschiedeu iu Abrede. Der Bruch des Daumens mitffe durch eilten Stock oder Fausthied bei der Rothwehr verursacht tvorden sei». Tie incrimiiiirte Schtnäluing gab de. Äug, klagte zu, doch hielt er sie'nicht für strafbar, tveil sie weder direct gegen die Famitie Rettwalder gerichtet war, noch so gebraucht wurde, daß die e Famtlie sie hören mußte. In dpr Thal hatte die Schmähutig mir das kteider retuigende Stubenmädchen gehört. Der Angeklagte erklärte übeigens, zu der Schmähung gar keinen Anlaß gehabt, die Mitglieder der Familie .Reuwalde: nicht einmal dem Sehen nach gekannt zu haben. Ter BeriheidigcrTr.Porz'e. theiltr mit, daß dcr Angeklagte gegen Earl Rettwalder die Klage wegen teuir lichek und chätlicher Ehretibeleibigung eiugebrachl habe, die beim Bezjpksgerich' Alsergrnnb erliege,- bis die bocliegeiibe Straslache ihre Erlebigting gefiikiben '.iti:,'t'.bi.i>zeneit. Betrag von »91 st. 'iü kr. ersetzt habe, deoor die Per- _j habe, und der Angeklagte fügte bei, daß er diese Xlage eiugebrachl, weil rh». dies bon dem Amwalte seiner Familie, den er um Ralh gefragt, angeralhei. worden sei, denn er habe nicht an eine Klage wegen Ehrenbeleidigung, sondert: wegen Uebersalles gedacht. Ats Zeugen erschienen einerseits die Angehörigen de: Familie Rettwalder, andererseits die des Angeklagten. Das Ergebtitß der Per Handlung war, daß der Gerichtshof Wolsgang Exiuger vom Perbrechen der schweren förperltcheit Berleyung sreisprach und nur wegen Ehrenbeleidigung zu zehn Gulden Gelbstrase verurlheilie. In der Begründung belonle der Potsitzende LandesgerichtSrath Tr. Fri m m el, daß den Zeugenaussagen der Familtumreu»».; gerichtsbekannt geworden fei. Aus diesem Anlässe erkläre ich bternu:,' um allen Z'.pei'etn zu begegnen. Folgendes: Ernst Pergani bat der tsi'iueusr Piüblcorf ats deren Bürgermeister in den Zähren 1883 bis J Fuuiler I->7, auo ztt einer Zeit, da in Mühldorf noch lein Gemeinde- ■;.ieti.t bestellt war, Amtsgetder' von mindestens P91 st, 68 lr. veruntreut. Meine d:esbe;üglick> unter der Marke: „Pergani, der Ehrenbürger von Ptillitdo-.s" in der „Dstdeul'cheit Rundschau" vom 19. März 1895 verlant b .neu Ps'ttbetlungei: eniiprechen dcr vollen Wahrbeit, und ich beschuldige

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